Posts Tagged ‘Rauchen’

…Zeit vergeht…

23. April 2009

 

22. 4. 09 Mi

 

Die Zeit vergeht und „es is scho spät“, wie mal ein östreichischer Liedermacher gereimt hat (glaube André Heller war’s) – und das gleich in doppelter oder dreifacher Hinsicht. Die verstrichene Zeit seit dem letzten Beitrag betreffend, die Uhrzeit grad im Moment (Mitternacht vorbei) und dann auch noch, was die Thematik angeht, nämlich wie lange schon dies leidige Thema die Gemüter bewegt. Konkret, daß Rauchen bzw. der Aufenthalt in rauchgeschwängerter Luft (in Neusprech Passivrauchen genannt) von staatswegen als gefährliche Körperverletzung eingestuft wird, weswegen es in öffentlichen Räumen und öffentlich zugänglichen Lokalitäten erst mal ausnahmslos verboten wurde. Nach dem Motto ‚Der Staat ist um die Gesundheit seiner Bürger besorgt und tut was‘. Wie schön; wenn er doch nur bei anderen, viel gravierenderen gesellschaftlichen Problemen und Fehlentwicklungen auch so wachsam wäre und ebenso entschlossen handeln würde ! Aber da heißt die Botschaft dann schlicht ‚Das müssen wir aushalten !‘ Nun, wer weiß, was ich meine, der versteht mich. Doch das ist ein anderes Thema; und zwar von wesentlich größerer Tragweite. Nur darf es eben nicht offen ausgesprochen und diskutiert werden. Wie gut, daß es die Raucher gibt, denn die kann man ungestraft an den Pranger stellen; die haben keine Lobby und keinen Zentralrat und werden auch nicht von irgendwelchen Ministern zu Konferenzen geladen… Aber sie sind für bestimmte politische Kreise das Feindbild par excellence. Und das seit etlichen Jahren wie diese lustig gesprochene Meldung aus NYC von 2003 (vor 6 Jahren also) zeigt:

Schade, Fehlanzeige. Hätte ich gerne gebracht.  Aber MP3 nimmt er nicht. Was kann man da tun ?  Ein Tip wäre nicht schlecht.

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… die Summe der Laster …

20. Februar 2008

19. 2. 08, Di

Mit eim gewissen Augenzwinkern hörte ich vor langer Zeit einen klugen Mann sagen – Die Summe aller Laster bleibt konstant. Und wahrscheinlich ist es auch so, vielleicht einmal abgesehen von den großen Asketen, jenen Wüstenheiligen aus der Spätantike, dieser lang anhaltenden Dekadenzzeit. Aber selbst die wurden von immer ärgeren Halluzinationen und geilen Anwandlungen geplagt, je ärger sie ihre Askese trieben, so daß man bei den Wüstenheiligen, die sich von Heuschrecken und solchem Geziefer ernährten, gleichsam von wirklich wüsten Heiligen sprechen kann, denn das eine bedingt das andere. Der heilige Antonius mit seinen unheiligen Versuchungen ist ja noch heute dem ein’ oder anderen bekannt. Der animalische Lebenstrieb, der wegen einer fixen Idee ausgetrieben und der Tür verwiesen wird, kehrt durch die Hintertür heimlich wieder zurück. Damals, als ich den Spruch zum ersten Mal hörte, dachte ich auch gleich Askese is Käse, weil in solcher Totalität total gegen die Natur. Auf eine gewisse Zeit aber gewiß nicht von Übel, im Gegenteil. Aber so war es auch mit dieser Haltung der frei gewählten Abstinenz zu anfangs gedacht. In der römischen Spätzeit jedoch neigte man zu ungesunden Übertreibungen, und meinte auf diese Weise ein gar gottgefälliges und gottergebenes Leben zu führen, weil so weit vom Alltag und den profanen Dingen entfernt und enthoben. Solche Anwandlungen und Übertreibungen nehmen auch in unseren Tagen immer mehr zu. Eine Verrücktheit, eine Einseitigkeit und eine monokausale Erklärungsweise und Schuldzuweisung jagt die nächste. Einmal erklärt man der ungesunden Lebensweise den Kampf, dann dem unkorrekten Denken, schließlich der Unvernunft , den Vorurteilen, dem unsolidarischen Verhalten usw. und irgendwann allen diesen Abweichungen zusammen. Aber wie gesagt, die Summe der Laster bleibt (im wesentlichern) konstant. Wer mit dem Rauchen aufhört, sucht für gewöhnlich nach eim Ausweg und nascht; irgendwelche süße Sachen, die sich bald als neue Pfunde bemerkbar machen. So und nicht anders sagte es auch letztens der belesene Arzt am Rande der Nietzsche-Lesung und zwar stark auf Amerika bezogen (hier müßte nun ein Link zu Rammstein stehen – We’re all living in America, Amerika is wunderbar) . Dort habe die Kampagne gegen das Rauchen (und damit zuallererst gegen die zu Asozialen gestempelten Raucher) die Lust am Rauchen in der Bevölkerung doch merklich gedämpft. Das könnte vordergründig als Erfolg verbucht werden, doch die erhofften Einsparungen, die man durch die Vermeidung von Risikofaktoren erhofft hatte, blieben aus, denn was auf der einen Seite gespart würde, müßte auf der anderen Seite durch die Behandlung von extremem Übergewicht, ja Fettsucht und diesen Krankheiten, die im Gefolge der Anti-Raucher-Maßnahmen exorbitant gestiegen seien, für die Behandlung der davon ausgelösten Krankheiten wie Diabetes etwa auf der anderen Seite wieder draufgelegt werden. Und darum solch ein Theater. Fürwahr eine pseudowissenschaftliche Milchmädchenrechnung, die viel Verdruß macht, aber nur wenig oder gar nichts einbringt.

Zum Schluß noch etwas konkretes. Da doch einige, die auf die Seite kommen , nach lustigen Schildern das Thema Rauchverbot und Raucher betreffend Ausschau halten, möchte ich hier einen Klassiker hier einstellen. ‘Wer den Raucher nicht ehrt …’ hat so etwa die Maße 14×18 cm, ist ein steifes, wetterfestes Schild und kostet 2 Euro. Erschienen in der Edition samasuras staubernte. Dieser Spruch ziert auch das Januar-Blatt der Kalender-Sprüche. Eine Ansicht zum Herunterladen auf der Eo-Seit, siehe Bloggroll. Demnächst weitere Motive wie RAUCHEN KANN TÖDLICH SEIN u. a.

  

(Das Schild ist übrigens nicht grau, sondern in 3 verschiedenen Hintergrundfarben erhältlich; aber das gibt die PDF-Vorlage leider nicht her.)

 

Wer den Raucher nicht ehrt…