in besserer Qualität. Der komplette Text der Vorrede folgt demnächst. Damit auch die sich nicht diskriminiert fühlen müssen, denen das Lesen von Texten in Fraktur und in gotischen Lettern schwer fällt. (Ist aber imgrunde leicht zu erlernen, wenn man nur etwas Geduld aufbringt und für eine Stunde an eim alten Buch dranbleibt – dann rafft man auch was das ‘f’ vom langen ’s’ unterscheidet. Sollte man als Herausforderung ansehen.)
…noch mal Kestner…
5. November 2009 von raucherclub…ein echter Schildbürgerstreich…
5. November 2009 von raucherclub
Berlin, Wilmi
Mi, 4. 11. 09
Mit dem Übergang zur dunklen Jahreshälfte wird das alberne Rauchverbot wieder unangenehm spürbar. Als ob es nicht schon genug wäre, sich an das trübe und feuchte Wetter, die sinkenden Temperaturen und die immer früher hereinbrechende Nacht gewöhnen zu müssen, was ja allein schon eine größere mentale und physiologische Umstellung bedeutet, die erst mal ohne Depression und Erkältung bewältigt werden will, hält dieser jahreszeitliche Wechsel (jaja, der November macht seim schlechten Ruf alle Ehre und geht heuer gleich in die vollen – Regen, Regen, Regen ) für den Raucher weitere empfindliche Einschränkungen bereit. In fast allen Stätten der Gastlichkeit, abgesehen einmal von den Eckkneipen und Spelunken , gilt er als unerwünscht, dh. er ist so lange gern gesehen, wie er dem neuen Reglement Folge leistet und es hinnimmt, für eine Zigarette wie für ein anderes physisches Bedürfnis auch (hin)auszutreten, an die frische (schön wär’s) jetzt leider naßkalte, mit Regentropfen und ersten Schneeflocken gespickte Luft. Die große Zumutung bei diesem unchristlichen Wetter wie ein räudiger Hund vor die Tür geschickt zu werden, darf nun wieder bis auf den letzten Zug ausgekostet werden mit der Option auf ärgerliche Gedanken wegen dieses Schildbürgerstreichs. Zum normalen Wahnsinn und dem ganz speziellen Irrsinn demnächst ein Buch oder zumindest ein Büchlein; wobei das RAUCHVERBOT einen Ehrenplatz erhalten wird. Der Titel steht bereits fest und wird demnächst verraten. Daß dieser unerquickliche Zustand nicht ewig dauern und dies bevormundende, die Freiheit einschränkende Gesetz vor der Geschichte keinen Bestand haben wird, möchte ich an dieser Stelle schon einmal prognostizieren. Spätestens wenn die Dinge mal wieder großflächig ins Rollen kommen, mit einigen falschen Prämissen abgerechnet und von einigen gefährlichen Lebenslügen Abschied genommen wird, dürfte auch dieser weltfremde Gängelungsversuch Makulatur sein. Die Geschichte des Rauchens und des Tabaks in Europa ist stets von wechselnden Epochen geprägt, in welchen der Tabak entweder anerkannt und gesellschaftsfähig war oder eben übelst verteufelt und die ihm anhingen mehr oder minder von der Obrigkeit verfolgt wurden. In diesem Zusammenhang hier ein Auszug aus eim vergnüglichen (Pro-Raucher) Büchlein von anno dunnemals, genauer von 1715, mit dem unmißverständlichen Titel:
Auserlesene Ergötzlichkeiten vom TABAC
/Worinnen nicht nur Desselben Ursprung / Würckung / medizinischer Nutzen / Annehmlichkeit und Zierde auf ein anmutige Weise in allerhand poetischen und andern aus Berühmter Männer Schrifften gesamleten Gedancken vorgestellet / Sondern auch Desselben Recht / wie es ehemals Von Herrn Heinrich Ernst Kestnern J.U.D. und Prof. Juris ord. Auf der Universität zu Rinteln in Lateinischer Sprach öffentlich verteidiget worden / dargetan wird. Allen seinen Liebhabern zur Vergnügung mitgetheilet von einem beständigen Tabacs=Freunde. Leipzig / Auf Kosten der Compagnie. 1715Aus diesem Büchlein als Facsimile die erste Seite.
Über ein anderes, ein furioses Buch hier in eim neuen Beitrag auf eos-o-ton.
…Musikspur: Lionard Cohen – Passing through (Live Songs)…
…warum ich rauche…
28. September 2009 von raucherclubBerlin, 28. 9. 09 Mo
Die Menschen sind verschieden. Zum Glück möchte ich anfügen, denn es wäre ja nicht auszuhalten, wenn sie alle gleich wären, wie manche Politiker und Utopisten sich das in ihren spätpubertären Träumen so sehr zu wünschen scheinen. Und zwar sind sie vor allem durch ihr Temperament verschieden. Entweder extravertiert oder introvertiert, entweder mehr eigenständig oder mehr konformistisch. Verschieden im Empfinden und im Erleben wie auch im Aussehen. Den einen zieht es immerfort in Gesellschaft, weil er es (mit sich) allein nicht auf Dauer aushält, während der andere eher die Gesellschaft flieht, weil er auf dummes Gequatsche doch leicht allergisch reagiert. Die so gegensätzlich gearteten Charaktere werden sich nicht verständigen können, wenn jeder von beiden nur seine Wesenart als die einzig vernünftige und richtige Lebenshaltung gelten lassen will. Nur wenn sie die Verschiedenheit der Temperamente erkennen und anerkennen, werden sie sich beide akzeptieren und zumindest einen Hauch verstehen können vom jeweils anderen Lebensgefühl. Aber das kann nur gelingen, wenn sie begreifen, daß es diese Unterschiede und die Verschiedenheit im Fühlen, Denken, Streben, Begehren usw. usf. einfach gibt und daß man sie voraussetzen muß. Aber gerade diese differenzierte Sichtweise ist gar vielen Menschen heute nur sehr eingeschränkt gegeben, da sie von sich selbst nicht absehen können und ihr eigenes Denken, Empfinden und Handeln zur Grundlage machen und als Maßstab nehmen, die Welt und die anderen zu verstehen und zu bewerten. Eine soliche Prämisse trägt nicht sehr weit und läßt an einen Menschen denken mit eim Horizont mit dem Radius Null, der dreist behauptet, dies sei auch gerade sein Standpunkt. Dabei ist die Sache ganz einfach; so wie es verschiedene Lebensphasen, die aufeinander folgen, gibt, so gibt es auch verschiedene Charaktere, die sich in unterschiedlichen Temperamenten äußern. Ein Komplexitätsschub, wie er für das Leben typisch ist – die verschiedenen (Lebens)Arten innerhalb einer Art. Ein Grundmuster dieser Verschiedenheit bietet seit dem ältesten Altertum die Astrologie, die von einander widerstrebenden Konzepten und Charakteren ausgeht. Wahrscheinlich liegt jeweils eine Grundschwingung zugrunde, die entweder auf Resonanz trifft oder beim Gegenüber zu Disharmonien führt; und danach bemißt sich dann im Anschluß der Wert oder Unwert einer Begegnung, einer Zusammenarbeit oder eines Austauschs über akute Themen. Auch wenn die Rationalisten und neurotischen Besserwisser bei dem Wort Astrologie vielleicht Zustände oder gar Lachkrämpfe bekommen, weil sie ihr Weltbild allein auf Materie und Kausalität gründen, ist es immer wieder frappierend, wie sehr diese Zuordnung nach Tierkreiszeichen und nach den Temperamenten (und Elementen: Wasser, Luft, Erde, Feuer) doch hilfreich ist, den Grundcharakter eines Menschen in seiner speziellen Wesensart zu erspüren. Am Ende noch folgende Tagebuchnotiz, die mir letztens vor Augen kam.
Die Luftzeichenverbundenheit, irgendwann fiel es mir auf – da ist mehr Leichtigkeit, da sie in vielem ähnlich ticken. Und dazu ein spannendes Buch gefunden (Liz Greene – Kosmos und Seele), mit Kapiteln wie diesem – Luft, Wasser, Erde, Feuer – die psychologischen Typen und dann dieses Zitat daraus, das wiederum eim anderen Buch entnommen ist (von eim gewissen Georg Herbert), der 1640 folgendes schrieb: „Der Choleriker trinkt, der Melancholiker ißt, der Phlegmatiker schläft. Was der Sanguiniker macht, bleibt der Phantasie überlassen, aber da er ‘ätherisch’ oder luftähnlich ist, können wir vermuten, daß er wahrscheinlich philosophiert oder singt.“ Ja, möglich durchaus, und das tut er auch, wie ich aus eigener Anschauung weiß. Aber schlüssiger wäre – er raucht, sagt Eo. (Und plötzlich verstand ich, weshalb ich rauche.)
…tabula rasa…
27. August 2009 von raucherclub
Berlin, 27. 8. 09 Do
Daß das Rauchen von den einen in erster Linie als widerwärtiges Laster und als eine schädliche Sucht betrachtet und hingestellt wird, für die anderen aber ein Lebensgefühl verkörpert, wenn nicht eine gewisse Lebensart zum Ausdruck bringt, ist nicht erst seit heute, sondern seit Anbeginn, seit der Tabak in Europa heimisch wurde (und schnell viele Freunde gewann), der eigentliche, der heiße Kern des ganzen Problems. Die einen sehen es so und die anderen sehen es selbstverständlich ganz anders; und jede Seite glaubt für sich im Recht zu sein. Natürlich ist das Rauchen ein Laster, wenn man es übertreibt, aber ebenso natürlich ist es Quatsch von Gesundheitsgefährdung zu reden, wenn man für einzwei Stunden gelegentlichem Tabakrauch ausgesetzt ist. Da führen unsere Damen und Herren Politiker und Multiplikatoren das Wort TOLERANZ ständig im Mund und hauen damit um sich, daß man es nicht mehr hören kann und sich lieber weckduckt; Tolleranz und Tolleranzsprüche von morgens bis abends (link neue sprüche) für alles und für jeden, egal, woher er kommt und was er gemacht oder ausgefressen hat oder noch vorhat, daß sich schon die medialen Hofnarren mit einer gewissen Häme auf diese Vokabel stürzen und dieser Tage zur Kritik der reinen Toleranz aufrufen, dh. die eigene Brust als Spruchband verwenden. Nur dort, wo sie wirklich geboten wäre, will man von Toleranz so gar nichts hören. Denn daran krankt ja die ganze Geschichte, daß man nicht die gebotene Toleranz hat walten lassen und für beide Gruppen eine Lösung angestrebt hat, mit der beide auch leben können. Es wurde eben kein einigermaßen einvernehmlicher Kompromiß gesucht wie zB. eine Aufteilung der Cafés und Restaurants in Raucher- und Nichtraucherzonen, sondern es sollte tabula rasa gemacht werden mit eim umfassenden Sieg der einen Seite und einer herben Niederlage der Gegenseite. Die Forderung nach komplett rauchfreien Räumen als Maximalziel, dem die Politik ihren Segen gegeben hatte, kam für die passionierten Raucher quasi eim Lokalverbot nahe. Damit war es den fanatischen Rauchgegnern gelungen, ihren Widersachern gehörig die Laune zu verderben und die Gemütlichkeit zu vermiesen. Oder was bleibt von dieser, wenn man für ein unschuldiges Vergnügen, wie es das Rauchen darstellt, vor die Tür gehen muß, bzw. sich wie Waldi oder wie ein dummer August vor die Tür geschickt vorkommt ? Schon reichlich befremdlich der Ansatz, vor allem durch seine Totalität, denn ausgehend von allen öffentlichen Räumen bis hin zur letzten Eckkneipe wollte man ein totales Rauchverbot durchsetzen. Selbst in der dunkelsten Spelunke sollte es fürderhin, so hatten es sich die Gesundheitskommissare ausgedacht, nurmehr rauchfrei zugehen. Die Totalität der angedachten volkspädagogischen Maßnahme läßt doch sehr auf zugrundeliegende totalitäre Denkstrukturen schließen. Und daher muß man ihnen diesen Rigorismus schon übel nehmen und deswegen muß man auch dagegenhalten (war auch der Auslöser für den Raucherclub), da in Zukunft noch weitere Zumutungen und Entmündigungen zu befürchten sind. Die Fliegenfränze und mediengeilen Ökofrettchen sind auch weiterhin sehr rührig und die nächste drastische Steuererhöhung ist von diesen längst an- und ausgedacht, schon halb auf den Weg gebracht und zudem mit den Brüsseler Weihen versehen. Man möchte nämlich nur zu gern den Alkohol, gleichviel ob in Bier, Wein oder Spirituosen, aus Gründen der Prophylaxe merklich verteuern, um so dem seit einiger Zeit im jugendlichen Bereich grassierenden Alkoholmißbrauch entgegenzuwirken. Die alte verlogene Taktik der Polittrickser: Ein ehrenwertes Motiv vorschicken und am Ende alle abkassieren oder unter Kuratel und Kontrolle stellen, wie lange schon Praxis an den Flughäfen wegen der Alladisten. Tja, so und nicht anders läuft es in der Politik. Aber immer mehr Zeitgenossen, sofern sie nicht zu verschnarcht und wurschtig drauf sind, verstehen langsam die Mechanismen und nennen es schlicht und ergreifend Verarschung. Oder eben Verkleisterung wie es der Autor zu sagen beliebt.
…Strategische Reserve…
20. Juli 2009 von raucherclubBerlin, 20. 7. 09 Mo
Strategische Reserve
Aus jener oben erwähnten Zeit noch ein schönes Raucherfoto aus dem Land des Savoire-vivre. Hat schon gut zwanzig Jahre auf dem Puckel und zeigt den Autor mit sichtlichem Behagen Rauchschwaden ausstoßend; Anfang der 80er. (Foto: Schorscherich)
Musikspur: Summerwine / Lee Hazlewood + Nancy Sinatra
…Fragen und Antworten…
3. Juni 2009 von raucherclub
Fragen und Antworten
Berlin, 3. 6. 09 Mi
Wie gut, daß es das Inet gibt; und ebenso, daß es hier den Raucher-Club gibt. Denn der erteilt in Sekundenschnelle Auskunft bei manch brennenden Fragen wie diese etwa, ‘raucht gerald Depardieu?‘, die jemand in die Suchmaschine eingegeben hat und dann prompt in der Galerie der Raucher landet und dort den genüßlich paffenden Gérard vor die Augen bekommt. Die Frage dürfte damit zweifelsfrei beantwortet sein. Befragen Sie mich also bitte mit einer Antwort. Wenn alle Fragen sich so leicht und eindeutig beantworten ließen ! Aber soviel man auch weiß, die Fragen bleiben – mag die ein oder andere in eim klaren Moment auch eine befriedigende und stimmige Antwort erhalten. Immer wieder irre, wie die Leute auf die Seite hier stoßen, es sind ja beileibe nicht alles Freunde des blauen Dunstes – ganz im Gegenteil — die sich in den Raucher-Club verirren, der sich übrigens schon in der Titelzeile ‚Wider den Irrsinn der Raucherdiskrimierung‘ unmißverständlich kenntlich macht. Oder was soll man von einer Suchanfrage diesen Wortlauts halten – maßnahmen zur eindämmung des Rauchers ? So jemand muß doch denken, im falschen Film gelandet zu sein oder macht er‘s gerade deswegen ? Um den Blutdruck auf Touren zu bringen ? Glaube, das werde ich nie erfahren. Vielleicht ja nur aus Langeweile und weil im Büro gerade nichts los ist. Was weiß ich. Da kommt mir der alte Wehner mit Pfeife und schiefem Mund in den Sinn; und zwar in jener Szene, als er dem bohrend fragenden Aus-Bonn-Berichter Èrnst Dieter Lueg barsch Bescheid gibt: ‚Herr Lüg, Sie wissen nichts ! Ich weiß nichts ! Keiner weiß was ! Punkt. Ausrufezeichen. Schluß aus, Ende der Durchsage. Aber mit einigen spontan eingegebenen Worten oder Spruchfetzen angeln zu gehen, ist ein Vergnügen, das ich zu schätzen weiß und mir immer mal gönne. Man landet dabei auf den verrücktesten Seiten und immer wieder gar nicht mal selten, gelingen sehr interessante Treffer. Man landet dabei nicht bloß auf virtuellen Seiten, sondern im übertragenen Sinne ein wenig im Kopf und somit auch in der Gefühlswelt ihres Creators. Daneben spiele ich dies Spiel auch immer mal, um zu testen ob eine bestimmte Formulierung, eine Titelzeile oder ein Spruch ebenso wie ein reizvolles Sprachbild in den Weiten des Inets schon einmal gedacht und ausgedrückt wurde. Und das ein und andere Mal immer wieder gelegentlich wie bei dem schönen Titel ‚Die Befahrung der Stille‘ erscheint wirklich nur der eine Eintrag; und der ist aus dem eigenen Blogg, wo die Zeile auch steht. Für einen Moment lang ein erhebendes Gefühl. Aber wenn eine bestimmte Prägung, ein Wort oder so, das man selbst in der Mache hatte, wie damals bei dem Dummland-Text, dann mehrfach und irgendwann paarhundert- oder paartausendfach von Gugel aufgeführt werden, freut man sich nicht minder. Weil soviele andere auch ähnliche Schlüsse gezogen und Verknüpfungen hergestellt und eins und eins zusammengezählt haben oder sich auf einmal dieses Sprachgebrauchs bedienen. Dann muß an dem Spruch oder der Abkürzung ja was dran sein ! So gesehen ist das Inet schon ein fantastische Überkreuzmaschine, die Verknüpfungen und Verbindungen möglich macht, die vordem nicht so recht vorstellbar waren. (Über dieses Thema demnächst mehr auf eos-o-ton). Da die Raucherei heute ein bißchen zu kurz gekommen ist und mehr Mittel zum Zweck war, hier nun endlich die zweite Lieferung für die Galerie der Raucher, sintemal Gérard Depardieu sich dort schon ein wenig einsam fühlen dürfte; nur wird es keine scharfe Braut sein, die sich jetzt zu ihm gesellt, sondern mehr ein lustiger, grüner Geselle, der seit Kindertagen schon unser Mitgefühl hat und dem wir nach all dem Ungemach das Pfeifchen doch hoffentlich wohl alle gönnen. Und dem, der es gezeichnet hat, auch. Denn Wilhelm Busch war ein großer Freund des Tabaks und, möglicherweise, ohne diesen auf seine vielen, tollen Ideen, Bildergeschichten und witzigen Ideen gar nicht gekommen. Und den Menschen, vor allem den Kindern seit drei vier Generationen wäre eine Menge an vergnüglicher Unterhaltung vorenthalten worden. Er braucht, wie man lesen kann, den Tabak, um so kreativ und produktiv sein zu können und konzentriert zu arbeiten, gleichermaßen zur Anregung wie zur Entspannung. Und da sage noch jemand, der Tabak habe nur Negatives und Verdrießliches im Gefolge. Aber das wollen die Raucherhasser und militanten Onkels, äh kompromoßlosen Nichtraucher natürlich nicht sehen, geschweige denn anerkennen. Allen passionierten Rauchern und Wilhelm Busch-Freunden diese verschmitzte Hymne auf die Gesundung nach langer Krankheit; herübergereicht in den Farben von Eo.

Drei Wochen war der Frosch sooo krank !
Jetzt raucht er wieder – Gott sei Dank !
…………………………………..
…Musikspur: …Tobackspfeife… J. S. Bach / Notenbüchlein…
…schleifen lassen…
19. Mai 2009 von raucherclubBerlin, 19. 5. 09 Di
Der letzte Eintrag auch schon wieder weit zuück, woran das wohl liegen mag ? Keine Zeit ? Keine Lust ? Keine Veranlassung ? Kein Bedürfnis mehr ? Oder keine Ideen ? (Ach, Quatsch, das wüßte ich aber.) An mir allein jedenfalls nicht. Oder liegt es schlicht und ergreifend am Wetter und der Jahreszeit ? – nach dem Motto: In der lichten Jahreshälfte juckt mich das alberne, wiewohl umgesetzte Rauchverbot in geschlossenen Räumen nicht besonders. Sicher mit ein Grund, denn für die nächsten Monate kann man mit mehr Gelassenheit auf diese staatlich verordneten Albernheiten herabblicken und sieht außerdem immer gleich etliche ähnlich tickende Zeitgenossen, die ihr Behagen an der wiedergewonnenen Freiheit mit einer Zigarette zwischen den Finger entspannt und gelöst zum Ausdruck bringen. Auf jeden Fall viel weniger verkniffene Gesichter als normal. Endlich kann man als Raucher mit Jowo Goethe am Ende des Osterspaziergangs sagen – Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein und so, wie man es gewohnt ist, genießen. (Obwohl der gerade in diesem Punkte sich wenig zum Fürsprecher eignet, da er in Sachen Rauchen empfindlich wie eine Mimose war. Davon valleicht ein anderes Mal mehr.) Hier kommt also auch die alte Tagebuch-Regel zur Anwendung, wenn es einem gut geht und es auch gut läuft, gehen die Einträge drastisch zurück, weil nämlich das Leben von eim Tag zum anderen so richtig lebendig wird und daher wenig Zeit für andere Dinge, wie etwa darüber schreiben, übrigbleibt. Spielt zweifelsohne mit hinein, sintemal der Raucher-Club auch ohne tagesaktuelle Beiträge und tägliche verbale Absonderungen seine Leser hat und das mit steigender Tendenz. (In der letzten Woche immerhin 250). Aber die sind zumeist stumm wie die Fische – kucken und klicken ein bißchen und ziehen dann grußlos weiter. Dies Schema kenn ich auch von meim Laden. Die meisten, die da vorüberziehen und manchmal an den Kartenständern mit den Sprüchen stehen bleiben, glotzen auf eine ziemlich verständnislose Art und wenden sich alsbald wieder ihren oberwichtigen Besorgungen zu. Im Inet sieht man die Leute (erst mal) nicht, höchstens indirekt als statistische Daten in Analyseprogrammen, doch hier am großen Fenster habe ich sie vor Augen, sehe wie sie kucken, wenn sie mich am grünen, runden Marmortisch vor meinen Blättern sitzen und schreiben sehen… Gründe hat’s sogesehen viele – einen letzten kann ich überdies noch nennen. Diesem nämlich kann der wirklich Interessierte sogar ohne großen Aufwand nachspüren. Habe einen neuen Blogg mit dem einprägsamen und leicht programmatischen Titel NEUE SPRÜCHE… nun endlich angeschoben; und da soll es öfter regnen, pardon regelmäßigeren Niederschlag geben. Schließlich gibt es in dieser verrückten Zeit und in diesem verrückten Lande noch viel mehr Ärgernisse – von den Problemen ganz zu schweigen – als nur dies alberne Rauchverbot.
….Musikspur: Bach, Konzert für vier Cembali / The Amsterdam Baroque Orchestra….
…Zeit vergeht…
23. April 2009 von raucherclub
22. 4. 09 Mi
Die Zeit vergeht und „es is scho spät“, wie mal ein östreichischer Liedermacher gereimt hat (glaube André Heller war’s) – und das gleich in doppelter oder dreifacher Hinsicht. Die verstrichene Zeit seit dem letzten Beitrag betreffend, die Uhrzeit grad im Moment (Mitternacht vorbei) und dann auch noch, was die Thematik angeht, nämlich wie lange schon dies leidige Thema die Gemüter bewegt. Konkret, daß Rauchen bzw. der Aufenthalt in rauchgeschwängerter Luft (in Neusprech Passivrauchen genannt) von staatswegen als gefährliche Körperverletzung eingestuft wird, weswegen es in öffentlichen Räumen und öffentlich zugänglichen Lokalitäten erst mal ausnahmslos verboten wurde. Nach dem Motto ‘Der Staat ist um die Gesundheit seiner Bürger besorgt und tut was’. Wie schön; wenn er doch nur bei anderen, viel gravierenderen gesellschaftlichen Problemen und Fehlentwicklungen auch so wachsam wäre und ebenso entschlossen handeln würde ! Aber da heißt die Botschaft dann schlicht ‘Das müssen wir aushalten !’ Nun, wer weiß, was ich meine, der versteht mich. Doch das ist ein anderes Thema; und zwar von wesentlich größerer Tragweite. Nur darf es eben nicht offen ausgesprochen und diskutiert werden. Wie gut, daß es die Raucher gibt, denn die kann man ungestraft an den Pranger stellen; die haben keine Lobby und keinen Zentralrat und werden auch nicht von irgendwelchen Ministern zu Konferenzen geladen… Aber sie sind für bestimmte politische Kreise das Feindbild par excellence. Und das seit etlichen Jahren wie diese lustig gesprochene Meldung aus NYC von 2003 (vor 6 Jahren also) zeigt:
Schade, Fehlanzeige. Hätte ich gerne gebracht. Aber MP3 nimmt er nicht. Was kann man da tun ? Ein Tip wäre nicht schlecht.
…Galerie der Raucher…
6. März 2009 von raucherclub
Berlin, 6. 3. 09
Derzeit warten die Raucher schon sehnsüchtig auf den Frühling, was nur zu verständlich ist. Endlich wieder gemütlich draußen unter Menschen an eim Tisch sitzen und nicht mehr geduckt vor der Tür stehen müssen wie weiland Eckensteher Nante, nur weil man in gewissen Abständen gerne mal une cigarette fümieren möchte. Eins muß man der Gegenseite, den hysterischen Rauchgegnern und Verbotsjüngern und -jungfern, allerdings lassen – sie haben ihr Ding über die Jahre „still und leise“ (nein ganz im Ggenteil !) vorangetrieben und dann die Politiker und anderen Strategen mit Statistiken, großen Versprechungen in puncto Kostenersparnis für die chronisch kranken Krankenkassen und mit sakrosankten, pardon sich wissenschaftlich nennenden Gutachten, die Gefährlichkeit des Passivrauchens betreffend, so nach und nach auf ihre Seite gebracht; nicht zuletzt weil sie sich als die Stimme der Vernunft und der Wissenschaft auszugeben vermochten und das zieht ja noch immer bei halbgebildeten Opportunisten, die sorgsam darauf achten, nur nicht die neuesten Trends zu verpassen. Dies war aber nur möglich, weil sie zuvor unermüdlich Wühlarbeit betrieben hatten, indem sie mit aggressiven Formulierungen das Image des Rauchers wie die gesellschaftliche Akzeptanz des Rauchens unablässig ankratzten und nach und nach überall zum Thema machten. Ausgehend vom Testlabor der Moderne, ich meine Amerika, war es allmählich gar nicht mehr kuhl oder besonders schick zu rauchen und genüßlich an der Fluppe zu ziehen; Raucher waren mit eim Mal stinkende Luftverpester und galten fortan als extrem rücksichtslose Leute, die fahrlässig die Gesundheit friedlicher Bürger durch Passivrauchen aufs höchste gefährdeten. Wirklich ein geschickter Coup, das muß man diesen humorlosen Cräcks schon lassen, so nachhaltig innerhalb weniger Jahre die öffentliche Meinung umzukrempeln. In Abwandlung zu Wilhelm Busch gaben sie die simple Parole aus – Rauchen wird als störend empfunden, weil es mit stinkendem Rauch verbunden. Die Raucher haben sich zunächst nicht groß darum geschert, gewiß, sind notgedrungen den ein oder anderen Kompromiß eingegangen und haben sich auf ihre angestammten Plätze unter Gleichgesinnten in ihre Kneipe zurückgezogen und nach Obelix-Manier immer mal ‘Die spinnen, die Nichtraucher !’ geseufzt. Aber man war fortan mit eim schlechten Immitsch behaftet; und genau das ist das Problem bis heute. Dabei ist Rauchen eine kulturelle Errungenschaft, ein Kulturgut wie Musik, gutes Essen usw. und eine Quelle des Behagens und der Geselligkeit, wie es zB. auf meim Raucherschild ‘Rauchen kann gemütlich sein’ heißt. Was alles von diesen Knalltüten jedoch systematisch vom Tisch gewischt wird und so gar nicht in der Diskussion berücksichtigt wird. Überspitzt geht es denen nur um Süchtlinge, die man mit gewissen Repressionen vor sich selber bewahren müsse. Dies schlechte Image ist nun genau der Punkt, an dem angesetzt werden muß; und das gilt es nachhaltig zu verändern. Denn unter den Rauchern, egal ob man nun an lebende oder schon tote denkt, gibt es so viele Geistesgrößen und famose Gestalten, die dem Knaster frön(t)en, daß man sich als Raucher ob dieser Gemeinsamkeit alles andere als schämen muß. Langer Rede kurzer Sinn, damit man sieht, daß es bei weitem nicht die schlechtesten und unkreativsten Leute sind, die mit Genuß einen glimmenden Stengel zum Munde führen, möchte ich nun hier im Raucher-Club eine Galerie der Raucher einrichten. Der erste in dieser Reihe ist der ungemein vitale Gérard Depardieu, dieser urwüchsige Kelte, der in seinen Filmen immer so stark als ein Charakter, ja als ein ganzer Kerl präsent ist. Das Magazin vom deutsch-französischen Sender Arte hat sich im November wirklich etwas getraut – dafür Bravo – und den Genußmenschen Depardieu absolut stimmig in dieser eindeutigen Pose aufs Titelblatt gebracht. Die Redakteure mußten, wie es heißt, teils heftige Kritik von aufgehetzten Nichtrauchern entgegennehmen, die sich schon von eim Foto eines Rauchers belästigt fühlen, obwohl in eim solchen Falle von Passivrauchen überhaupt keine Rede sein kann.

Galerie der Raucher: Gerard Depardieu (Quelle: www.arte-magazin.de.
…mediengeiles Ökofrettchen…
3. März 2009 von raucherclub
Berlin, 2. 3. 09 Mo
So verbissen (wie weltfremd und verbotsgeil) die Nichtraucherlobby kämpft, allen voran die mit öffentlichen Ämtern bestallten – die Kommissare, die Minister und sonstigen Beauftragten, angefangen vom Moloch in Brüssel bis ganz hinunter zur kommunalen Ebene – ist wohl nicht mit einer schnellen Beruhigung der Lage zu rechnen. Es sind einfach zu viele mediengeile Ökofrettchen im Verbund mit idiologisch imprägnierten Zeitgeistadvokaten unterwegs, die auf diesem Ticket reisen, um endlich als engagierte Menschheitsbeglücker in das gesellschaftliche Rampenlicht vorzustoßen und mit diesem Kampf gegen die Gefahren des Rauchens (der eigentlich mehr eine Kriegserklärung an die Raucher darstellt), dem eigenen Leben dauerhaft Sinn und Aufgabe zu verleihen; mit dem angenehmen Nebeneffekt daß dieses bewunderungswürdige Engagement gleichzeitig noch schön was abwirft – eben die Vorkämpfer mit Karriere und Wischtischkeit belohnt; schöne Einladungen inklusive. Mit denen wird es also keinen vernünftigen Kompromiß, keine Regelung geben, die um Ausgleich bemüht ist; sie wollen die Totallösung (huch, fast hätte ich ein verbotenes Wort benutzt), sie wollen dem vermeintlichen Übel die Wurzeln kappen und es ein für alle Mal aus der Welt schaffen; daher machen sie auch von Schritt zu Schritt die Räume enger mit der ziemlich brachialen Strategie verbieten, verteuern, verteufeln. Wenn man das nur eine Weile konsequent durchzieht und nicht wankelmütig wird, kann man die Menschheit von eim üblen Übel befreien; und am Ende werden es einem die Menschen ganz sicher auch danken. Von derart Gedanken befeuert schreiten sie zur Tat und fühlen sich, weil sie die Politluschen auf ihre Seite gebracht haben, im Aufwind. Ein solcher Impetus flammt, wie es scheint, von Zeit zu Zeit und da und dort immer mal auf. O Bama hat letztens ja auch ins selbe Horn gestoßen. Wie das ? Nun, er hat wie in den Nachrichten berichtet wurde, eine soziale Großtat folgenden Inhalts verkündet, nämlich daß alle Kinder aus prekären Verhältnissen demnächst kostenlose medizinische Versorgung erhalten sollen. Kein Zweifel, ein netter Zug des neuen Präsidenten; nur der zweite Satz dieser Meldung lautete in etwa so : Die Kosten des Programms von so’nsoviel Milliarden sollen durch eine drastische Erhöhung der Tabaksteuer aufgebracht werden. Das ist Politik. Man kucke sich einfach eine relativ zahlreiche Gruppe aus, mache gezielt Front gegen diese, daß sie wegen fortgesetzten asozialen Handelns quasi am Pranger steht und verkünde dann soziale Wohltaten, die dann im Grunde die unbotmäßige Gruppe, die Uneinsichtigen und Störenfriede, in diesem Falle also die bösen Luftverpester, die Raucher, sozusagen als eine Art Strafsteuer mit jedem neuen Päckchen bezahlen sollen.
Leider kann man mit Rauchgegnern, ich meine Nichtraucher mit Sendungsbewußtsein, eben keine Friedenspfeife rauchen, um einen fairen Kompromiß, einen vernünftigen Ausgleich jenseits von Hysterie und totaler Gehässigkeit in einer kultivierten Art zu besiegeln, wie es zB. die so stark naturverbundenen Indianer pflegten. Denn erstens geht ihnen schon allein die Vorstellung, an einer Pfeife zu ziehen und ekelhaften, eminent gesundheitschädlichen Rauch einzuatmen fundamental so sehr gegen den Strich und zweitens haben sie eh für Rituale nichts übrig. Gut, daß der Frühling nun schon halb in der Tür steht; dies Wochenende hat zumindest schon einen Vorgeschmack davon gegeben. Denn mit dem befreienden Lenz öffnen sich die Räume für die Raucher nun wieder immens. Freu mich schon auf die erste Zigarette im Straßencafé … Auf der Straße zu rauchen, hat nicht so Stil und ist auch kein echter Genuß; merk ich immer wieder.


