Archive for the ‘Erziehungsdiktatur’ Category

… nicht ‘vergessen‘, sondern weckgedrückt !!!

31. Januar 2012

Berlin, 31. 1. 2012 – Di

  Wenn ma sieht,
wie jetzt der Alte Fritz aus Anlaß seines 300. Geburtstags gefeiert wird – zu Recht natürlich, wie ich finde, habe zum großen Preußenkönig ja auch paar Zeilen in den andern Blogg gesetzt – fragt man sich schon, wieso von eim anderen, noch runderen Jubläum so gar keine Notiz genommen wurde, wie im letzten Artikel breit aufgespießt wurde.

Schlichtweck vergessen
scheidet als Möglichkeit von vornherein aus, da die Medienleute ihre weit zurückreichenden Tages- und Jahreskalender mit allen möglichen historischen Daten haben wie auch reichlich davon Gebrauch machen.

Wahrscheinlicher sind da eher
zwei Gründe, die eng miteinander zusammenhängen, nämlich zum einen ‘vergessen’ und übersehen im Sinne von weckgedrückt, weil es der neuen Bevormundungsmafia so gar nicht in den Kram paßte und zum anderen vor allem deswegen, damit die Menschen und insbesondere die Raucher von diesem denkwürdigen Datum bloß nichts erfahren und die große Leidenschaft des Tabakrauchens damit keine Bühne erhält und im Gang durch fünf Jahrhunderte in ihrer Wirkung auf das Behagen und die Geselligkeit keine positive Darstellung erfährt und erst recht in ihrer Bedeutung für Künstler und Literaten und andere kreative Leute, wie hier vereinzelt vorgestellt, gewürdigt wird.

Was die Leute nicht erfahren sollen,
das erfahren sie auch nicht, zumindest nicht in einer dem Ereignis angemessenen und würdigen Form wie sonst bei jedem Pups in dem linkslastigen Jubiläumszirkus.

Nun, das, was die Medien verpaßt
oder besser mit Bedacht übergangen haben, also die Würdigung des Tabaks als eines Kulturguts, kann ich mit meinen bescheidenen Mitteln natürlich nicht nachliefern, aber immerhin darauf hinweisen und einen interessanten Abriß aus eim alten Lexikon in Form einer Chronologie hier einstellen.

Übrigens, hätte ohne den Tabak
die Weltgeschichte einen ganz anderen Verlauf nehmen können – man denke nur einmal an die silberne Schnupftabaksdose, die einmal dem Alten Fritzen so wundersam das Leben gerettet hat.

Hier nun ein längeres Zitat aus dem alten Meyer:

Über das Alter des Tabakrauchens in China, wo man Nicotiana chinensis benutzt, ist nichts Sicheres bekannt. Nach Europa gelangte die erste Nachricht vom T. durch Kolumbus, der 1492 die Eingebornen von Guanahani zylinderförmige Rollen von Tabakblättern, mit einem Maisblatt umwickelt, rauchen sah. Fra Romano Pane, den Kolumbus auf Haïti zurückgelassen hatte, machte 1496 Mitteilungen über die Tabakpflanze an Petrus Martyr, und durch diesen gelangte dieselbe 1511 nach Europa.

Die Eingebornen auf Haïti rauchten den T. als zusammengerollte Blätter oder zerschnitten aus langen Röhren. Diese, nach andern die Maisblattrollen, sollen Tabacos geheißen haben, nach andern soll der Name T. von der Insel Tobago oder von der Provinz Tabasco in Mittelamerika herrühren. Eine genaue Beschreibung der Pflanze gab 1525 Gonzalo Hernandez de Oviedo y Valdes, Statthalter von San Domingo. Später pries der spanische Arzt und Botaniker Nicolas Menardes in seinem 1571 zu Sevilla erschienenen Buch über Westindien den T. als Heilpflanze, und nun ward dieser als Arznei- und Wunderkraut kultiviert. So auch von Jean Nicot, französischem Gesandten in Portugal, der 1560 Tabaksamen nach Paris schickte; ihm zu Ehren benannte Linné die Gattung.

Nach Deutschland kamen die ersten Tabakpflanzen 1565 aus Frankreich durch Occo in Augsburg. Das Tabakschnupfen wurde in Frankreich unter Franz II. üblich, zu Sevilla in Spanien entstand gleichzeitig eine Schnupftabakfabrik, die den Spaniol lieferte. 1636 führten spanische Geistliche das Schnupfen in Rom ein, gegen das Urban VIII. eine Bulle erließ, die erst 1724 wieder aufgehoben wurde. 1657 gab Venedig Fabrikation und Verschleiß des Schnupftabaks[271] in Pacht.

Das Tabakrauchen wurde um die Mitte des 16. Jahrh. aus Westindien nach Spanien durch spanische Matrosen und 1586 aus Virginia durch englische Kolonisten nach England eingeführt. In Nordamerika scheint das Rauchen ebenfalls seit uralter Zeit gebräuchlich gewesen zu sein; bei den Indianern galt es als ein der Sonne und dem großen Geist gebrachtes Opfer; als Raleigh Virginia entdeckte, war der Tabakbau bei den dortigen Eingebornen ganz allgemein verbreitet.

Gegen Ende des 16. Jahrh. war das Rauchen in Spanien, Portugal, England, Holland, 1605 auch in Konstantinopel, Ägypten und Indien bekannt, und weltliche und geistliche Mächte eiferten vergebens gegen die weitere Verbreitung desselben. 1622 brachten englische und holländische Truppen das Tabakrauchen nach dem Rhein und Main, von wo es durch den Dreißigjährigen Krieg bald in andre Teile Deutschlands gelangte. Staat und Kirche suchten das neue Luxus- und Genußmittel zu bekämpfen, und die Moralisten predigten gegen den »höllischen Rauch«. In Rußland wurden den Rauchern noch 1634 die Nasen abgeschnitten.

Jakob I. von England belegte zuerst den Tabakhandel mit hohen Steuern. 1616 wurde der erste T. in Holland gebaut, wenig später in England, 1620 im Elsaß, 1625 in Lothringen, seit Mitte des 17. Jahrh. in Deutschland, und zwar zuerst im Elsaß und in Baden; die in den Kriegen Ludwigs XIV. vertriebenen Pfälzer verpflanzten den Tabakbau nach Thüringen, Sachsen, Brandenburg. Die Regierungen erblickten fortan im T. eine ergiebige Finanzquelle und belegten den Verbrauch mit hohen Steuern. Schnupfen und Kauen des Tabaks sind europäische Erfindungen.

Da man sich anfangs scheute, öffentlich zu rauchen, so entstanden in Frankreich, zunächst in Paris, besondere Lokale, die Tabagies, für die Freunde des Tabaks, und in Deutschland wurde dieser Name bis zur Mitte des 19. Jahrh. ganz allgemein für öffentliche Lokale gebraucht. Bis 1848 war das Rauchen auf den Straßen in den meisten Ländern Europas verboten.

Die ersten Rauch- und Schnupftabakfabriken in Deutschland entstanden in der ersten Hälfte des 18. Jahrh., die ersten Zigarrenfabriken in Hamburg und Bremen gegen Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrh. Bremen besaß 1851 bereits 281 Fabriken mit 5300 Arbeitern. In Sachsen entstand die erste Zigarrenfabrik 1825, in Baden in der ersten Hälfte der 1840er Jahre. Als 1852–54 Braunschweig und Hannover dem Zollverein beitraten, wurden die hanseatischen Fabriken in das Zollinland verlegt und in Hamburg und Bremen nur noch die besten Sorten hergestellt. Seit Mitte der 1860er Jahre wurden die Fabriken mehr und mehr aus den großen Städten auf das Land und in die kleinen Städte verlegt. 

Sehr informativ und sehr aufschlußreich,
aber davon das ganze Jahr 2011 kein Sterbenswörtchen in den sogenannten deutschen Qualitätsmedien. Fällt solch ein Datum denn nicht unter Informationspflicht gemäß des öffentlichen Auftrags ?

Aber egal.
Habe mir längst angewöhnt bei so manchen komischen dh. umstrittenen Themen dorten Rat und Belehrung zu holen, wenn ich mit den Darlegungen der Heutigen über gewisse Fragen und Sachverhalte nicht so recht zufrieden bin; wie zB. einmal in Sachen Maultiere und Maulesel, diesen seltsamen, höchst unterschiedlichen Pferd-Esel-Kreuzungen.

Bei der Gelegenheit möchte ich auch gern
allen Lesern meinen dynamischen Entwurf in den Farben schwarz-rot-gold vorstellen, der jedem auf Anhieb den Eindruck vermitteln kann, daß diese Farbkombination erstens ziemlich symbolisch aufgeladen ist und zweitens daher auch nicht fade und langweilig ist.

Aber nur, wenn ma weiß,
wofür die Farben stehen. Insofern ist es dieselbe Sache wie bei eim Individuum oder bei eim Volk. Nur wenn man sich selbst vergewissert und auch weiß, für was ma steht, kann man ohne Verbiegungen und Korrumpierungen seim eigentlichen Wesen gemäß sich entfalten.

Da die Medien,
soweit ich mich um Kontakt bemüht habe, von diesem Entwurf schwarz-rot-gold = vulkanische Farben keine Notiz nehmen wollen und es auch keiner Notiz für wert befinden, muß ich die Sache halt in den Raucher-Club stellen.

schwarz-rot-gold = vulkanisch

Gibt’s auch als schönen, kleinen Aufkleber,
(selbstverständlich ohne darübergelegtes Andreaskreuz) und ebenso nur als Flagge ohne Text drumherum,  mit dem man so einiges wie Auto, Netbook, Tasche usw. schmücken kann. Dezent auf diese Weise Flagge zeigen und nach außen nonverbal zu erkennen geben, daß man einen positiven Bezug zum eigenen Land und damit  zum Eigenen hat.

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… ein wirklich großes Jubiläum – vergessen ?!

31. Dezember 2011

Schon komisch, oder ?

Berlin, 30. 12. 11 – Fr

Kurz bevor das Jahr 2011
zu Ende geht, hätte ich hier im Raucher-Club noch ein gutes Schmankerl anzubieten, das Hauptthema betreffend, also das Rauchen.

Und zwar handelt es sich dabei
um ein fürwahr historisches Ereignis, das keinesfalls vergessen werden sollte und stattdessen eigentlich groß hätte gefeiert und erinnert werden müssen, sintemal es ja die Voraussetzung dafür ist, um der bzw. unserer (derzeit so sehr als Laster verschrieenen) Leidenschaft, die hier Thema ist, überhaupt frönen zu können.

Nun, um was geht es ?
Um ein wirklich großes Jubiläum, und das meint um nicht weniger als ein 500jähriges. Nur seltsam, daß daran nicht erinnert wurde – mit keim Sterbenswörtchen; und überaus seltsam ist, daß die ansonsten so jubiläenversessenen Medien gerade darüber so stillschweigend hinweckgegangen sind. Kann man so sagen, jetzt wo das Jahr praktisch rum ist.

Ob auch da möglicherweise eine Anweisung
von ganz oben vorlag , wie man in diesen Tagen öfters zu hören kriegt ? Aber nicht allein die Presse und Museumsleute und Erinnerungsvermarkter hielten sich merkwürdig bedeckt, auch die Branche selbst unternahm keinerlei Anstalten, um anläßlich dieses Jubiläums eine großangelegte Imagekampagne zu starten.

Auf diesbezüglichen Seiten
war nichts dergleichen zu finden und auch ein Versuch meinerseits, also via Raucherclub, mit einigen Geschäftsträgern und Interessenvertretern aus der Tabakbranche in Kontakt zu kommen und konkrete Vorschläge zu machen, stieß leider auf taube Ohren. Der Deutsche Zigarettenverband ließ mir erst gar keine Antwort zukommen.

Anscheinend backen die inzwischen
ziemlich kleine Brötchen, ihrem defensiven und wenig selbstbewußten Slogän – Genuß braucht Verantwortung – nach zu schließen.

Irgendwie hat es den Anschein,
als trauten die sich nicht mehr viel, so daß ma meinen könnte, da seien auch nur noch Leisetreter an den entscheidenden Stellen positioniert.

Vor soviel Jahren, eher wohl Jahrzehnten,
waren sie noch mutiger und kesser, denn damals plakatierten sie attraktive Raucher und Raucherinnen im Großformat und das mit dem Bekenntnis versehen – Ich rauche gern.

Aber heute ziehen sie nur
den Schwanz ein. Oder wie anders ist es zu erklären, daß die Tabakindustrie tuttiquanti ein solch rundes Jubiläum gänzlich unerwähnt läßt und nicht als willkommene Werbung für ihr Produkt selbstbewußt herausstellt ? So hätte man in überzeugender Weise die gesamten kulturhistorischen Wirkungen und Ausstrahlungen des Tabaks auf dessen vielfach kreative Konsumenten in einigen wenigen Schlaglichtern eingängig in Szene setzen können – schon allein der eigenen Kundschaft zuliebe und der Gesellschaft im Ganzen zur Information.

Wie kann man sich einen solch präzisen
historischen Traumpaß nur entgehen lassen ?! frägt Eo ungläubig. Jetzt wo Weihnachten grad vorbei ist, das wie jeder weiß als Wiederkehr der Heiligen Nacht Jahr für Jahr glanzvoll zelebriert wird.

Aber egal.
Wenn nun keiner an das große Jubiläum erinnern mag, dann will ich es halt tun. Wie schon in eim anderen Beitrag zu lesen war, ist der Tabak neben Mais, Kartoffel und anderen Kulturpflanzen und Früchten als ein großes Geschenk Amerikas an Europa zu betrachten.

Und die Ankunft der würzigen Blätter,
deren Rauch mit Behagen inhaliert werden kann, also die Ankunft des Tabaks in Europa jährt[e] sich just dieses Jahr zum 500. Mal …

Hier nun eine kleine Notiz aus eim alten Lexikon:
Nach Europa gelangte die erste Nachricht vom Tabak durch Kolumbus, der 1492 die Eingebornen von Guanahani zylinderförmige Rollen von Tabakblättern, mit einem Maisblatt umwickelt, rauchen sah. Fra Romano Pane, den Kolumbus auf Haïti zurückgelassen hatte, machte 1496 Mitteilungen über die Tabakpflanze an Petrus Martyr, und durch diesen gelangte dieselbe 1511 nach Europa.
(Demnächst mehr, sowie Quellenangabe.)

Echt eine schwache Leistung,
möcht ich meinen, wo die Damen und Herren Journalisten bei Jahrestagen und Jubiläen in der Regel gern sich lang und breit auslassen, und das nicht zuletzt weil man ja diese Geschichten wie auch Nachrufe schön im voraus produzieren kann und dann nur aus der Schublade zu ziehen braucht.

Hier hätte ich noch ein anderes Jubiläum
anzubieten; ist zwar schon paar Jährchen her, wo es aktuell war, aber dafür war’s zum 1500. Male.

Und noch was,
die neuen KALENDER-SPRÜCHE 2012 von Eo finden sich hier.

… mit missionärrischem Eifer …

30. November 2011

Berlin, 30. 11. 2011 – Mi

 Das Rauchverbot ist übrigens
ein sehr anschauliches Beispiel für die überall wirksame Dialektik. Kein Zweifel, es gab Zeiten, da haben es die Raucher ziemlich arg getrieben, denn in den 60ern und 70ern war kaum eine Räumlichkeit vor ihnen sicher.

Ein Rauchverbot galt allenfalls
im Krankenhaus und dort aber nur in den Krankenzimmern. Und wenn ma sich Bilder von Literaten und Literatentreffen von damals anschaut, so kann ma die Autoren oft vor lauter Rauch nur schemenhaft erkennen.

Ja, Rauchen war damals schick
und dynamisch und ließ einen mit ein paar Atemzügen teilhaben am Duft der großen weiten Welt.

So war die Zeit
und die Hippys und Gammler mit ihren langen Haaren rauchten nicht nur Zigaretten und Tabak sondern darin reingebröselt noch ganz andere Sachen und nur zu gern ließen sie Joint oder Pfeife kreisen. Und nicht zu vergessen – während der Studentenrevolte wurde es  für eine begrenzte Zeit sogar Usus, während der Seminare und anderer Lehrveranstalungen zu rauchen.

Bei der Bahn immerhin
war das Problem weise gelöst; es gab Nichtraucherabteile oder Wagen und ebenso Raucherabteile. Bevor man in den Zug einstieg, hieß es meist, laß uns in Raucher gehen …

Die Raucherei war also
so sehr verbreitet und selbstverständlich, daß sie nicht nur den eingefleischten und strikten Nichtrauchern ein stetes Ärgernis war, sondern selbst so manchem Genuß- und Gelegenheitsraucher zuviel werden konnte. Aber sicher, hin und wieder eine rauchen, und ständig eine nach der anderen qualmen sind zwei paar Stiefel.

Kein Wunder also,
daß sich so langsam nach und nach eine Art Gegenbewegung formierte, die, wie jeder weiß in Jahren Jahrzehnten immer stärker und mächtiger wurde. Und dann im Überschwang ihres Erfolges immer mehr übers Ziel hinausschoß.

Aus eim durchaus nachvollziehbaren Anliegen
– auch als Raucher – wurde dann eine Mission, die mit missionärrischem Eifer vorantrieben wurde und dann in Intoleranz und Diskriminierung ausartete.

Denn der Raucher
wurde zu eim asozialen Süchtling und Luftverpester abgestempelt und damit zum Feindbild erklärt, den man wegen gesundheitschädlichem Verhalten sofort in die Schranken und unbedingt vor die Tür verweisen muß, sollte er plötzlich Lust auf eine Zigarette verspüren.

Fürwahr starker Tobak,
den die Nichtraucher da ihren Widersachern da credenzten. Noch nicht einmal an Orten, wo sie quasi unter sich waren und blieben und die wenigen anderen Anwesenden sich nicht daran störten, also in kleinen Kneipen oder extra zu diesem Zweck gegründeten Raucherclubs, wollten es die Missionarren von der Nichtraucher-Front zulassen, daß die Raucher unbeanstandet ihrem Laster frönen konnten.

Und so trat mit dem Jahreswechsel
zu 2008 dann auch diese ominöse NRSG in Kraft, das bis auf wenige Ausnahmen das Rauchen in öffentlichen Räumen, wozu großzügig auch alle Kneipen und Cafés gezählt wurden, bei Androhung von Bußgeld unter Verbot stellt.

Was haben die Raucher erst mal
dumm aus der Wäsche geguckt ! Das Wurstkofferszenario war eingetreten. Alle Aschenbecher abgeräumt, zum Rauchen vor die Tür.

So stellte sich die Lage
m 2. oder 3. Januar dar, als ich mein Stammcafé, das Hardenberg, aufsuchte. Alles wie befohlen umgesetzt oder besser exekutiert. Dabei hatte der Gesetzgeber eine Übergangsfrist von sechs Monaten zugestanden …

Oh diese ungastlichen Gastrognome,
dachte ich damals, aber nicht nur dort sondern vielerorts waren die Ascher vom Tisch. Nach eim juristischen Hickhack in den Monaten danach gab es dann ein gewisses Einlenken, die Eckkneipen unter 70 qm wurden vom Verbot wegen Existenzgefährdung ausgenommen, wenn sie sich als Räucherstube kennzeichneten und auf zubereitete Speisen verzichteten, wie auch größere Lokalitäten, die einen speziellen Raucherraum anboten, sofern der Zugang zu demselben einer Luftschleuse nicht unähnlich ist.

Mit anderen Worten – kleinere Reservate
sind den Rauchern noch geblieben, schwankt je nach Bundesland, mal ist ein wenig meh , mal etwas weniger erlaubt, oder gar nix mehr wie in Bayern nach dem albernen Volksentscheid.

Jedenfalls war, wenn ich zurückblicke,
an diesem Tag für mich das Maß voll oder besser das Faß am Überlaufen, als ich zum Neujahrsauftakt feststellen mußte, daß nun alles anders war und das ominöse Rauchverbot tatsächlich Fakt.

Diese nun tatsächlich eingetretene Faktizität
war auch der endgültige Startschuß zum RAUCHER-CLUB hier. Womit wir dann wieder beim Ausgangspunkt wären, eben bei der Dialektik.

Und soviel läßt sich heute schon sagen,
es wird die fortgesetzte Raucherdiskriminierung ganz sicher nicht das letzte Wort bleiben. Viele junge Hollywoodschauspieler in den USA scheren sich, wie es den Anschein hat ziemlich wenig ums Rauchverbot und löken gern mal wider den Stachel. Wer mal beim Promi-Raucherclub vorbeischauen will … –

Hätte hier noch einen Verweis
zu eim aktuellen Artikel zu eim Phänomen, das ebenfalls raucht und glüht, wenn auch wesentlich elementarer. Es geht da um einen Entwurf in schwarz-rot-gold.
Schwarogo – neuspr.

 Übrigens, der nächste Beitrag
wird von eim großen Jubliäum handeln. Man darf also gespannt sein.

… Musikspur: Tom Kammacher / Jürgen Schöntges – Wackawackaboing …

… frohen Herzens genießen …

28. April 2011

Berlin, 28. 4. 2011, Do

Außerhäusig gemütlich sitzen
und rauchen (zu dürfen) war wie letztens festgestellt früher quasi eine Selbstverständlichkeit, heute dagegen schon eher unter die seltenen Glücksfälle zu zählen, so ausgedünnt sind mittlerweile, die Lokalitäten, die dies noch in geschlossenen Räumen gestatten.

Aber zum Glück ist jetzt
der Fröhling eingekehrt und der macht die Raucher fröhlich und gleich doppelt froh, denn nun ist es wieder möglich, gemütlich aushäusig zu sitzen und eine zu rauchen. Ein halbes Jahr nun wieder frohen Herzens genießen und keiner kann einen raus- oder weckschicken …

Es ist als ob das verlorene Paradies
zurückgekommen wäre. So sagte es einstmals Heinrich Lübke, wenn auch in eim anderen Zusammenhang.

Doch wie lange werden den Rauchern
diese Reservate ehemaligen unbeschwerten Genießens überhaupt noch erhalten bleiben ?  Wird es auch bei Straßencafés und Biergärten irgendwann demnächst neue Regelungen geben ?  Erst mal ganz vorsichtig eine Scheidung in Raucher- und Nichtraucherbereich ?

Habe zwar bislang
von Vorschlägen dieser Art noch nichts gehört, aber ich halte es nicht gerade für unwahrscheinlich. Man darf nicht vergessen – den Raucherhassern von der Antiraucherfront dürfte der Anblick fröhlich rauchender Männer und Frauen schier unerträglich sein, weil es sie an eine ihnen unangenehme Vorstellung gemahnen dürfte, nämlich, daß sich nicht gar soviel geändert habe, wenn ma die so qualmen sieht …

Und weil das bei diesen Gemütern
automatisch Groll hervorruft,  wird sie dies provozierende Bild sicherlich nicht kalt lassen und höchstwahrscheinlich Alpträume bei ihnen hervorrufen. Sie werden daher nicht ruhen, bis auch für den Außenbereich Regelungen zum Schutz der Nichtraucher Gesetz werden.

Und wenn ihnen auch
keine andere Begründung einfällt, als daß das Rauchen eben die Nichtraucher stört. Und destowegen dürfe man an deren Toleranz appellieren.

Das liegt nun einmal
in der Logik des Systems. Es würde mich also nicht überraschen, wenn in den nächsten Jahren so langsam eine Debatte betreffs Rauchen im gastronomischen Außenbereich beginnen sollte. So zumindest ist der Trend, wenn nicht endlich den häßlichen Idiologen und Manipulateuren Paroli geboten wird.

Im Land der begrenzten Unmöglichkeiten
sind sie wie immer schon ein paar Schritte weiter, wie ich letztens zufällig aufgestöbert habe. Da träumen die Transformer schon von rauchfreien Städten und rauchfreien Regionen wie auch davon, das Rauchen gänzlich ausmerzen zu wollen. Wegen der Volksgesundheit und so.

Was sind das nur für Nachtkappen
und eindimensionale Heuler !  Sind sich der eigenen, großen Tradition gar nicht mehr bewußt !  Eine Tradition, die von den indianischen Ureinwohnern vor Ankunft der Europäer gepflegt und ihnen als ein festes, kultisches Ritual war, eben zur Besiegelung gerade geschlossener Verträge das Kalumet, die Friedenspfeife zu rauchen,  .

Und davon wollen sie sich lösen,
weil sich die Burschen mit ihren Langweilergesichtern für der Weisheit letzten Schluß halten; einfach so, ohne jedes geschichtliche Bewußtsein gehen sie daran, eine alte Kulturtradition ihrer weitestgehend verdrängten Vorgänger auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgen. Man faßt es nicht bzw. sich selber an den Kopf.

Ob Jowo Goethe,
obwohl eingefleischter Nichtraucher, denn heute noch dichten würde:

Amerika, du hast es besser
als unser Kontinent, der alte,
hast keine verfallenen Schlösser
und keine Basalte.

Dich stört nicht im Innern
zu lebendiger Zeit
unnützes Erinnern
und vergeblicher Streit.

Wer für aussichtslose Sachen etwas übrig hat, bitteschön …

Vielleicht Interesse an Schreibkurs ?  Beginnt Mitte Mai …
Und hier noch der Verweis auf

frohen Herzens genießen’ oder wer wird denn gleich an die Decke gehen. Erst lesen, dann HB-Männchen kucken.

… Menetekel New York …

28. Februar 2011

Berlin, 28. 2. 2011 – Mo

Zuletzt ja Tolkien unter Dampf hier gebracht ….
Da wüßte ich doch gerne, ob die eingefleischten, zum Teil zur Intoleranz neigenden Nichtraucher ihn, sofern sie ihn früher verschlungen haben, nun deutlich weniger mögen ?!  Halte ich nicht ganz für ausgeschlossen.

Zumindest läßt sich beobachten,
daß ein beliebter Popsänger aus den 70ern, nämlich Cat Stevens, seitdem er sich einen neuen, ziemlich programmatischen und unmißverständlichen Namen verpaßt hat, rapide an Anhängern eingebüßt hat. Und ich muß gestehen, ich mag seine Sachen auch nicht mehr, auch solche, die mir ehdem einmal gut gefallen haben.

Daß so einer, noch dazu von griechischer Abstammung,
in diesen Huntington-Zeiten die Fronten wechselt und einen auf islammfromm macht, ist unter aller …

Aber halt, ich komm vom Thema ab.
Hier geht’s ja nicht um die nachhaltige Umgestaltung unseres Lebensraums in kultureller und religiöser Hinsicht sondern mehr um die Anmaßungen, die sich die verbotsgeile, erziehungsdiktatur-affine Nichtraucherlobby herausnimmt.

Deren Konzept, nein besser Strategie
– denn die agieren wie im Krieg und sind stets auf neue Geländegewinne aus – läßt sich in wenigen Worten umschreiben, nämlich die Raucher, wo es nur geht, auszugrenzen, sie voller Häme vor die Tür zu schicken, sie als Gesundheitsrisiko hinzustellen, sie selbst zu Kranken zu erklären, sie als Süchtlinge und willensschwache Charaktere abzustempeln und sie auf diese Weise immer mehr zu asozialisieren,

Nur so abgewrackte Typen rauchen noch,
soll die Botschaft sein. Alle anderen haben’s inzwischen begriffen, sind vernünftig geworden, ernähren sich jetzt gesund und gehen regelmäßig schoggen.

In diese Richtung zielt zumindest die Propaganda,
daß Rauchen heute nicht mehr zeitgemäß sei, und nur noch bei Hartzern und anderen Luhsern vorzufinden.

Mit allen Mitteln und aller Gewalt
wollen sie den Rauchern ein schlechtes Immitsch verpassem und so einen wachsenden gesellschaftlichen Druck auf sie ausüben, damit sie kapitulieren und endlich davon lassen, um nicht gesellschaftlich ganz niedrig taxiert zu werden.

Wenn das nicht infam ist !
Dabei gibt es auf Seiten der Raucher jede Menge kluge und kreative Leute zu reklamieren, die in ihrem Bereich Wirkung entfaltet haben und sehr geschätzt waren, wenn nicht verehrt wurden und über deren ausgeprägte Neigung, eben dem Tabak zu frönen, kaum ein Wort, jedenfalls kein böses verloren wurde.

Das vereint zB. zwei so gegensätzliche Charaktere
wie Gottfried Benn und Bertolt Brecht. Oder Thomas Mann und Ludwig Erhard und wie sie alle heißen.

Und heute macht man dieses Gemehre.
In New York, wie vor ein paar Wochen in den  Nachrichten kam, jedenfalls geht dieser von langer Hand angeschobene Wahnsinn fröhlich weiter, die nächste Etappe auf dem Weg zur rauchfreien Stadt wird ab März oder April eingeläutet.

Und dann wird das Rauchen am Strand,
in Parks und an exponierten öffentlichen Plätzen verboten, also unter Strafe gestellt. Wer an diesen Plätzen dann noch raucht,  soll mit knapp 40 € umgerechnet zur Kasse gebeten werden.

Wenn man einem normalen Menschen
vor 30 Jahren gesagt hätte, daß so ein absurdes Theater innerhalb weniger Jahrzehnten durchexerziert würde, hätte der einen glatt für verrückt erklärt.

Ob diese Entwicklung eventuell
mit dem (mentalen) Zustand der Zeit zu tun haben könnte ?!  Vielleicht hier mal lesen.

… Musikspur: Strange Days – the Doors …

… in Sachen Rauchen und Raucher …

30. November 2010

Berlin, 30. 11. 2010

Es ist mir noch immer schleierhaft,
wie die Langweiler von der Nichtraucherlobby es eigentlich geschafft haben, das Immitsch in Sachen Rauchen und Raucher zumindest in den gesellschaftlich maßgeblichen Kreisen so sehr ins Gegenteil zu verkehren.

Galten Raucher früher
als lässig, dynamisch, unkompliziert, vom Duft der großen weiten Welt umweht usw. – als Macher und abgeklärte Helden wie Humphrey Bogart et al., also als sympathisch und durchweck positiv anzusehen, so wird heute ziemlich das gegenteilige Bild suggeriert, als eine Anhäufung allein negativer Attribute stets im vorwurfsvollen Tone formuliert, nämlich sie seien haltlose, schwache Charaktere, der Sucht verfallen und damit krank, wie auch ein schlechtes Vorbild, eben tendenziell asozial.

Und daher sei es nur
recht und billig, daß man ihnen Stück für Stück die Räume immer enger mache, um sie auf rigide Art zur Einsicht zu drängen. Raucher raus ! Denn so etwas unfeines gehört sich nun nicht für drinnen, bäh !  So hat es Papa Staat mit Mutti jetzt schon vor fast drei Jahren erlassen.

Auf daß sich die uneinsichtigen Raucher
während der nächsten dreivier Monate wieder einen zu recht schlottern und sich beim Quarzen den Arsch abfrieren. Wer nicht hören will, muß fühlen, hört das uneinsichtige Kind, oder wer in Winterszeiten rauchen will, muß halt frieren.

Diese Demütigung
haben sich die pädagogisch-wertvollen Gumschen-Politiker mal wieder fein ausgedacht. Aber halt, die setzen ja nur um, was die Eumel von der EU ihnen serviert haben. (Mehr dazu hier)  Es ist schon reichlich absunderlich, wie eine solche Regelung Konsens werden konnte, einen noch immer beträchtlichen Teil der Bevölkerung aus missionärrischem Eifer konsequent die Tür zu weisen.

Nur weil es den Raucher
in Stätten der Gastlichkeit dann und wann nach eim Zeichen der Gastlichkeit, einer Zigarette nämlich, gelüstet, soll er mit eim Mal heute nun ein übler Mensch sein, den man eim räudigen Hunde gleich vor die Tür schicken darf,  sollte er sich erdreisten, tatsächlich sich eine Zigarette anzuzünden ?!  WIR MÜSSEN LEIDER DRAUßEN BLEIBEN !

Soweit in etwa der Stand der Dinge.
In dem Zusammenhang würde mich mal interessieren, wie denn die armen Bayern in diesen kalten Tagen mit dem totalen (absoluten oder unter was firmiert das eigentlich ?) Rauchverbot denn so zurecht kommen ?

Nun, was ist da eigentlich passiert ?
Die Raucher wurden also, und das ist ja das verrückte, in eim langen, anfänglich belächelten Prozeß so nach und nach immer mehr ins Visier genommen und medienwirksam an den Pranger gestellt; mit dem Ergebnis, daß sie in dieser verrückten Zeit inzwischen zu einer Art Reserveschurken avanciert sind, da man sich noch immer scheut, die wahren Schurken zu benennen.

Sie müssen nun als Prügelknaben herhalten,
damit auf einem Felde wenigstens gesellschaftlicher Fortschritt suggeriert werden kann (Nichtraucherschutz), da anderweitig auf allen anderen Feldern der Fortschritt so gar nicht mehr vorankommt, im Gegenteil.

Da wollen unsere Politoberen
die Nichtraucher umfassend  vor dem achso schädlichen Tabakrauch schützen und zeigen aktivistisch enorme Tatkraft, aber an allen anderen Ecken und Enden, wo Menschen zu schützen wären, zB. alte Menschen von brutalen Überfällen zu bewahren, Schüler vor Drangsalierungen durch Gleichaltrige vor allem mit Mihigru, und Frauen vor Vergewaltigern zu schützen, indem man eben nicht zuviele diesen Kalibers frei herumlaufen bzw. einreisen läßt und insgesamt die Gesellschaft vor einer ausufernden Kriminalität zu schützen, wäre eigentlich die Aufgabe, der sich die Politik zuvörderst annehmen müßte; denn die Gefährlichkeit eines gezückten Messers ist im konkreten Falle um ein Vielfaches höher anzusetzen als das kurzzeitige, ungewollte Einatmen von Tabakrauch.

Das sieht mir doch mehr
nach eim Nebenkriegsschauplatz aus, den man eröffnet hat, weil ma nicht weiß, wie mit den wahren, den massiven Problemen umzugehen ist; oder auch weil man vielleicht gar nicht will. Hauptsache die Leute sind wegen einer offensichtlichen Lappalie entzweit und fürs erste damit abgelenkt. Bleibt noch die Frage von oben.

Wie konnte es soweit kommen ?
Über den Keimprozeß hab ich schon einen Versuch  hier unternommen; aber als die Sache endlich in Fahrt kam, erfolgte ein Trommelfeuer aus Gesundheitsrhetorik, untermalt von quasi heiligen Erkenntnissen der Wissenschaft, in zahllosen medizinischen Studien dokumentiert und das alles dann mit eim Wust aus Zahlen und Tabellen angerichtet und dem staunenden Publikum vor die Füße geknallt.

Jaja, die Wissenschaft hat festgestellt,
daß Marmelade … und dann muß es wohl auch stimmen.
Komisch, ich muß gerade an Fahrradhelme denken; davon jedoch ein ander Mal.

Hätte aber noch anzukünden, daß die KALENDER-SPRÜCHE von Eo für 2011 zu haben sind. Der Sprüche-Kalender des Freestyle-Philosophen kostet 4 Euro + VK. Hier der Januar-Spruch. Übrigens kein Dreckfuhler; die zwei Eff sind im JPG-Format etwas zusammengerutscht

 

Wer noch nicht genug hat, kann hier weiterlesen. Auch ein interessantes Thema.

 

 

… Musikspur: Miles Davis – Time after Time …

… Raubrittermethoden …

31. Oktober 2010

Schild, 10 x 15 cm, gibt's bei Eo im LI-LA Literatur-Laden - www.eoscheinder.de

Berlin
31. 10. 2010

So schofelig können auch nur Politiker sein. Ihr Umgang mit den Rauchern macht es offenkundig. Wie maßlos haben sie sich doch auf den Raucher eingeschossen !  Die Räume immer enger machen, lautet die Devise.

Erst zeigen sie ihm die rote Karte, schimpfen ihn Luftverpester und Gesundheitsgefährder und weisen ihn dahero systematisch vor die Tür; und als ob das nicht genug wäre,  wollen sie nun von ihm für ihre rigiden Liebesbezeugungen auch noch ein Extra-Salär einfordern, prosaisch gesprochen also die Tabaksteuer erhöhen. Und das nicht einmal sondern in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten, damit die Raucher endlich begreifen, daß sie da eim teuren Hobby frönen. Von Jahr zu Jahr eine Zigarette weniger in der Schachtel, so in etwa der Plan, damit es nicht gar so auffällt. Aber beim Feinschnitt und den billigeren Selbststopf-Varianten darf’s auch ruhig ein wenig mehr an Steuerzuschlag sein.

Der Kampf gegen die Raucher geht munter weiter – man bedient sich dazu der Gesetzesmaschinerie und wie jetzt wieder zu sehen der gezielten Abschröpfmethode. Es reicht ihnen nicht, die Raucher zu diskriminieren und sie in diesen Tagen nun wieder frieren zu sehen, nein, sie sollen auch Jahr für Jahr tiefer in die Tasche greifen.

Wie hoch ist denn derzeit der Steueranteil bei einer Zigarette ?  80 % oder gar darüber ? Keine schlechte Schätzung – habe gerade ein klein wenig gegugelt und bin reichlich fündig geworden.

Wenn ma sich nur mal die Zahlen in ihren Relationen zu Gemüte führt, kann man eigentlich nur noch den Kopf schütteln, denn das sind die reinsten Raubrittermethoden. Das gewünschte Produkt darf nur dann verkonsumiert werden, wenn der Verb-Raucher bereit ist einen künstlich um das Vierfache erhöhten  Preis zu bezahlen, der dann als einbehaltene Steuer direkt an die Raubr.. äh in die Staatskasse fließt.

Die Instanz, die imgrunde so gar nichts mit der ganzen Sache zu tun hat, nämlich einerseits mit dem Bedürfnis des Konsumenten und andererseits dem Angebot des Produzenten, und auch sonst nichts zu der Sache hinzutut, sichert sich den Löwenanteil und meint mittlerweile die beiden praktisch allein an dem Deal Beteiligten fortwährend zu gängeln und beschimpfen zu können.

Wenn das nicht dreist ist – und schofelig dazu !  Da bin ich versucht an einen Uralt-Artikel aus der Anfangsphase  hier im Raucher-Club zu erinnern. Schild  siehe oben (kann bestellt werden). Der Beitrag dazu findet sich auf der Stichwortleiste. Der Spruch war auch mal der Januar-Kalenderspruch der Kalender-Sprüche 2008.)

Hier noch kurz und knapp die Recherche-Ergebnisse.

Wikipedia :
2006 machte der Steueranteil knapp 75 Prozent des Preises einer Packung Zigaretten aus. Damit sind Zigaretten neben Benzin das mit Abstand am höchsten besteuerte Produkt.

Und bei rauchfrei findet sich dies:
Ein Raucher, der durchschnittlich 20 Zigaretten am Tag raucht, mußte 2004 rund 1390 Euro statt 1217 Euro in 2003 für seine Glimmstängel ausgeben. Ab 2005 waren es 1478 Euro und ab September 2005 sogar 1622 Euro. Im Jahr 2003 gingen über 77 Prozent des Zigarettenpreises direkt an den Fiskus.

Die aktuellen Nachrichten dieser Tage klangen etwa so:

Zigaretten sollen in den nächsten fünf Jahren durch höhere Steuern um bis zu 40 Cent teurer werden. Bis 2015 könnten die Steuern für eine Packung mit 19 Zigaretten voraussichtlich jährlich um vier bis acht Cent steigen. Das geht aus einem Konzept des Bundesfinanzministeriums hervor.
Bei losem Tabak (Feinschnitt) will der Fiskus noch härter zugreifen, was Raucher selbstgedrehter Zigaretten trifft: Bei einer 40-Gramm-Packung sind es pro Jahr etwa zwölf bis 14 Cent – insgesamt also ein Steueraufschlag von bis zu 70 Cent. Das Fünf-Stufen-Modell soll zum 1. Mai 2011 in Kraft treten.

Darüber, daß es auch schon einmal vor langerlanger Zeit auch mal eine veritable Tabaksteuersenkung gab, davon valleicht ein anderes Mal.

Zu eim andern Spruch und eim weniger profanen Text geht es hier.

 

… ein Pyrrhus-Sieg …

28. Juli 2010

Berlin, 28. 7. 2010 – Mi

Ach ja, Bayern. Wie konnten die Bayern sich nur so den Schneid abkaufen und manipulieren lassen, daß sie so leichtfertig ihre goldene Regel des verträglichen Miteinanders, nämlich leben und leben lassen, in die demokratische Tonne traten ?   Man hat mit der Volksabstimmung über das verschärfte Rauchverbot den Rauchern quasi den totalen Krieg erklärt, denn man will ihnen keinen Raum mehr, selbst wenn sie ganz unter sich bleiben, in der Herberge lassen.  Der Krieg, der von den militanten Nichtrauchern angezettelt wurde, läuft schon eine geraume Zeit und wie in jedem Krieg geht es vor allem um Geländegewinn und um die Kontrolle des besetzten Territoriums. Raucher haben sich fortan dem neuen Gesetz zu fügen oder werden rausgeschmissen oder per Bußgeld zur Kasse gebeten.

Unglaublich – Tugendterror ausgerechnet in Bayern. Wo bleibt da die bayerische Gemütlichkeit ?  Wohl auf der Strecke, sollte dies alberne Gesetz  (wo wir heute ganz andere Gesetze bräuchten, die wahren Probleme im Lande betreffend) preußisch stur durchexerziert werden. Oder nimmt man es am Ende doch nicht so genau und läßt die Leute machen und rauchen wie bisher, weil man von Seiten der Behörden gar nicht über das Personal verfügt, um die Beachtung des Gesetzes zu kontrollieren ?

Würde ich den Bayern wünschen, daß sie eim absurden Gesetz wie das Rauchverbot in einer expliziten Raucherkneipe gar nicht erst versuchen Geltung zu verschaffen. Die Leit könnten ja grantig werden und dann ist nicht mit ihnen zu spaßen. Gab es nicht mal im 19 Jahrhundert eine kleine Revolution oder zumindest ein Aufstand nur weil die Regierung den Bierpreis um 10 % (oder waren es 20 ?) angehoben hat, um der Staatskasse Mehreinnahmen zu verschaffen ?   Ließ man sich jedenfalls nicht gefallen und die Regierung mußte ihr Ansinnen wieder zurückziehen. Dürfte auch in diesem Falle noch nicht das letzte Wort gewesen sein, denn jede Theorie ist immer nur so stark, wie die Praxis es zuläßt.

Wohlweislich wurde das Rauchverbot für das kommende Oktoberfest noch einmal ausgesetzt. Und warum wohl ?  Ganz einfach, weil es nicht so einfach durchsetzbar sein dürfte. Denn wenn die meisten qualmen und dabei schon etliche Maßkrüge gestemmt haben, sind sie in einer ziemlichen Feierstimmung, die sie ungern gestört sehen möchten und die einer Beeinflussung durch die Staatsgewalt wohl eher abträglich ist. Es dürfte also erheblich Schwierigkeiten bereiten, eim Gesetz, das von den meisten Beteiligten als weltfremd angesehen wird, erfolgreich Geltung zu verschaffen.

Die militanten Nichtraucher haben den Rauchern den Krieg erklärt. Jetzt werden sie erleben, daß der Gegner nicht ein fremdbestimmter Süchtling ist sondern ein heller Kopf, der es in puncto Gelassenheit dreimal mit ihnen aufnehmen kann. Die Botschaft an die drögen Gouvernanten ist kurz und klar. Sie haben uns gar nichts vorzuschreiben – nicht wenn wir unter uns sind. Eine solche Anmaßung muß mit aller gebotenen Schärfe zurückgewiesen werden. Viele Bayern sehen es mit Sicherheit ähnlich und die werden nicht locker lassen.

Ein Pyrrhus-Sieg, mehr nicht.

Hier geht’s noch zu einer interessanten Nacht- und Nebelaktion.


PS. Wäre an Stimmungsberichten aus Bayern interessiert.

…Hauptsache rauchfrei…

29. Januar 2010

 

Berlin, 28. 1. 10 – Do

 Am Rauchen haben sich seit jeher die Geister geschieden, dh. seit der Tabak, dies großartige Geschenk Amerikas an Europa, um mit Ernst Jünger zu reden,  (der noch im hohen Alter von 100 Jahren und darüber gerne in Gesellschaft genüßlich eine Zigarette inhalierte und trotzdem ein biblisches Alter in geistiger Wachheit und physischer Spannkraft erreichte), auf unserem Kontinent heimisch wurde. Und das dürfte so etwa ein halbes Jahrtausend her sein. Die einen wußten das Geschenk zu schätzen, während die anderen sich nichts daraus machten und dem neuen Brauch so ganz und gar nichts abgewinnen konnten. Statt Behagen und einer wohligen Atmosphäre, wie sie ja auch vom Weihrauch durchgängig durch ständiges Nachschwenken für die katholische Messe geschaffen wird <vor gut eim Monat in der prachtvollen Klosterkirche zu Ettal erlebt und eingesogen> und mit simplen, angenehm riechenden Räucherstäbchen privat herzustellen ist, sehen sie nur Rauch, <den hier zu erst geplanten Zusatz verkneife ich mir lieber – ffS = freiwillige fröhliche Selbstzensur> den sie stinkend schimpfen, weil er ihnen vielleicht mal in die Augen steigen könnte. Früher fühlten sich die Nichtraucher vom Rauch belästigt, weil sie die Schwaden nicht sehen und erst recht riechen mochten, heute aber kommen sie mit der Wissenschaft im Bunde und gebärden sich wie ehedem religiöse Eiferer, da sie das Rauchen in jeder Form und möglichst überall untersagen und als einen Anschlag auf die Gesundheit (Passivrauchen !) gewertet wissen wollen. Nein, so schnell stirbt man nicht. Aber Verbote und verschärfte Kontrollen jeder Art liegen voll im Trend. Scheint mir eher eine neue Form von Hysterie zu sein, die bei durchgängig rational gesteuerten Angepaßten ausgebrochen ist, weil sie die größere Gelassenheit, die vielen Rauchern einfach <aber wirklich ! Das ist so wahr, wie alles, was ich hier schreibe> innewohnt sowie der ausgeprägten Hang zur spontanen Kommunikation, einfach nicht ertragen können und daher als eine ständige Provokation empfinden. Diesen arroganten Kerlen mit der Kippe im Schnabel, wie in den alten Filmen noch immer zu sehen, einmal Paroli bieten, aber so richtig und sie in die Knie zwingen, wo wir doch alle rationalen Argumente auf unserer Seite haben. So ungefähr mögen sie gedacht haben, die Gründer der Antiraucher-Bewegung, die sich stets von den dynamischen Rauchern ins Abseits gedrängt fühlten, bei den Partys, am Arbeitsplatz und erst recht in Kneipen und Diskos. Solch permanente Zurücksetzung kann schon zu eim abgrundtiefen Haß führen. Als biedere, humorlose Rationalisten immer nur hintan stehen zu müssen, das wurmt gewaltig. Und so gingen sie fürderhin das Problem an und machten sich verbissen und mit Erfolg an die systematische Enträucherung des Gesellschaftslebens in der westlichen Welt. Was sie vertraten, war rational und durch und durch vernünftig und fand von Seiten der Medizin und der Wissenschaft anhaltend Zuspruch. Die rationalen Gründe verstanden sie mit akademischen Gebrabbel und statistischem Zahlengeklingel schon bald für sich zu vereinnahmen. Fast jeder Raucher gab auch bald mit leichtem Augenzwinkern zu, daß es unvernünftig sei zu rauchen, weil gesundheitsschädlich, er es aber fürs erste eben noch nicht lassen könne. Er würde imgrunde schon gerne damit aufhören, weil es ja ein Laster sei, aber er schaffe es noch nicht – die irrationalen Gründe seien anscheinend noch zu stark. Orale Fixierung, Ersatzhandlung, das genüßliche Saugen an der Zigarette als Ausdruck eines großen Defizits während der Säuglingsphase usw. lauteten die Strategien, um die Raucher zu disqualifizieren und zu regressiven Säug- und Süchtlingen abzustempeln. Aber wer weiß, vielleicht ist genau das Gegenteil richtig, und das Rauchen, oder wie es ganz zu Anfang hieß, das Tabak trinken, läßt stets aufs neue eine alte Urerinnerung an den Anbeginn der physischen Existenz aufblitzen, nämlich das wohlige Saugen an der Mutterbrust. Wir Raucher stehen nun einmal dazu, die anderen sollen es sich von mir aus verkneifen. Aber schon Martin Luther sagte und wußte, aus eim verkniffenen, bzw. verzagten Arsch fährt kein fröhlicher Furz. Wer einträglich mit seinen Mitmenschen leben will, muß das Prinzip Leben und Lebenlassen verinnerlichen. Wem es aber daran gebricht, der sollte sich auch nicht anmaßen, einen Modus oder Verhaltenskodex zu erstellen, nach welchem sich dann alle zu richten haben bzw hätten. Langweiler und Verbotsjünger sollte man von wichtigen gesellschaftlichen Entscheidungen fernhalten, denn ihnen fehlt es sowohl an Verständnis als auch an Weitblick; und wenn man sie aber trotzdem in einflußreiche Sphären gelangen läßt, dann wird es fatal, denn sie betreiben und folgen nur ihrer eigenen Engstirnigkeit und Einseitigkeit und generieren für alle verbindlich nur ihre eigene Leere im Gefühl. Ja, statt sich den wirklichen Problemen mit Verve und Zielstrebigkeit zuzuwenden, hat man einen unseligen Kleinkrieg begonnen, der den Zusammenhalt zerstört und die Aufmerksamkeit gegenüber der Zukunftsgefahr vernebelt. Hauptsache rauchfrei – so deren Devise. Alles andere interessiert diese Leute nicht an der Zukunft. Rationale Kleingeister eben. Und mit solchen hatte es auch der olle Kestner zu tun, der sein Büchlein ‘Allerley Ergötzliches vom TABAC’ vor fast drei Jahrhunderten erscheinen ließ. Daraus die Vorrede und die Notwendigkeit, das Vergnügen am Rauchen in gleichgesinnter Gesellschaft zu verteidigen. Schon Kestner hatte mit diesen Heinis zu tun. 1715 war’s. Doch davon erst leider beim nächsten Mal. Aus aktuellem Anlaß, weil heute die künftigen Sanktionen, die sich die Eurokraken in Brüssel ausgedacht haben, bei BILD Online groß das Thema waren – Raucherpolizei – Aschenbecher-Verbot und Schauprozesse.
Übrigens war darüber in diesem Blogg hier schon einmal darüber zu lesen, und das vor gut anderthalb Jahren: Idiologen am Werk
 

Wer sich nach all den Bekloppt- und Behämmertheiten dieser Zeit zum Ausgleich nach etwas lustiger Entspannung sehnt, sollt noch hier klicken – zu Knut und zu Weiter Knut-Wetter.
 

 
 
 

 

 
 

…Musikspur: Johann Sebastian Bach – Air…

 
 

Zur Sprücheschmiede

 

 

…tabula rasa…

27. August 2009

 

Berlin, 27. 8. 09 Do

 

 

Daß das Rauchen von den einen in erster Linie als widerwärtiges Laster und als eine schädliche Sucht betrachtet und hingestellt wird, für die anderen aber ein Lebensgefühl verkörpert, wenn nicht eine gewisse Lebensart zum Ausdruck bringt, ist nicht erst seit heute, sondern seit Anbeginn, seit der Tabak in Europa heimisch wurde (und schnell viele Freunde gewann), der eigentliche, der heiße Kern des ganzen Problems. Die einen sehen es so und die anderen sehen es selbstverständlich ganz anders; und jede Seite glaubt für sich im Recht zu sein. Natürlich ist das Rauchen ein Laster, wenn man es übertreibt, aber ebenso natürlich ist es Quatsch von Gesundheitsgefährdung zu reden, wenn man für einzwei Stunden gelegentlichem Tabakrauch ausgesetzt ist. Da führen unsere Damen und Herren Politiker und Multiplikatoren das Wort TOLERANZ ständig im Mund und hauen damit um sich, daß man es nicht mehr hören kann und sich lieber weckduckt; Tolleranz und Tolleranzsprüche von morgens bis abends (link neue sprüche) für alles und für jeden, egal, woher er kommt und was er gemacht oder ausgefressen hat oder noch vorhat, daß sich schon die medialen Hofnarren mit einer gewissen Häme auf diese Vokabel stürzen und dieser Tage zur Kritik der reinen Toleranz aufrufen, dh. die eigene Brust als Spruchband verwenden. Nur dort, wo sie wirklich geboten wäre, will man von Toleranz so gar nichts hören. Denn daran krankt ja die ganze Geschichte, daß man nicht die gebotene Toleranz hat walten lassen und für beide Gruppen eine Lösung angestrebt hat, mit der beide auch leben können. Es wurde eben kein einigermaßen einvernehmlicher Kompromiß gesucht wie zB. eine Aufteilung der Cafés und Restaurants in Raucher- und Nichtraucherzonen, sondern es sollte tabula rasa gemacht werden mit eim umfassenden Sieg der einen Seite und einer herben Niederlage der Gegenseite. Die Forderung nach komplett rauchfreien Räumen als Maximalziel, dem die Politik ihren Segen gegeben hatte, kam für die passionierten Raucher quasi eim Lokalverbot nahe. Damit war es den fanatischen Rauchgegnern gelungen, ihren Widersachern gehörig die Laune zu verderben und die Gemütlichkeit zu vermiesen. Oder was bleibt von dieser, wenn man für ein unschuldiges Vergnügen, wie es das Rauchen darstellt, vor die Tür gehen muß, bzw. sich wie Waldi oder wie ein dummer August vor die Tür geschickt vorkommt ? Schon reichlich befremdlich der Ansatz, vor allem durch seine Totalität, denn ausgehend von allen öffentlichen Räumen bis hin zur letzten Eckkneipe wollte man ein totales Rauchverbot durchsetzen. Selbst in der dunkelsten Spelunke sollte es fürderhin, so hatten es sich die Gesundheitskommissare ausgedacht, nurmehr rauchfrei zugehen. Die Totalität der angedachten volkspädagogischen Maßnahme läßt doch sehr auf zugrundeliegende totalitäre Denkstrukturen schließen. Und daher muß man ihnen diesen Rigorismus schon übel nehmen und deswegen muß man auch dagegenhalten (war auch der Auslöser für den Raucherclub), da in Zukunft noch weitere Zumutungen und Entmündigungen zu befürchten sind. Die Fliegenfränze und mediengeilen Ökofrettchen sind auch weiterhin sehr rührig und die nächste drastische Steuererhöhung ist von diesen längst an- und ausgedacht, schon halb auf den Weg gebracht und zudem mit den Brüsseler Weihen versehen. Man möchte nämlich nur zu gern den Alkohol, gleichviel ob in Bier, Wein oder Spirituosen, aus Gründen der Prophylaxe merklich verteuern, um so dem seit einiger Zeit im jugendlichen Bereich grassierenden Alkoholmißbrauch entgegenzuwirken. Die alte verlogene Taktik der Polittrickser: Ein ehrenwertes Motiv vorschicken und am Ende alle abkassieren oder unter Kuratel und Kontrolle stellen, wie lange schon Praxis an den Flughäfen wegen der Alladisten. Tja, so und nicht anders läuft es in der Politik. Aber immer mehr Zeitgenossen, sofern sie nicht zu verschnarcht und wurschtig drauf sind, verstehen langsam die Mechanismen und nennen es schlicht und ergreifend Verarschung. Oder eben Verkleisterung wie es der Autor zu sagen beliebt.