Archive for Februar 2008

…Riesige Risiken…

25. Februar 2008

Riesige Risiken

25. 2. 08 Mo

Neues Schild: Riesige Risiken – oder RAUCHEN KANN TÖDLICH SEIN 

Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch mal WordPress ausdrücklich loben, denn die Begleitfietschers (pardon, find ich einfach lustig) zur Webseit sind doch sehr übersichtlich und sehr detailliert. Und eine Sache ist ganz besonders interessant, nämlich die Seite mit den Suchbegriffen – dh. wie die Leute so auf die Seite gekommen sind; die meisten natürlich über RAUCHERCLUB in den unterschiedlichsten Schreibweisen zB. mit p also Clup und dann ebenso mit anderen Wörtern wie Rauchverbot, Gesetz, gründen und Voraussetzungen angereichert, aber daneben nicht ganz so pragmatisch gedacht auch Zusätze wie Raucherverse, Gedichte und Raucherschilder. Ich nehme doch mal stark an, daß alle, die sich im Inet auf die Suche nach Alternativen begeben, nicht allzu begeistert von dieser neuen, sehr unausgewogenen Regelung sind, die das Rauchen fast nur noch unter freiem Himmel oder in Privaträumen erlaubt. Und den meisten mutet dies auch als eine ungerechtfertigte Verteufelung an, denn aus allen Kanälen wird von den Gefahren dieses Lasters gewarnt und im Fernsehen sieht man auch fast keine Zigarette mehr; es werden in Krimis kaum noch Zigaretten angesteckt. Irgendwelche Weißkittel von irgendwelchen staatlichen Instituten warten mit vielstelligen Zahlen auf, die einen exakten und unmittelbaren Zusammenhang suggerieren und zudem noch glauben machen wollen, daß bei erfolgreichen Eindämmung des Rauchens die Kosten im Gesundheitswesen auf vielleicht die Hälfte gesenkt werden könnten. Hauptsache man hat wieder einen Teufel, vor dem man mit aller Entschiedenheit warnen und gegen den man mit entschiedenen staatlichen Gesetzen vorgehen muß … Tja, aber so ist das nun mal, auch wir in diesen aufgeklärten Zeiten brauchen nach wie vor den Teufel und damit das abgrundtief Böse, um uns so richtig wohl zu fühlen und auf der sicheren Seite zu wähnen. Oder wie titelte letztens die Berliner ZITTY – Rauchen macht einsam. Genau dies scheint mir der Sinn der ganzen Übung zu sein; die Raucher, diese elenden Luftverpester, sollen sich als zurückgebliebene, oralfixierte Süchtlinge erkennen, die rücksichtslos ihren Mitmenschen nach der Gesundheit trachten. Und wenn sie dann die Sucht überkommt, sollen sie anstandslos nach draußen gehen. So sieht er also aus, der neue Geßlerhut. Aber so ändern sich die Zeiten – plötzlich ist etwas zu eim Riesenproblem geworden, was über Jahrzehnte nie eins war, während andere Dinge als normal betrachtet werden, die früher als unmöglich oder nicht sehr schicklich galten. In diesem Zusammenhang muß man auch wissen, daß unter Peter dem Großen eine Zeitlang das Rauchen im ganzen Russischen Reich bei Todesstrafe verboten war. Und nicht lange danach machte Friedrich-Wilhelm I., der Soldatenkönig, der übrigens nie einen Krieg geführt hat und eher einfach lebte, sein Tabakskollegium auf. Aus dieser Zeit ist auch bekannt, daß im Petersdom in Rom geraucht werden durfte und zwar während der Messe. So gesehen dürfte es nicht das letzte Wort sein, daß in dieser Sache gesprochen ist. Ein Hoffnungsschimmer kam da vor zwei Wochen wohl aus Rheinland-Pfalz und der Beschluß des Gerichts hatte etwa den Tenor, daß in Abwägung der Interessen das Recht auf Existenz des Wirtes mit einer Einraum-Gaststätte dem NSG gegenüber als höherwertig einzustufen sei. Gut, daß die Juristen auch darauf kommen, aber eigentlich liegt es auf der Hand und gehört in den Bereich des gesunden Menschenverstands. Weil unsere tollen Picker, pardon Politiker nun überein gekommen sind, den Rauchern die Schuld zu geben an den stetig steigenden Gesundheitskosten und wohl am Niedergang allgemein und sie nach und nach mit drastischen Mitteln zum Abschwören zu bewegen, haben sie veranlaßt, das ganze Umfeld des Rauchens mit Warnungen vollzukleistern, wie auf den Zigarettenschachteln – RAUCHEN KANN TÖDLICH SEIN oder RAUCHER STERBEN FRÜHER usw. Ob eine solche Propaganda verfängt ? Glaub ich eher nicht; zu platt und zu plump die Sprüche und die fordertndaher eher zum Widerspruch oder zu einer Parodie heraus. Ob die Raucher wirklich früher sterben, dürfte von Fall zu Fall doch sehr verschieden sein, denn schließlich gibt es einige prominente Raucher, die noch im Greisenalter nicht von der geliebten Fluppe lassen wollen und eher ist das Gegenteil der Fall – die Raucher sterben nicht aus. In diesem Zusammenhang noch ein Schild aus Eos Wort- und Sprücheschmiede, das die den Herstellern aufgezwungene Warnung auf allen Tabakprodukten doch etwas relativiert oder anders gesagt: nicht nur rauchen kann tödlich sein; andere Vorlieben und Gewohnheiten eben auch.. Hier das Schild aus der Edition samasuras staubernte Riesige Risiken … dann doch irgendwie nach oben gerutscht

… die Summe der Laster …

20. Februar 2008

19. 2. 08, Di

Mit eim gewissen Augenzwinkern hörte ich vor langer Zeit einen klugen Mann sagen – Die Summe aller Laster bleibt konstant. Und wahrscheinlich ist es auch so, vielleicht einmal abgesehen von den großen Asketen, jenen Wüstenheiligen aus der Spätantike, dieser lang anhaltenden Dekadenzzeit. Aber selbst die wurden von immer ärgeren Halluzinationen und geilen Anwandlungen geplagt, je ärger sie ihre Askese trieben, so daß man bei den Wüstenheiligen, die sich von Heuschrecken und solchem Geziefer ernährten, gleichsam von wirklich wüsten Heiligen sprechen kann, denn das eine bedingt das andere. Der heilige Antonius mit seinen unheiligen Versuchungen ist ja noch heute dem ein’ oder anderen bekannt. Der animalische Lebenstrieb, der wegen einer fixen Idee ausgetrieben und der Tür verwiesen wird, kehrt durch die Hintertür heimlich wieder zurück. Damals, als ich den Spruch zum ersten Mal hörte, dachte ich auch gleich Askese is Käse, weil in solcher Totalität total gegen die Natur. Auf eine gewisse Zeit aber gewiß nicht von Übel, im Gegenteil. Aber so war es auch mit dieser Haltung der frei gewählten Abstinenz zu anfangs gedacht. In der römischen Spätzeit jedoch neigte man zu ungesunden Übertreibungen, und meinte auf diese Weise ein gar gottgefälliges und gottergebenes Leben zu führen, weil so weit vom Alltag und den profanen Dingen entfernt und enthoben. Solche Anwandlungen und Übertreibungen nehmen auch in unseren Tagen immer mehr zu. Eine Verrücktheit, eine Einseitigkeit und eine monokausale Erklärungsweise und Schuldzuweisung jagt die nächste. Einmal erklärt man der ungesunden Lebensweise den Kampf, dann dem unkorrekten Denken, schließlich der Unvernunft , den Vorurteilen, dem unsolidarischen Verhalten usw. und irgendwann allen diesen Abweichungen zusammen. Aber wie gesagt, die Summe der Laster bleibt (im wesentlichern) konstant. Wer mit dem Rauchen aufhört, sucht für gewöhnlich nach eim Ausweg und nascht; irgendwelche süße Sachen, die sich bald als neue Pfunde bemerkbar machen. So und nicht anders sagte es auch letztens der belesene Arzt am Rande der Nietzsche-Lesung und zwar stark auf Amerika bezogen (hier müßte nun ein Link zu Rammstein stehen – We’re all living in America, Amerika is wunderbar) . Dort habe die Kampagne gegen das Rauchen (und damit zuallererst gegen die zu Asozialen gestempelten Raucher) die Lust am Rauchen in der Bevölkerung doch merklich gedämpft. Das könnte vordergründig als Erfolg verbucht werden, doch die erhofften Einsparungen, die man durch die Vermeidung von Risikofaktoren erhofft hatte, blieben aus, denn was auf der einen Seite gespart würde, müßte auf der anderen Seite durch die Behandlung von extremem Übergewicht, ja Fettsucht und diesen Krankheiten, die im Gefolge der Anti-Raucher-Maßnahmen exorbitant gestiegen seien, für die Behandlung der davon ausgelösten Krankheiten wie Diabetes etwa auf der anderen Seite wieder draufgelegt werden. Und darum solch ein Theater. Fürwahr eine pseudowissenschaftliche Milchmädchenrechnung, die viel Verdruß macht, aber nur wenig oder gar nichts einbringt.

Zum Schluß noch etwas konkretes. Da doch einige, die auf die Seite kommen , nach lustigen Schildern das Thema Rauchverbot und Raucher betreffend Ausschau halten, möchte ich hier einen Klassiker hier einstellen. ‘Wer den Raucher nicht ehrt …’ hat so etwa die Maße 14×18 cm, ist ein steifes, wetterfestes Schild und kostet 2 Euro. Erschienen in der Edition samasuras staubernte. Dieser Spruch ziert auch das Januar-Blatt der Kalender-Sprüche. Eine Ansicht zum Herunterladen auf der Eo-Seit, siehe Bloggroll. Demnächst weitere Motive wie RAUCHEN KANN TÖDLICH SEIN u. a.

  

(Das Schild ist übrigens nicht grau, sondern in 3 verschiedenen Hintergrundfarben erhältlich; aber das gibt die PDF-Vorlage leider nicht her.)

 

Wer den Raucher nicht ehrt…

 

 

 

…Abstinenz üben und zuhause bleiben…

5. Februar 2008

~°°

1. 2. 08 Fr

…Abstinenz üben und zuhause bleiben…

Weil da därf noch geraucht werden. Oder Aktionen, besonders wenn sie unsinnig sind, fordern naturgemäß eine Reaktion oder wie Volksmund sagt Gegenreaktionen heraus bzw. herauf. Keine Wirkung ohne Gegenwirkung; und wenn jetzt qualmfreie Kneipen in sein sollen, verzichte ich lieber auf die Kneipe als auf den Qualm.

Ein Monat ist nun schon rum; habe meine Café- und Kneipenbesuche weitestgehend eingestellt, denn unter solchen Voraussetzungen sag ich erst mal nein und verkneife mir den Aufenthalt an diesen nunmehr ungastlich gewordenen Orten. Sollen die Wirte doch sehen, was sie davon haben, wenn sie sich alsogleich auf die andere Seite schlagen und sich zu beflissenen Exekutivorganen des bevormundenden Staates machen lassen. Ob sie auch dann noch mitspielen, wenn ihnen am Ende gar der Alkoholausschank untersagt wird ? Aber wie gesagt, ein Monat ist um und also dürfte es wohl nicht mehr so lange dauern, bis die ersten Zahlen präsentiert werden. Hat sich das rigide Rauchverbot nun ausgewirkt auf Umsatz und Atmosphäre und wenn ja wie sehr, oder ist nach einer kurzen Phase des Murrens nun wieder die übliche Routine eingekehrt, weil die Leute es brav geschluckt haben und die davon betroffeneen Raucher jetzt notgedrungen die Gaststube verlassen, wenn sie, wie ehedem nur beim Toilettengang , eim dringenden Bedürfnis nachgehen müssen. Der milde Winter spielt dem Gesetzgeber wie auch den Gastronomen in die Hände. Habe bei Sonnenschein schon mehrfach nun viele im Mantel eingehüllt draußen vor den Cafés sitzen sehen. Und großzügigerweise hatte man sogar Ascher auf die Tische gestellt… Und es ist ja nicht so, daß die Menschen von heute auf morgen mit dem Rauchen aufgehört hätten, sie rauchen draußen und vermehrt wenn sie unterwegs sind. Das fällt auf. Das wird man ihnen dann als nächstes zu verleiden suchen. Ich weiß auch schon wie, man schickt Controllettis mit Mützen aus und jede achtlos weckgeworfene Kippe schlägt gleich mit 30 Euro zu Buche. So werden die Deutschen diszipliniert….