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… Raubrittermethoden …

31. Oktober 2010

Schild, 10 x 15 cm, gibt's bei Eo im LI-LA Literatur-Laden - www.eoscheinder.de

Berlin
31. 10. 2010

So schofelig können auch nur Politiker sein. Ihr Umgang mit den Rauchern macht es offenkundig. Wie maßlos haben sie sich doch auf den Raucher eingeschossen !  Die Räume immer enger machen, lautet die Devise.

Erst zeigen sie ihm die rote Karte, schimpfen ihn Luftverpester und Gesundheitsgefährder und weisen ihn dahero systematisch vor die Tür; und als ob das nicht genug wäre,  wollen sie nun von ihm für ihre rigiden Liebesbezeugungen auch noch ein Extra-Salär einfordern, prosaisch gesprochen also die Tabaksteuer erhöhen. Und das nicht einmal sondern in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten, damit die Raucher endlich begreifen, daß sie da eim teuren Hobby frönen. Von Jahr zu Jahr eine Zigarette weniger in der Schachtel, so in etwa der Plan, damit es nicht gar so auffällt. Aber beim Feinschnitt und den billigeren Selbststopf-Varianten darf’s auch ruhig ein wenig mehr an Steuerzuschlag sein.

Der Kampf gegen die Raucher geht munter weiter – man bedient sich dazu der Gesetzesmaschinerie und wie jetzt wieder zu sehen der gezielten Abschröpfmethode. Es reicht ihnen nicht, die Raucher zu diskriminieren und sie in diesen Tagen nun wieder frieren zu sehen, nein, sie sollen auch Jahr für Jahr tiefer in die Tasche greifen.

Wie hoch ist denn derzeit der Steueranteil bei einer Zigarette ?  80 % oder gar darüber ? Keine schlechte Schätzung – habe gerade ein klein wenig gegugelt und bin reichlich fündig geworden.

Wenn ma sich nur mal die Zahlen in ihren Relationen zu Gemüte führt, kann man eigentlich nur noch den Kopf schütteln, denn das sind die reinsten Raubrittermethoden. Das gewünschte Produkt darf nur dann verkonsumiert werden, wenn der Verb-Raucher bereit ist einen künstlich um das Vierfache erhöhten  Preis zu bezahlen, der dann als einbehaltene Steuer direkt an die Raubr.. äh in die Staatskasse fließt.

Die Instanz, die imgrunde so gar nichts mit der ganzen Sache zu tun hat, nämlich einerseits mit dem Bedürfnis des Konsumenten und andererseits dem Angebot des Produzenten, und auch sonst nichts zu der Sache hinzutut, sichert sich den Löwenanteil und meint mittlerweile die beiden praktisch allein an dem Deal Beteiligten fortwährend zu gängeln und beschimpfen zu können.

Wenn das nicht dreist ist – und schofelig dazu !  Da bin ich versucht an einen Uralt-Artikel aus der Anfangsphase  hier im Raucher-Club zu erinnern. Schild  siehe oben (kann bestellt werden). Der Beitrag dazu findet sich auf der Stichwortleiste. Der Spruch war auch mal der Januar-Kalenderspruch der Kalender-Sprüche 2008.)

Hier noch kurz und knapp die Recherche-Ergebnisse.

Wikipedia :
2006 machte der Steueranteil knapp 75 Prozent des Preises einer Packung Zigaretten aus. Damit sind Zigaretten neben Benzin das mit Abstand am höchsten besteuerte Produkt.

Und bei rauchfrei findet sich dies:
Ein Raucher, der durchschnittlich 20 Zigaretten am Tag raucht, mußte 2004 rund 1390 Euro statt 1217 Euro in 2003 für seine Glimmstängel ausgeben. Ab 2005 waren es 1478 Euro und ab September 2005 sogar 1622 Euro. Im Jahr 2003 gingen über 77 Prozent des Zigarettenpreises direkt an den Fiskus.

Die aktuellen Nachrichten dieser Tage klangen etwa so:

Zigaretten sollen in den nächsten fünf Jahren durch höhere Steuern um bis zu 40 Cent teurer werden. Bis 2015 könnten die Steuern für eine Packung mit 19 Zigaretten voraussichtlich jährlich um vier bis acht Cent steigen. Das geht aus einem Konzept des Bundesfinanzministeriums hervor.
Bei losem Tabak (Feinschnitt) will der Fiskus noch härter zugreifen, was Raucher selbstgedrehter Zigaretten trifft: Bei einer 40-Gramm-Packung sind es pro Jahr etwa zwölf bis 14 Cent – insgesamt also ein Steueraufschlag von bis zu 70 Cent. Das Fünf-Stufen-Modell soll zum 1. Mai 2011 in Kraft treten.

Darüber, daß es auch schon einmal vor langerlanger Zeit auch mal eine veritable Tabaksteuersenkung gab, davon valleicht ein anderes Mal.

Zu eim andern Spruch und eim weniger profanen Text geht es hier.

 

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