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…und das ist gut so…

4. Februar 2009

Berlin, 4. 2. 09

 

 

 

Und, hat Ihnen das Gedicht von Johann Friedrich Riederer gefallen ?  Ist doch ganz pfiffig, oder nicht ? Claro, hat ja auch mit einer Pfeife zu tun. Die Form allerdings, in der es (bis dato) zu lesen ist, das geb ich gerne zu, ist ziemlich grausig grauselig. Tja, ich steh halt mit dieser komischen Softwär hier auf Kriegsfuß, aber wird demnächst in eine angemessene, ja stilechte Form gebracht; versprochen. Doch die Verse selbst sind schön locker und ausnehmend witzig, die Sprache natürlich etwas angestaubt, wie sollte es anders sein, und dabei auf eine Weise kurios, daß es schon wieder originell rüberkommt. Das Gedicht ist aus eim schöngemachten Büchlein mit dem sympathischen Titel TABAKIANA. Außer Gedichten aus vier Jahrhunderten finden sich viele skurile Zeichnungen unser Thema betreffend. Weiterhin hat’s dann noch ein flott geschriebenes Nachwort, in dem auf 12 Seiten eine recht informative Geschichte des Rauchens skizziert wird. Werde bei Gelegenheit noch das ein oder andere Gedicht hieraus im Raucher-Club präsentieren. (Bei der Gelegenheit ein Hinweis an wirklich Interessierte. Von besagtem Büchlein habe ich noch zweidrei Exemplare übrig – in eim tadellosem Zustand Für einen Zehner + VK kann es erstanden werden.) Wenn man sich in die Geschichte des Rauchens vertieft, so fällt auf, daß es über die Jahrhunderte ein ständiges Auf und Ab betreffs der Akzeptanz dieser kulturellen Verhaltensweise gab, die von den einen als ein übles, ja übelriechendes Laster und Nachweis der Verkommenheit geschmäht wurde, während sie von den anderen als ein wirksamer Schlüssel zur Behaglichkeit und spannenden Geselligkeit, oder – wie man in Riederers Zeiten zu sagen pflegte – als eine Panazee, dh. als ein Wundermittel oder Allheilmittel, nahezu vergöttert wurde. Und je nach dem wer von den beiden Gruppen nun in Staat und Gesellschaft etwas zu bestimmen hatte oder besser welche Präferenz gerade dominant war, entschied dann darüber, ob den Rauchern mit Verständnis und Milde oder mit Verboten und Härte begegnet bzw. zugesetzt wurde. Da kann man nur sagen – wie sich die Zeiten ändern. Und noch hinzufügen, daß sie sich wieder ändern werden, scheint gewiß. Dies zumindest lehrt die Geschichte. Die fantasiearmen Technokraten und mit ihnen die fanatisierten Sozialingenieure (Marke Neuer Mensch und Genderscheiß usw.) werden nachhaltig Schiffbruch erleiden, weil ihre Konzepte einfach nicht aufgehen und irgendwann demnächst flächendeckend als Idiologie entlarvt werden. So trudelt ja auch das ominöse Rauchverbot immer mehr in die Bröckel- und Bröselphase. Auch vor Gesetzen, und seien sie noch so gesundheitsaktivistisch und volkspädagogisch motiviert, macht der Zahn der Zeit nicht halt. Und das ist gut so.

Schon irgendwie das Schlußwort, aber eine Sache sei noch nachgeschoben. Wer nicht nur gerne seine Zigarette raucht, Henry Miller mag und in Berlin wohnt… den oder die möcht ich gern auf eine Lesung diesen Freitag im LI-LA Literatur-Laden hinweisen. Näheres hier

Henry Miller – ‚Wendekreis des Krebses‘.

 

 

 

 

 

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…ein irres und aberwitziges Experiment…

4. September 2008

Hatte ehrlich gesagt die ganze Zeit wenig Nerv und erfreulicherweise auch wenig Veranlassung mich hier im Raucherclub rumzutreiben, denn die Zigarette hat geschmeckt, wenn mir danach war; und den ganzen Sommer hatte man mit den imgrunde albernen Einschränkungen wegen Rauchverbot zum Glück nur wenig zu tun. Draußen ist es bei milden Temperaturen eh schöner als drinnen. Zudem gab das Urteil einen gewissen Auftrieb, da die Richter fürs erste das Existenz- und Eigentumsrecht des Wirtes höher bewerteten als einen wissenschaftlich verbrämten, jedoch durch und durch fadenscheinigen umfassend zu ‚gewährleistenden‘ Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, den es durchzusetzen gälte. Nach dieser Logik könnte man auch allen Fernfahrern auf ihren monotonen Fernfahrten per Gesetz das Rauchen verbieten. Aber die solche Gesetze machen, kümmern sich einen feuchten Kehrricht darum, wie sich das dann für die Betroffenen anfühlt. Bei langen Strecken ist mancher mit Zigarette sicher konzentrierter als ohne. Manches, wenn nicht gar vieles, was heute abläuft, ist wie ein böser Traum, bei dem man irgendwann aufwacht mit der beklemmenden Vorstellung, dies alles hier ist ein irres und aberwitziges Experiment und wir sind dabei die Versuchskaninchen… Aber diese Befürchtungen sind längst nicht von der Hand zu weisen. Bei dem Tempo, mit dem sich alles dreht und immer schneller dreht, kann einiges geschehen, vor allem an Unerwartetem und an wenig behaglichen Entwicklungen, die damm schnell um sich greifen können. Wer sich in Geschichte auskennt und in der Geschichte umkuckt, sieht gleich, daß es nicht beständig friedlich in derselben zugegangen ist und daß nach einer Periode der Stabilität und des Friedens immer früher oder später etwas gegenläufiges kommt, das durch anhaltende Dekadenz und idiologische Blindheit bedingt und gefördert mehr und mehr um sich greift und irgendwann höchst unfriedlich wird. Und vor diesem Hintergrund legen sich unsere Politiker für das Rauchverbot ins Zeug, verlangen sogar jetzt die nicht allein bei Kindern geliebten Überraschungseier zu verbieten oder möchten eine andere Kennzeichnung der Automobile, eben die Stadt oder den Kreis nicht mehr als knappe Buchstabenfolge kenntlich zu machen, damit sich niemand wegen seines Kennzeichens herabgesetzt und diskriminiert fühlen muß. Ein Offenbacher, der vor einem herfährt, muß sich schon gefallen lassen, egal ob sein Fahrstil das hergibt oder nicht, daß man das Kennzeichen OF mit eim gewissen Behagen als eben Ohne Führerschein übersetzt. Schon irgendwie ein Gipfel der Traumtänzerei und fast der oberste Wert in dieser wertelosen und von nicht wenigen als wertlos empfundenen Zeit ist dieser Ansatz nämlich allüberall Gerechtigkeit herstellen und jede Art von Diskriminierung abschaffen zu vollen. Dabei ist die Natur ganz anders gestríckt, denn sie ist auf Unterschiede aus und alles anders als gerecht. Daher spielt auch der Faktor Konkurrenz so eine große Rolle, aber bei diesem ewigen Spiel sind die Bewerber alles andere als mit gleichen Fähigkeiten, Begabungen usw. ausgestattet. Am Ende noch ein Hinweis in eigener Sache wie auch ein Bezug zum Thema. Am Freitag um 20.15 Uhr im LI-LA Literatur-Laden eine interessante Hesse-Lesung mit dem Titel Das erste Abenteuer mit frühen Geschichten und Gedichten. Ausführlicher auf der eoscheinder Webseit beschrieben, aber aus der Titelgeschichte zum Abschluß nun dieser Satz, der jedem Raucher aus der Seele sprechen dürfte.

 

 

Nach der Mahlzeit wurden uns die Weingläser in den Salon gebracht, und als mir eine feine Zigarre geboten und zu meinem Erstaunen an einer rot und goldenen Kerze angezündet war, stieg mein Wohlsein bis zur Behaglichkeit. 

…starke Raucher…

4. Juni 2008

 

4. 6. 08 Mi

Daß wir in aberwitzigen Zeiten leben, habe ich sicher schon gesagt; und wenn nicht hier dann eben in eos-o-ton. Die Absurditäten nehmen zu und der gesunde Menschenverstand oder besser die eigene unverstellte Wahrnehmung geraten immer mehr ins Hintertreffen. Wer noch selbst und auf höchst eigene Art denkt, sieht sich heutzutage leicht seltsamen Vorwürfen ausgesetzt, etwa daß er gewisse Vorurteile hege und nicht flexibel genug sei, dafür engstirnig, eben nicht progressiv sondern womöglich reaktionär oder oh Schreck oh Graus gar rechts sein könnte – nur weil er nicht jeden Blödsinn des Zeitgeists alsbald mitmacht und nachplappert wie diese SF-mäßige Kampagne, die seit Jahren schon den ganzen Westen heimsucht und hier ja auch Thema ist. Unter dem Deckmäntelchen des vorgeblichen Schutzes bzw. umfassender Schutzgesetze bezüglich bestimmter Gruppen und Völkerschaften versuchen die Sozialingenieure aufs neue das ganze Land unter ihre Kontrolle zu bringen und die Bewohner dieses Landes nach ihren hochwissenschaftlichen Konzepten und Plänen für die neue weltumfassende Gesellschaft schrittweise umzuformen dh. mittels Gesetzen und Sanktionen immer stärker zu pädagogisieren. Es riecht verdammt nach Erziehungsdiktatur, in die wir so nach und nach abzugleiten drohen, bevor dann etwas ganz anderes kommen dürfte. Aber das steht auf eim andern Blatt. Nun, die Zukunft wird jedenfalls heiß, aber das muß die Raucher nicht sonderlich schrecken. Denn die Spezies des Homo fumans hat seit jeher überdurchschnittlich viele mutige, wenn nicht tollkühne, besonders kommunikative wie auch sehr kreative Menschen in ihren Reihen gezählt wenn nicht hervorgebracht. Von daher ist ein bedachter und ausgeglichener Raucher in kritischen Situationen eim hektischen und ständig vernünftelnden Nichtraucher durchaus vorzuziehen. Damit das nicht bloß ein (eventuell provozierender) Sprch bleibt, will ich gern das zuvor Gesagte durch ein Beispiel aus der deutschen Literatur illustrieren. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein kaltblütiger Kerl, der auch in einer äußerst angespannten Situation auf sein Pfeifchen nicht verzichten will …

Sie stammt von Heinrich von Kleist und ist die erste aus der neuen Reihe Starke Raucher.

 

 
 

 

 

Heinrich von Kleist

Anekdote aus dem letzten preußischen Kriege
 

 

In einem bei Jena liegenden Dorf, erzählte mir, auf einer Reise nach Frankfurt, der Gastwirt, daß sich mehrere Stunden nach der Schlacht, um die Zeit, da das Dorf schon ganz von der Armee des Prinzen von Hohenlohe verlassen und von Franzosen, die es für besetzt gehalten, umringt gewesen wäre, ein einzelner preußischer Reiter darin gezeigt hätte; und versicherte mir, daß wenn alle Soldaten, die an diesem Tage mitgefochten, so tapfer gewesen wären, wie dieser, die Franzosen hätten geschlagen werden müssen, wären sie auch noch dreimal stärker gewesen, als sie in der Tat waren. Dieser Kerl, sprach der Wirt, sprengte, ganz von Staub bedeckt, vor meinen Gasthof, und rief: »Herr Wirt!« und da ich frage: was gibts? »ein Glas Branntewein!« antwortet er, indem er sein Schwert in die Scheide wirft: »mich dürstet.« Gott im Himmel! sag ich: will er machen, Freund, daß er wegkömmt? Die Franzosen sind ja dicht vor dem Dorf! »Ei, was!« spricht er, indem er dem Pferde den Zügel über den Hals legt. »Ich habe den ganzen Tag nichts genossen!« Nun er ist, glaub ich, vom Satan besessen –! He! Liese! rief ich, und schaff ihm eine Flasche Danziger herbei, und sage: da! und will ihm die ganze Flasche in die Hand drücken, damit er nur reite. »Ach, was!« spricht er, indem er die Flasche wegstößt, und sich den Hut abnimmt: »wo soll ich mit dem Quark hin?« Und: »schenk er ein!« spricht er, indem er sich den Schweiß von der Stirn abtrocknet: »denn ich habe keine Zeit!« Nun er ist ein Kind des Todes, sag ich. Da! sag ich, und schenk ihm ein; da! trink er und reit er! Wohl mags ihm bekommen: »Noch eins!« spricht der Kerl; während die Schüsse schon von allen Seiten ins Dorf prasseln. Ich sage: noch eins? Plagt ihn –! »Noch eins!« spricht er, und streckt mir das Glas hin – »Und gut gemessen«, spricht er, indem er sich den Bart wischte und sich vom Pferde herab schneuzt: »denn es wird bar bezahlt!« Ei, mein Seel, so wollt ich doch, daß ihn –! Da! sag ich, und schenk ihm noch, wie er verlangt, ein zweites, und schenk ihm, da er getrunken, noch ein drittes ein, und frage: ist er nun zufrieden? »Ach!« – schüttelt sich der Kerl. »Der Schnaps ist gut! – Na!« spricht er, und setzt sich den Hut auf: »was bin ich schuldig?« Nichts! nichts! versetz ich. Pack er sich, ins Teufelsnamen; die Franzosen ziehen augenblicklich ins Dorf! »Na!« sagt er, indem er in seinen Stiefel greift: »so solls ihm Gott lohnen«, und holt, aus dem Stiefel, einen Pfeifenstummel hervor, und spricht, nachdem er den Kopf ausgeblasen: »schaff er mir Feuer!« Feuer? sag ich: plagt ihn –? »Feuer, ja!« spricht er: »denn ich will mir eine Pfeife Tabak anmachen.« Ei, den Kerl reiten Legionen –! He, Liese, ruf ich das Mädchen! und während der Kerl sich die Pfeife stopft, schafft das Mensch ihm Feuer. »Na!« sagt der Kerl, die Pfeife, die er sich angeschmaucht, im Maul: »nun sollen doch die Franzosen die Schwerenot kriegen!« Und damit, indem er sich den Hut in die Augen drückt, und zum Zügel greift, wendet er das Pferd und zieht von Leder. Ein Mordkerl! sag ich; ein verfluchter, verwetterter Galgenstrick! Will er sich ins Henkers Namen scheren, wo er hingehört? Drei Chasseurs – sieht er nicht? halten ja schon vor dem Tor? »Ei was!« spricht er, indem er ausspuckt; und faßt die drei Kerls blitzend ins Auge. »Wenn ihrer zehen wären, ich fürcht mich nicht.« Und in dem Augenblick reiten auch die drei Franzosen schon ins Dorf. »Bassa Manelka!« ruft der Kerl, und gibt seinem Pferde die Sporen und sprengt auf sie ein; sprengt, so wahr Gott lebt, auf sie ein, und greift sie, als ob er das ganze Hohenlohische Korps hinter sich hätte, an; dergestalt, daß, da die Chasseurs, ungewiß, ob nicht noch mehr Deutsche im Dorf sein mögen, einen Augenblick, wider ihre Gewohnheit, stutzen, er, mein Seel, ehe man noch eine Hand umkehrt, alle drei vom Sattel haut, die Pferde, die auf dem Platz herumlaufen, aufgreift, damit bei mir vorbeisprengt, und: »Bassa Teremtetem!« ruft, und: »Sieht er wohl, Herr Wirt?« und »Adies!« und »auf Wiedersehn!« und: »hoho! hoho! hoho!« – – So einen Kerl, sprach der Wirt, habe ich zeit meines Lebens nicht gesehen.

 Am Ende sei mir noch ein kleiner Hinweis gestattet, eine interessante Lesung im LI-LA Literatur-Laden betreffend, in der eine Figur von ähnlichem Kaliber die Hauptperson ist. das Rauchen ist zwar nicht gerade Thema bei dieser Lesung, aber das ein oder andere Pfeifchen stecken sich die Protagonisten dann doch an.

 

 

 

Nach den doch mehr umfassenden wie auch tiefsinnigen Gedanken der letzten Lesung möchte ich nun in eine ganz andere Kiste greifen und einen wirklich komischen Text mit witzigen Szenen und vielen drastisch-drolligen Bildern präsentieren, der einen schon beim stummen Lesen für sich immer wieder zu Heiterkeitsausbrüchen animiert. Zugegeben eine ziemlich alte Geschichte, genauer ein Schelmenroman, der schon mehr als 300 Jahre auf dem Buckel hat und dennoch trotz (oder wegen) der ungewohnten barocken Ausdrucksweise sehr zum Lachen reizt. Sprache und Szenen sind derb-sinnlich gehalten und es gibt komische und skurile Situationen zuhauf
Im Mittelpunkt dieses kleinen Romans von Johann Beer steht ein ziemlich heruntergekommener Landadeliger, ein Freigeist dazu, der ganz seinen Launen nachgeht oder wie man damals sagte seine Grillen pflegt und sich einen Teufel um die Meinung seiner Standesgenossen schert. Und der obendrein ein lockeres Mundwerk hat und für manchen Spaß zu haben ist. Genannt wird er der faule Lorenz hinter der Wiesen, weil er am liebsten faul hinterm warmen Ofen liegt… Ein echter Spaß und eine kleine Zeitreise dazu. Aus diesem ungemein komischen Roman hören Sie die interessantesten Kapitel. Ich glaub, ich versprech nicht zuviel, in der nächsten Lesung ist also Lachen angesagt.
Am Freitag den 6. Juni 08 um 20 Uhr im LI-LA Literatur-Laden in Berlin-Charlottenburg – Wilmersdorfer Str. 9

Eine barocke Lesung mit den vergnüglichsten Ausschnitten aus

Johann Beer – ‚Das Narrenspital‘

 

Haben Sie Lust etwas ‚Neues‘ zu entdecken und dabei mal wieder aus vollem Herzen abzulachen ? Eo Scheinder liest aus dem derb-sinnlichen Roman von Johann Beer – eim Musterbeispiel quietschlebendiger Barockliteratur. Doch keine Angst, die Sprache wirkt nicht sonderlich verstaubt, mögen auch manche Ausdrücke und Redewendungen altertu:mlich anmuten; denn im Gegenzug wird sehr viel an Witz und Komik geboten, daß es eine wahre Freude ist und alles in überaus drolligen und drastischen Bildern – eine höchst vergnügliche Zeitreise in die Welt des Barock. Erfrischend komisch.

 

 

 

   

 

‚Wer den Raucher nicht ehrt …‘

7. Januar 2008

Da meine nächste Lesung voll und ganz auf das Bloggthema zugeschnitten ist, möchte ich nicht versäumen, die ausführliche Einladung, die an alle Freunde und Förderer geht, hier im Raucher-Club einzustellen.

LI-LA
Der Literatur-Laden
http://www.eoscheinder.de

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Liebe Freunde,liebe Leser des Apho-Briefs von Eo,das unsägliche Gesetz zum sogenannten Nichtraucherschutz ist nun auch in Berlin in Kraft getreten und es mutet an wie eine unverhohlene Kampfansage an die Raucher. Denn man will sie, sofern sie auch weiterhin von Zeit zu Zeit zur Zigarette greifen und Rauch absondern, in geschlossenen Räumen nicht mehr dulden. Vor allem nicht an den Orten, wo sie sich bislang besonders heimisch fühlten; nämlich in Cafés und Kneipen. Sie werden also vor die Wahl gestellt und das heißt lapidar entweder man fügt sich und beschließt zukünftig enthaltsam zu leben oder man wird seiner angestammten Heimat beraubt. Ob da der Gesetzgeber in typisch deutscher Gründlichkeit und neuem deutschen Rigorismus nicht doch ein gutes Stückweit über das Ziel hineingeschossen ist ? So zumindest der Eindruck, der sich ergibt, wenn ich im Bekanntenkreis und auf der Straße die Menschen dazu sprechen höre. Und nicht nur Raucher reden so, ebenfalls immer mehr Nichtraucher. Dabei gibt es in anderen Ländern wie in Spanien und Portugal moderatere Lösungen, die dem Wirt je nach Größe des Lokals die Wahl lassen, ob er das Rauchen zuläßt oder verbietet. Als persönlich Betroffener dieser systematischen Ausgrenzung und neuen Form von Diskriminierung habe ich mit Jahresbeginn einen neuen Blogg zum Thema begonnen, für den ich mir viel Beteiligung wünsche; übrigens, über eventuelle Verlinkungen und Empfehlungen würd ich mich freuen. Man sollte sich von Politikern nicht alles bieten lassen, vor allem dann, wenn sie grottenschlechte Politik machen. Dann ist es höchste Zeit, daß mehr aufgeweckte Zeitgenossen politisch werden. Damit sei nun der Bogen zur nächsten Lesung geschlagen, die ganz dem Rauchgenuß, der Raucherlust und dem Raucherfrust gewidmet ist. Die Lesung ist bis auf einige neue eigene Stücke eine Wiederholung des Stimmen zu eim geliebten Laster aus annähernd 400 Jahren.Am Samstag den 12. 1. 08 um 20.15 Uhr

im LI-LA Literatur-Laden

in Berlin-Charlottenburg – Wilmersdorfer Str. 9

Wer den Raucher nicht ehrt,

ist der Tabaksteuer nicht wert.’*

Aus aktuellem Anlaß dh. wegen des Inkrafttretens des sogenannten NRSG (= Nichtraucherschutzgesetz) diesmal ein heiteres Programm zum Thema Rauchen und Genuß, das allerlei Stimmen von prominenten Fürsprechern aus der Literatur und der Geistesgeschichte versammelt; inklusive einiger geharnischter Gegenstimmen.Ein brisantes Thema also, das schon seit Anbeginn, als der Tabak in Europa heimisch wurde, für heftigen Streit sorgt(e). Eo Scheinder liest einen unterhaltsamen Querschnitt aus vier Jahrhunderten – u. a. einige höchst vergnügliche Passagen eines einschlägigen Büchleins von 1715 mit dem hübschen Titel ‚Auserlesene Ergötzlichkeiten vom TABAC ‘ von Heinrich Ernst Kestner. Außerdem viele heitere Gedichte und Verse – von Friedrich von Logau bis Joachim Ringelnatz. Und auch von Jowo Goethe, der ein leidenschaftlicher Gegner allen Tabaksqualms war, wird es neben einigen kurzen Gedichten außerdem die wüste, ausgesprochen derbe Polemik Wider die Schmauchlümmel geben.

* Den Spruch kann man als Schild (neben weiteren witzigen Motiven) im LI-LA Literatur-Laden zum Preis von 1,50 Euro erwerben.Sie und Ihre Freunde sind herzlich eingeladen.

Eintritt: 4 Euro,

erm. : 3 Euro.

Kartenvorbestellung:

Email: autor@eoscheinder.de

oder Tel. 030 / 344 45 59

Nächste Lesung voraussichtlich in drei Wochen; Thema wird wieder einmal Nietzsche – ‘Menschliches, Allzumenschliches’ sein

herzliche Grüße

Ihr

Eo Scheinder

PS: Wer Interesse am Formulieren und Fabulieren hat; dem sei der Schreibkurs KREATIVES SCHREIBEN hier im LI-LA Literatur-Laden empfohlen, der Mitte Februar wieder neu beginnen wird.