Archive for the ‘Rauchsalon’ Category

… was ist dekadent ?

31. Juli 2012

Letztens mal wieder
darüber nachgedacht, was so alles dekadent ist.

Wenn ma mit wachen Augen
durch die Straßen geht (egal ob in mittleren oder größeren Städten) kriegt man für gewöhnlich zur Genüge Anschauungsunterricht, jedenfalls mehr als einem lieb ist.

Dekadent ist zB.
wenn man schon lange vor Mittag irgendwelche Typen mit der Bierflasche in der Hand vorbeikommen sieht.

Und dekadent ist ebenfalls,
wenn die Fassaden und was darüber hinaus noch so alles im öffentlichen Raum Angriffsfläche bietet, mit Grafittis, wie es beschönigend heißt – den graphischen Duftmarken einer jugendlichen Subkultur – kreuzdiequer übersät sind.

Dazu zählen natürlich
noch andere Auflösungserscheinungen wie etwa das Komasaufen mit hochprozentigen Sachen, was  unter Halbwüchsigen beliebt ist, sowie das Phänomen der weltreisenden Jungfrauen.

Dekadent ist also,
wenn sich eine Gesellschaft von Jugendlichen ungestraft permanent auf der Nase herumtanzen läßt Aber natürlich bleibt die Dekadenz nicht auf die Jugend beschränkt, nur setzt sie dort zuerst an, weil sie leichter zu beeindrucken ist und sich verführen läßt, aber  andere (Alters-)Gruppen halten da gut mit, doch  … keine Frage, denn …

Dekadent ist auch,
wenn ein Volk seine Identität leichtfertig zur Disposition stellt (und noch einiges mehr) und sich noch nicht einmal darüber austauschen und verständigen will, weder emotinal noch intellektuell, was mit ihm da gerade geschieht.

Aber das Rauchen selbst
ist nicht unter die Dekadenzien zu zählen, da es wie der aufmerksame Leser weiß, nun schon seit 500 Jahren in Europa bekannt und so nach und hach in den einzelnen Ländern heimisch geworden ist.

Und seitdem die Europäer
begleitet – in Zeiten des Aufschwungs ebenso wie selbstverständlich auch in Zeiten des Niedergangs.

Der Tabakrauch hat also
in guten Zeiten Behagen bereitet und in schlechten zumindest Trost gespendet wie auch die Zigaretten selbst zeitweise eine wichtige wirtschaftliche Rolle gespielt haben und für einige Jahre als Ersatzwährung fungiert haben.

Somit scheint klar,
daß eben nicht das Rauchen als dekadent zu betrachten ist sondern vielmehr die Maßnahmen und Verbote die man heute dagegen setzt.

Und warum ?
Weil man mit idiologischem Eifer von gesetzgeberischer Seite zB. den Wirt in seiner Entscheidungsfreiheit stark beschneidet und ihn zwingt, gesetzliche Normen zu erfüllen, die sich gegen sein ureigenes Interesse (als Wirt) richten und gegen die Vorlieben seiner Stammgäste, denen auf diesem Wege ihre vertraute Umgebung genommen wid – allein um irgendwelchen gesetzlciehn Vorgaben genüge zu tun.

Dekadent ist letztlich,
wenn die absurden Gesetze überhand nehmen und der diesen zugrunde liegende beknackte Geist übermächtig wird.

… Bier und Zigaretten …

29. Februar 2012

Berlin, 29. 2. 12 Mi

 In der Geschichte des Rauchens
hat es immer wieder wechselhafte Phasen gegeben, also Zeiten, in denen das Rauchen akzeptiert war, entsprechend gepflegt wurde und wie selbstverständlich dazugehörte. Und das mit breiter Zustimmung durch alle Stände und quer durch alle Schichten.

Auf dem Bild vom Tabakskollegium
des Soldatenkönigs hat jeder der adeligen Herren eine lange Pfeife am Wickel, sowie einen Humpen Bier vor sich stehen – zugegeben eine typisch deutsche Art des Feierns, von der Ausstattung her ziemlich karg und auch sonst wenig Sperenzien und Getue und amuse-geules usw. , dafür aber gemütlich und sprüchereich, von geistreich bis zotig und an Bier und dergleichen kein Mangel.

War schließlich schon
zu Tacitus´ Zeiten so, als das Land noch Germanien hieß und zu großen Teilen Wald war. Wenn es nicht so charakteristisch wäre, hätte es der römische Geschichtsschreiber wohl nicht für erwähenswert befunden. (Die Stellen bei Tacitus muß ich mal raussuchen und werde sie dann, hierein stellen.)

Keine Frage, das Biertrinken
iegt den Deutschen, dafür sind sie schließlich in der Welt bekannt und dahero wird das deutsche Bier ja auch weltweit geschätzt. Habe mir sagen lassen, daß das Münchner Oktoberfest auf der Wies’n das weltweit größte Volksfest sei.

Sollte das nicht stimmen,
ist es zweifellos das größte Bierfest der Welt. Und mit den größten Gläsern, die bekanntlich Humpen oder Maßkrüge sind.

Ob der Erfolg
und die große Beliebtheit etwa mit dem berühmten Reinheitsgebot in eim Zusammenhang steht, jenem Gesetz gegen die Panscherei, das aus dem Jahre 1516 stammt ?

Wenn es nach dem Zeitgeist
geht und den windschnittigen Politikern (außerhalb Bayerns) sicher nicht, denn das Wort Reinheitsgebot grenzt schon ziemlich nah an Autobahn. Also, lieber bestreiten oder ganz wecklassen, damit das nicht noch jemand in den falschen Hals bekommen könnte; entweder so oder so, flüstert ihnen ihr Polkormeter.

Dabei ist die Beschränkung
auf das Wesentliche der richtige Weg, der Qualität zum Standard macht. Und auch die Jahreszahl ist superleicht zu merken und kann überdies noch mit einer originellen Botschaft aufgeladen werden, denn mit 15 bis 16 beginnen die Jungs so für gewöhnlich mit dem Biertrinken bzw. beginnen sich an den herben Biergeschmack zu gewöhnen, das sie ihn bei eim trauten Zusammensein in der Gruppe dann in Zukunft auch nicht mehr missen wollen.

Huch, bin jetzt ziemlich
vom Rauchen abgekommen, und das, was zunächst Thema werden sollte, nämlich die sich immer wieder wandelnde Einstellung zum Rauchen, mit den sich abwechselnden Phasen von Repression und Toleranz (das blöde Wort sollte man eigentlich nicht mehr benutzen, weil einfach zuviel Polkor-Gesülze daran klebt und lieber Aufgeschlossenheit sagen), muß aufgeschoben werden.

Aber Bier und Zigaretten
sind natürlich innig verbandelt, wie ma früher in jeder Kneipe sehen konnte, insofern eine wichtige Facette, die sich gut in das Gesamtbild fügt.

Tja, so war das früher
und so ist es zuweilen noch heute – wenn gute Freunde sich für den Abend ansagten, durften zwei Dinge auf keinen Fall fehlen. Und das waren Bier und Zigaretten bzw. Tabak zum Drehen. Alles andere war dagegen relativ und somit Akzidenz.

Dabei ging es nicht so sehr
um Trinken oder Rauchen, sondern um Gespräche, also um einen echten Austausch, bei dem man sich so schön die Köpfe heiß redete, dh. um den besonderen Effekt, der durch Bier und Tabak, wenn auch nicht ausgelöst, so aber doch auf angenehme Art befördert und am Laufen gehalten wurde.

Aber so ist es nun einmal;
und von daher gibt es auch das Schild ‘Rauchen kann gemütlich sein’.

Klar, keine Frage, da  stimm ich voll zu, andernfalls hätte ich es ja schon längst aufgegeben …

Hier dann noch ein Verweis, denke mal, daß er paßt …

… Musikspur: Time after Time – Miles Davis …

… nicht ‘vergessen‘, sondern weckgedrückt !!!

31. Januar 2012

Berlin, 31. 1. 2012 – Di

  Wenn ma sieht,
wie jetzt der Alte Fritz aus Anlaß seines 300. Geburtstags gefeiert wird – zu Recht natürlich, wie ich finde, habe zum großen Preußenkönig ja auch paar Zeilen in den andern Blogg gesetzt – fragt man sich schon, wieso von eim anderen, noch runderen Jubläum so gar keine Notiz genommen wurde, wie im letzten Artikel breit aufgespießt wurde.

Schlichtweck vergessen
scheidet als Möglichkeit von vornherein aus, da die Medienleute ihre weit zurückreichenden Tages- und Jahreskalender mit allen möglichen historischen Daten haben wie auch reichlich davon Gebrauch machen.

Wahrscheinlicher sind da eher
zwei Gründe, die eng miteinander zusammenhängen, nämlich zum einen ‘vergessen’ und übersehen im Sinne von weckgedrückt, weil es der neuen Bevormundungsmafia so gar nicht in den Kram paßte und zum anderen vor allem deswegen, damit die Menschen und insbesondere die Raucher von diesem denkwürdigen Datum bloß nichts erfahren und die große Leidenschaft des Tabakrauchens damit keine Bühne erhält und im Gang durch fünf Jahrhunderte in ihrer Wirkung auf das Behagen und die Geselligkeit keine positive Darstellung erfährt und erst recht in ihrer Bedeutung für Künstler und Literaten und andere kreative Leute, wie hier vereinzelt vorgestellt, gewürdigt wird.

Was die Leute nicht erfahren sollen,
das erfahren sie auch nicht, zumindest nicht in einer dem Ereignis angemessenen und würdigen Form wie sonst bei jedem Pups in dem linkslastigen Jubiläumszirkus.

Nun, das, was die Medien verpaßt
oder besser mit Bedacht übergangen haben, also die Würdigung des Tabaks als eines Kulturguts, kann ich mit meinen bescheidenen Mitteln natürlich nicht nachliefern, aber immerhin darauf hinweisen und einen interessanten Abriß aus eim alten Lexikon in Form einer Chronologie hier einstellen.

Übrigens, hätte ohne den Tabak
die Weltgeschichte einen ganz anderen Verlauf nehmen können – man denke nur einmal an die silberne Schnupftabaksdose, die einmal dem Alten Fritzen so wundersam das Leben gerettet hat.

Hier nun ein längeres Zitat aus dem alten Meyer:

Über das Alter des Tabakrauchens in China, wo man Nicotiana chinensis benutzt, ist nichts Sicheres bekannt. Nach Europa gelangte die erste Nachricht vom T. durch Kolumbus, der 1492 die Eingebornen von Guanahani zylinderförmige Rollen von Tabakblättern, mit einem Maisblatt umwickelt, rauchen sah. Fra Romano Pane, den Kolumbus auf Haïti zurückgelassen hatte, machte 1496 Mitteilungen über die Tabakpflanze an Petrus Martyr, und durch diesen gelangte dieselbe 1511 nach Europa.

Die Eingebornen auf Haïti rauchten den T. als zusammengerollte Blätter oder zerschnitten aus langen Röhren. Diese, nach andern die Maisblattrollen, sollen Tabacos geheißen haben, nach andern soll der Name T. von der Insel Tobago oder von der Provinz Tabasco in Mittelamerika herrühren. Eine genaue Beschreibung der Pflanze gab 1525 Gonzalo Hernandez de Oviedo y Valdes, Statthalter von San Domingo. Später pries der spanische Arzt und Botaniker Nicolas Menardes in seinem 1571 zu Sevilla erschienenen Buch über Westindien den T. als Heilpflanze, und nun ward dieser als Arznei- und Wunderkraut kultiviert. So auch von Jean Nicot, französischem Gesandten in Portugal, der 1560 Tabaksamen nach Paris schickte; ihm zu Ehren benannte Linné die Gattung.

Nach Deutschland kamen die ersten Tabakpflanzen 1565 aus Frankreich durch Occo in Augsburg. Das Tabakschnupfen wurde in Frankreich unter Franz II. üblich, zu Sevilla in Spanien entstand gleichzeitig eine Schnupftabakfabrik, die den Spaniol lieferte. 1636 führten spanische Geistliche das Schnupfen in Rom ein, gegen das Urban VIII. eine Bulle erließ, die erst 1724 wieder aufgehoben wurde. 1657 gab Venedig Fabrikation und Verschleiß des Schnupftabaks[271] in Pacht.

Das Tabakrauchen wurde um die Mitte des 16. Jahrh. aus Westindien nach Spanien durch spanische Matrosen und 1586 aus Virginia durch englische Kolonisten nach England eingeführt. In Nordamerika scheint das Rauchen ebenfalls seit uralter Zeit gebräuchlich gewesen zu sein; bei den Indianern galt es als ein der Sonne und dem großen Geist gebrachtes Opfer; als Raleigh Virginia entdeckte, war der Tabakbau bei den dortigen Eingebornen ganz allgemein verbreitet.

Gegen Ende des 16. Jahrh. war das Rauchen in Spanien, Portugal, England, Holland, 1605 auch in Konstantinopel, Ägypten und Indien bekannt, und weltliche und geistliche Mächte eiferten vergebens gegen die weitere Verbreitung desselben. 1622 brachten englische und holländische Truppen das Tabakrauchen nach dem Rhein und Main, von wo es durch den Dreißigjährigen Krieg bald in andre Teile Deutschlands gelangte. Staat und Kirche suchten das neue Luxus- und Genußmittel zu bekämpfen, und die Moralisten predigten gegen den »höllischen Rauch«. In Rußland wurden den Rauchern noch 1634 die Nasen abgeschnitten.

Jakob I. von England belegte zuerst den Tabakhandel mit hohen Steuern. 1616 wurde der erste T. in Holland gebaut, wenig später in England, 1620 im Elsaß, 1625 in Lothringen, seit Mitte des 17. Jahrh. in Deutschland, und zwar zuerst im Elsaß und in Baden; die in den Kriegen Ludwigs XIV. vertriebenen Pfälzer verpflanzten den Tabakbau nach Thüringen, Sachsen, Brandenburg. Die Regierungen erblickten fortan im T. eine ergiebige Finanzquelle und belegten den Verbrauch mit hohen Steuern. Schnupfen und Kauen des Tabaks sind europäische Erfindungen.

Da man sich anfangs scheute, öffentlich zu rauchen, so entstanden in Frankreich, zunächst in Paris, besondere Lokale, die Tabagies, für die Freunde des Tabaks, und in Deutschland wurde dieser Name bis zur Mitte des 19. Jahrh. ganz allgemein für öffentliche Lokale gebraucht. Bis 1848 war das Rauchen auf den Straßen in den meisten Ländern Europas verboten.

Die ersten Rauch- und Schnupftabakfabriken in Deutschland entstanden in der ersten Hälfte des 18. Jahrh., die ersten Zigarrenfabriken in Hamburg und Bremen gegen Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrh. Bremen besaß 1851 bereits 281 Fabriken mit 5300 Arbeitern. In Sachsen entstand die erste Zigarrenfabrik 1825, in Baden in der ersten Hälfte der 1840er Jahre. Als 1852–54 Braunschweig und Hannover dem Zollverein beitraten, wurden die hanseatischen Fabriken in das Zollinland verlegt und in Hamburg und Bremen nur noch die besten Sorten hergestellt. Seit Mitte der 1860er Jahre wurden die Fabriken mehr und mehr aus den großen Städten auf das Land und in die kleinen Städte verlegt. 

Sehr informativ und sehr aufschlußreich,
aber davon das ganze Jahr 2011 kein Sterbenswörtchen in den sogenannten deutschen Qualitätsmedien. Fällt solch ein Datum denn nicht unter Informationspflicht gemäß des öffentlichen Auftrags ?

Aber egal.
Habe mir längst angewöhnt bei so manchen komischen dh. umstrittenen Themen dorten Rat und Belehrung zu holen, wenn ich mit den Darlegungen der Heutigen über gewisse Fragen und Sachverhalte nicht so recht zufrieden bin; wie zB. einmal in Sachen Maultiere und Maulesel, diesen seltsamen, höchst unterschiedlichen Pferd-Esel-Kreuzungen.

Bei der Gelegenheit möchte ich auch gern
allen Lesern meinen dynamischen Entwurf in den Farben schwarz-rot-gold vorstellen, der jedem auf Anhieb den Eindruck vermitteln kann, daß diese Farbkombination erstens ziemlich symbolisch aufgeladen ist und zweitens daher auch nicht fade und langweilig ist.

Aber nur, wenn ma weiß,
wofür die Farben stehen. Insofern ist es dieselbe Sache wie bei eim Individuum oder bei eim Volk. Nur wenn man sich selbst vergewissert und auch weiß, für was ma steht, kann man ohne Verbiegungen und Korrumpierungen seim eigentlichen Wesen gemäß sich entfalten.

Da die Medien,
soweit ich mich um Kontakt bemüht habe, von diesem Entwurf schwarz-rot-gold = vulkanische Farben keine Notiz nehmen wollen und es auch keiner Notiz für wert befinden, muß ich die Sache halt in den Raucher-Club stellen.

schwarz-rot-gold = vulkanisch

Gibt’s auch als schönen, kleinen Aufkleber,
(selbstverständlich ohne darübergelegtes Andreaskreuz) und ebenso nur als Flagge ohne Text drumherum,  mit dem man so einiges wie Auto, Netbook, Tasche usw. schmücken kann. Dezent auf diese Weise Flagge zeigen und nach außen nonverbal zu erkennen geben, daß man einen positiven Bezug zum eigenen Land und damit  zum Eigenen hat.

… ein wirklich großes Jubiläum – vergessen ?!

31. Dezember 2011

Schon komisch, oder ?

Berlin, 30. 12. 11 – Fr

Kurz bevor das Jahr 2011
zu Ende geht, hätte ich hier im Raucher-Club noch ein gutes Schmankerl anzubieten, das Hauptthema betreffend, also das Rauchen.

Und zwar handelt es sich dabei
um ein fürwahr historisches Ereignis, das keinesfalls vergessen werden sollte und stattdessen eigentlich groß hätte gefeiert und erinnert werden müssen, sintemal es ja die Voraussetzung dafür ist, um der bzw. unserer (derzeit so sehr als Laster verschrieenen) Leidenschaft, die hier Thema ist, überhaupt frönen zu können.

Nun, um was geht es ?
Um ein wirklich großes Jubiläum, und das meint um nicht weniger als ein 500jähriges. Nur seltsam, daß daran nicht erinnert wurde – mit keim Sterbenswörtchen; und überaus seltsam ist, daß die ansonsten so jubiläenversessenen Medien gerade darüber so stillschweigend hinweckgegangen sind. Kann man so sagen, jetzt wo das Jahr praktisch rum ist.

Ob auch da möglicherweise eine Anweisung
von ganz oben vorlag , wie man in diesen Tagen öfters zu hören kriegt ? Aber nicht allein die Presse und Museumsleute und Erinnerungsvermarkter hielten sich merkwürdig bedeckt, auch die Branche selbst unternahm keinerlei Anstalten, um anläßlich dieses Jubiläums eine großangelegte Imagekampagne zu starten.

Auf diesbezüglichen Seiten
war nichts dergleichen zu finden und auch ein Versuch meinerseits, also via Raucherclub, mit einigen Geschäftsträgern und Interessenvertretern aus der Tabakbranche in Kontakt zu kommen und konkrete Vorschläge zu machen, stieß leider auf taube Ohren. Der Deutsche Zigarettenverband ließ mir erst gar keine Antwort zukommen.

Anscheinend backen die inzwischen
ziemlich kleine Brötchen, ihrem defensiven und wenig selbstbewußten Slogän – Genuß braucht Verantwortung – nach zu schließen.

Irgendwie hat es den Anschein,
als trauten die sich nicht mehr viel, so daß ma meinen könnte, da seien auch nur noch Leisetreter an den entscheidenden Stellen positioniert.

Vor soviel Jahren, eher wohl Jahrzehnten,
waren sie noch mutiger und kesser, denn damals plakatierten sie attraktive Raucher und Raucherinnen im Großformat und das mit dem Bekenntnis versehen – Ich rauche gern.

Aber heute ziehen sie nur
den Schwanz ein. Oder wie anders ist es zu erklären, daß die Tabakindustrie tuttiquanti ein solch rundes Jubiläum gänzlich unerwähnt läßt und nicht als willkommene Werbung für ihr Produkt selbstbewußt herausstellt ? So hätte man in überzeugender Weise die gesamten kulturhistorischen Wirkungen und Ausstrahlungen des Tabaks auf dessen vielfach kreative Konsumenten in einigen wenigen Schlaglichtern eingängig in Szene setzen können – schon allein der eigenen Kundschaft zuliebe und der Gesellschaft im Ganzen zur Information.

Wie kann man sich einen solch präzisen
historischen Traumpaß nur entgehen lassen ?! frägt Eo ungläubig. Jetzt wo Weihnachten grad vorbei ist, das wie jeder weiß als Wiederkehr der Heiligen Nacht Jahr für Jahr glanzvoll zelebriert wird.

Aber egal.
Wenn nun keiner an das große Jubiläum erinnern mag, dann will ich es halt tun. Wie schon in eim anderen Beitrag zu lesen war, ist der Tabak neben Mais, Kartoffel und anderen Kulturpflanzen und Früchten als ein großes Geschenk Amerikas an Europa zu betrachten.

Und die Ankunft der würzigen Blätter,
deren Rauch mit Behagen inhaliert werden kann, also die Ankunft des Tabaks in Europa jährt[e] sich just dieses Jahr zum 500. Mal …

Hier nun eine kleine Notiz aus eim alten Lexikon:
Nach Europa gelangte die erste Nachricht vom Tabak durch Kolumbus, der 1492 die Eingebornen von Guanahani zylinderförmige Rollen von Tabakblättern, mit einem Maisblatt umwickelt, rauchen sah. Fra Romano Pane, den Kolumbus auf Haïti zurückgelassen hatte, machte 1496 Mitteilungen über die Tabakpflanze an Petrus Martyr, und durch diesen gelangte dieselbe 1511 nach Europa.
(Demnächst mehr, sowie Quellenangabe.)

Echt eine schwache Leistung,
möcht ich meinen, wo die Damen und Herren Journalisten bei Jahrestagen und Jubiläen in der Regel gern sich lang und breit auslassen, und das nicht zuletzt weil man ja diese Geschichten wie auch Nachrufe schön im voraus produzieren kann und dann nur aus der Schublade zu ziehen braucht.

Hier hätte ich noch ein anderes Jubiläum
anzubieten; ist zwar schon paar Jährchen her, wo es aktuell war, aber dafür war’s zum 1500. Male.

Und noch was,
die neuen KALENDER-SPRÜCHE 2012 von Eo finden sich hier.

… Senkung der Zigarettenpreise

10. Oktober 2011

Berlin, 10. 10. 2011

Text bezieht sich auf eine historische Entscheidung vor ca. 60 Jahren.

Stöbern Sie gelegentlich
in alten Zeitungen und Magazinen ? Nein ?! Sollten Sie aber mal tun. Ist nämlich eine echt spannende Sache – immer wieder für Überraschungen gut; und man muß heutzutage auch keine Zeitungsstapel mehr anhäufen und durchwühlen, um in den Genuß zu kommen.

In Zeiten des Inets
ist es ein leichtes, an alte, wenn nicht uralte, Zeitungen und andere Periodika heranzukommen. Mit den heutigen Suchmaschinen ist das garnicht schwer, ma braucht dazu nur ein paar zielführende Begriffe und eventuell ein wenig Geduld.

So habe ich denn
in eim alten SPIEGEL die für uns Heutigen schier unglaubliche Meldung gelesen:

Was Westdeutschlands Raucher längst aufgegeben hatten, ist eingetreten: hinter dem kostspieligen Virginia-Qualm ihrer Ein-Groschen-Zigaretten zeigt sich ein neuer Hoffnungsschimmer auf eine Senkung der Zigarettenpreise. Im Bonner Bundestag steht die Neuordnung der Tabaksteuer auf dem Programm.

Aber das war Anfang der 50er Jahre,
heute geht es immer nur in die andere Richtung. Denn im Januar schlagen die Raubritter schon wieder zu und erhöhen aufs neue kräftig. Dabei ist der letzte Steueraufschlag noch gar nicht lange her; muß zum Juni gewesen sein, oder war es im Mai, da wurde die Tabaksteuer um satte 20 % angehoben !

Wenn das kein Wucher ist,
heiß ich Hannes. So langsam müßte ein jeder blicken, wie der Hase läuft. Jedes Fehlverhalten, dh. eigentlich nur, was die Gesellschaftsingenieure und Idiologen auf dem Kieker haben, soll nun geahndet und mit einer kontinuierlich in die Höhe getriebenen Strafsteuer teuer gemacht werden., um damit die Leute von ihrem jeweiligen Laster abzubringen oder alternativ kräftig dafür abzukassieren.

Wenn das nun mehr Europa
sein soll, möchte ich gerne auf mehr davon verzichten. Der Eurokrake, äh den Eurokraten ist nun einmal nicht zu trauen, da sie nichts anderes im Schilde führen, als im Namen der Gesundheit, Gerechtigkeit und Tolleranz und wat weiß ich noch alles, die Leute zu disziplinieren und zu maßregeln; und nicht zu vergessen zu schröpfen.

Das skandinavische Modell
für ganz Europa dürfte dann wohl nicht mehr so lange auf sich warten lassen. Und in Dänemark haben sie dieser Tage ja auch ein ganz neues Finanzfenster geöffnet, denn da ist eine Fettsteuer in Kraft getreten, die pro Kilo über 2 Euronen ausmacht und damit die Butter aus dem Stand um satte 50 Cent verteuert.

Ganz schön hochprozentig;
dagegen erscheinen die 20 % Tabaksteuererhöhung vom letzten Mal schon fast als human. … Und ist doch nach gängiger Rechtsprechung imgrunde Wucher.

Aber zurück zum Spiegel-Artikel,
die Tabaksteuersenkung kam schließlich nicht von ungefähr. Angesichts der speziellen Lage wollte der deutsche Fiskus nicht leer ausgehen und kam daher den Rauchern entgegen … Gegen die billigen Zigaretten auf dem Schwarzmarkt war anders schlecht anzugehen. Denn den US-Angehörigen im Land konnte die deutsche Politik so einfach wohl nicht den lukrativen Handel mit Zigaretten verbieten.

Und so sah das Problem damals konkret aus (SPIEGEL-Zitat):

Rund 1,6 Pfennig kostet heute die US-Zigarette unverzollt frei europäischen Hafen, und für 4,6 und meist sogar 9 Pfennig wandert sie schließlich in die Hände der deutschen Verbraucher.
Für die 1200 Zigaretten, die sich jeder US-Besatzer und -Angehörige monatlich in seinen Besatzungsläden abholen kann (pro Woche 15 Päckchen je 20 Stück), zahlt er ganze 0,5 Cents, das sind 2,1 Pfennig das Stück. „Wenn diese 1200 Zigaretten zum amerikanischen Durchschnittslebensstandard gehören, müßte das amerikanische Volk in absehbarer Zeit an Nikotinvergiftung zugrunde gehen“, bemerkte die „Süddeutsche Tabakzeitung“, das einflußreichste Blatt der deutschen Tabakwirtschaft, vor einem Monat spitz.

Hier noch ein letzter Auszug daraus.

Im Bundestag erklärte Bundesfinanzminister Schäffer letzte Woche trotz allem voll Optimismus, daß mit den Alliierten doch noch eine vernünftige Regelung zur Eindämmung des Schmuggels mit Besatzungswaren getroffen werden könne. Für ihn besteht das Tabaksteuer-Problem aus
einer einfachen kameralistischen Rechnung:
„Einer Steuersenkung stimme ich nur zu, wenn der durch die Preisverbilligung eintretende Mehrkonsum den Steuerausfall an der einzelnen Zigarette wieder wettmacht.“

Und wer den ganzen Artikel lesen will – bitte schön.

Ein wesentlich aktuelleres Thema findet sich dann noch auf eos-o-ton.

… Schokoladezigaretten …

30. Juni 2011

Berlin, 30. 6. 2011 – Do

Nach einer Kanne Tee
ist ein kühles Bier eine willkommene Abwechslung wie auch eine gute Animation. So gern ich Tee trinke …  aber das Bier hernach hat eine andere Süffigkeit und schmeckt wie ein frischer Quell.

Doch wohl ein anschauliches Bild.
Und gar nicht so viel anders erscheint mir das Emblem auf dem soliden, teilsrunden Flaschenöffner, den ich aus Kindertagen in den Alltag von heute hinübergerettet habe.

Erzquell, genauer Erzquell Pils
steht auf der einen und Siegtal auf der anderen Seite. Und darunter sieht man ein lustiges Faßmännchen, das ähnlich wie der Michelinmann nur aus größeren und kleineren (Bier)Fässern besteht und das just, nein nicht ein Fäßchen,  sondern ein veritables Faß hochstemmt, um daraus zu trinken.

Jaja, Bier ist zum Trinken da
und wie viele wissen – Durst wird durch Bier erst schön. Aber natürlich in Maßen, also besser Maß halten und nicht Maß stemmen ohne Unterlaß.

Ist auch eine Kunst,
die so manchem schwer fällt. Jedenfalls kommt es mir schon ziemlich dekadent vor, wenn ich zu später Morgenstunde die ersten Leute mit der Bierflasche in der Hand durch die Straßen laufen sehe.

Daß dies keine schönen Szenen sind,
haben inzwischen auch die deutschen Brauer erkannt, denn sie werben seit neuestem dezent für einen angemessenem Umgang mit ihrem Produkt. Auf dem oberen Flaschenetikett finden sich nun drei einfache Wörter, die untereinander gesetzt sind, nämlich:

Bier bewußt genießen.

Sie wollen also schon mal vorab
ihren guten Willen zum Ausdruck bringen und an Verantwortung appellieren, bevor sie von den Eurokraken zu eim unübersehbaren Warnhinweis ähnlich der Rauchen-kann-tödlich-sein-Lyrik verdonnert werden.

Wenn diese Burschen irgendwann demnächst
mal wieder zuschlagen – den Tabak  bzw. die diesen betreffende Steuer haben sie gerade ziemlich wuchermäßig um satte 20 % erhöht, weil sie Geld für ihre gefährlichen Experimente brauchen – kann es passieren, daß jede Bierflasche mit Warnhinweisen gekennzeichnet werden muß.

Sicher nicht im Stil der Anti-Raucher-Kampagne,
also Saufen kann tödlich sein, eher schon mehr auf die bedächtige und beschränkte Art à la Vorsicht !  Biertrinken kann besoffen machen; nein dann wohl eher. Vorsicht !  Der Genuß des Inhalts dieser Flasche kann Sie betrunken und damit nicht mehr fahrtüchtig und zu eim gesellschaftlichen Risiko machen.

Irgendwie in dieser Art
wird es wohl kommen. Diesen faden Typen und machtgeilen Apparatschiks ist allerhand zuzutrauen. Da fällt mir erst mal nichts mehr ein. Außer – Herr Ober, einen alkoholfreien Schnaps bitte.

So eine Contradictio in adiecto
müßte bei der Findigkeit unserer Geschmacksingenieure und Lebensmittelchemiker, die ernsthaft daran arbeiten, das Fett in der Nahrung zu substituieren, doch wohl möglich sein.

Eine rauchfreie Zigarette,
die keinen Rauch nach außen abgibt und in der etwas glüht wie der Kohlefaden einer Stabbirne, wurde auch längst entwickelt. Hab ich sogar einmal mit eigenen Augen gesehen auf irgendeiner aufgemotzten Vernissage, aber seitdem nie wieder.

Tja, hat sich anscheinend nicht durchgesetzt.
Bevor ich mit eim solchen Konzept mich anfreunden könnte, würde ich wohl eher noch auf Schokoladezigaretten umsteigen …

Oder hier mal kucken,
was Shakira zur Frauenfußball-WM zu sagen hat.

… Blütenlese Raucherclub …

31. Mai 2011

Berlin, 31. 5. 2011 Di

Gerade festgestellt,
daß der Raucher-Club bei Google auf der ersten Seite steht, also unter den ersten 10 vertreten ist; sofern man den Suchbegriff raucherclub eingibt. Und das bei ungefähr 339.000 Ergebnissen !

Das ist schon mal was;
doch ein schönes Ergebnis, das mich ein wenig stolz macht. Und spricht zum anderen ja auch für die Leser, die in Sachen Rauchen und Raucherclub gern mal diese Seite hier klicken …

Das nämliche gilt
für die Suchoption Bilder. Das ist sozusagen der direkte Weg um hierhin zu gelangen, denn schließlich heißt der Blogg auch Raucherclub. Aber daneben gibt es schier eine Unzahl von Suchbegriffen und Wortkombinationen und -gruppen, die den neugierigen Gugler auf diese Seite führen.

Was die Leute so manchmal
in das Suchfeld eingeben ist nicht selten zum Piepen oder zum Schreien komisch oder anderweitig skuril bis grenzwertig, daß ich mir letztens eine ganze Latte diverser Suchanfragen schnell mal rauskopierte.

Schon fast ein Klassiker
ist die Anfrage ‚kann man Weihrauch rauchen‘. Bestimmt, aber ich weiß nicht, ob es denn auch empfehlenswert ist und bekommt. Und ehrlich gesagt, kann ich den Sinn der Frage nicht so recht nachvollziehen.

Klar, keine Frage,
Weihrauch ist ein betörender, euphorisierender intensiver Duft, der alsogleich in einem hochsteigt, wenn man nur von den Schwaden angeweht wird. Und so inhaliert man den Weihrauch gleich mit der Atemluft, ohne weitere Vorrichtungen und Instrumente dafür zu benötigen.

Wieso da noch extra
denselben rauchen ? !  Ist gar nicht nötig. Denn für die systematische Rauchbeschickung sorgt schon der Kaplan im Festgewand mit heftigen Schwenkbewegungen.

Soviel Rauchentfaltung
würde noch nicht einmal ein kreisender,  dicker Joint her- bzw. abgeben. Als ich die Zeremonie einmal in einer prächtigen Klosterkirche in Bayern miterlebte, wurde mir schnell klar, warum soviele alte Mütterchen in katholischen Orten so eifrig zur Messe eilen.

Also, Weihrauch muß ma wohl
nicht extra rauchen, der wirkt auch so. Ein erhebendes Gefühl, das ich sehr schätze, obschon ich nicht katholisch bin.

Daneben gibt es natürlich auch Leute,
die den Weihrauch auf dem Kieker haben, die geben dann folgendes ein ‚gesundheitsschädlicher weihrauch    2‘ Würde mich nicht wundern, wenn die Hardliner irgendwann demnächst nun auch in Sachen Weihrauch und Räucherstäbchen Verbote fordern.

Aber ich wollte ja noch
andere Suchanfragen, die zum Raucherclub geleiten präsentieren. Hier mal als eine kleine Blütenlese.

Der eine fragt
„kann man auch am rauchen sterben oder nur selten?    1“,
einen anderen verlangt es nach eim  „artikel in der zeitung über die gefahren des rauchens    1“
und ein dritter tippt ganze Sätze ein „ich suche ein land wo man uneingeschränkt rauchen darf und der tabak nicht so teuer ist!    2“  oder „mit dem übergang zur dunklen jahreshälfte wird das alberne rauchverbot    1“

Und was die Leute sonst erst
so suchen und eintippen, ist teilweise echt phänomenal und lustig, wenn auch zuweilen unfreiwillig komisch.
„achtung rauchen kann tödlich sein was da drauf steht    2“,
„ein schild wo dumme mutter drauf steht    2“,
„marlboro mädchen können tödlich sein    4“,
„warum ist es bei rauchern gemütlicher    3“,
„wer das liest ist doof schild    3“,
„dumm macht rauchen    1“,
„ich hasse raucher    6“ ,
“wer den raucher nicht ehrt    12“,
„genderscheiß    4“,
„raucht der papst heimlich    1“
eo und rauchen    1
askese ist käse    1
papst benedikt 16 rauchverbot    1
martin luther arsch abfrieren    1
rauchend im schutz der kirche    2
rauche glub    1

Soviel ist jedenfalls gewiß,
Google liefert gute Ergebnisse – so kraus die Anfragen auch sein mögen; und eine eigenwillige Rechtschreibung nimmt die Suchmaschine einem nicht krumm.

Hätte da übrigens noch einen
etwas tiefgängigeren Artikel im Neue-Spryche-Blogg, der mit eim Spruch meiner Oma schließt und mit eim schönen Bild aufmacht.

..  Musikspur: Reinhard Mey – Gute Nacht, Freunde …

… frohen Herzens genießen …

28. April 2011

Berlin, 28. 4. 2011, Do

Außerhäusig gemütlich sitzen
und rauchen (zu dürfen) war wie letztens festgestellt früher quasi eine Selbstverständlichkeit, heute dagegen schon eher unter die seltenen Glücksfälle zu zählen, so ausgedünnt sind mittlerweile, die Lokalitäten, die dies noch in geschlossenen Räumen gestatten.

Aber zum Glück ist jetzt
der Fröhling eingekehrt und der macht die Raucher fröhlich und gleich doppelt froh, denn nun ist es wieder möglich, gemütlich aushäusig zu sitzen und eine zu rauchen. Ein halbes Jahr nun wieder frohen Herzens genießen und keiner kann einen raus- oder weckschicken …

Es ist als ob das verlorene Paradies
zurückgekommen wäre. So sagte es einstmals Heinrich Lübke, wenn auch in eim anderen Zusammenhang.

Doch wie lange werden den Rauchern
diese Reservate ehemaligen unbeschwerten Genießens überhaupt noch erhalten bleiben ?  Wird es auch bei Straßencafés und Biergärten irgendwann demnächst neue Regelungen geben ?  Erst mal ganz vorsichtig eine Scheidung in Raucher- und Nichtraucherbereich ?

Habe zwar bislang
von Vorschlägen dieser Art noch nichts gehört, aber ich halte es nicht gerade für unwahrscheinlich. Man darf nicht vergessen – den Raucherhassern von der Antiraucherfront dürfte der Anblick fröhlich rauchender Männer und Frauen schier unerträglich sein, weil es sie an eine ihnen unangenehme Vorstellung gemahnen dürfte, nämlich, daß sich nicht gar soviel geändert habe, wenn ma die so qualmen sieht …

Und weil das bei diesen Gemütern
automatisch Groll hervorruft,  wird sie dies provozierende Bild sicherlich nicht kalt lassen und höchstwahrscheinlich Alpträume bei ihnen hervorrufen. Sie werden daher nicht ruhen, bis auch für den Außenbereich Regelungen zum Schutz der Nichtraucher Gesetz werden.

Und wenn ihnen auch
keine andere Begründung einfällt, als daß das Rauchen eben die Nichtraucher stört. Und destowegen dürfe man an deren Toleranz appellieren.

Das liegt nun einmal
in der Logik des Systems. Es würde mich also nicht überraschen, wenn in den nächsten Jahren so langsam eine Debatte betreffs Rauchen im gastronomischen Außenbereich beginnen sollte. So zumindest ist der Trend, wenn nicht endlich den häßlichen Idiologen und Manipulateuren Paroli geboten wird.

Im Land der begrenzten Unmöglichkeiten
sind sie wie immer schon ein paar Schritte weiter, wie ich letztens zufällig aufgestöbert habe. Da träumen die Transformer schon von rauchfreien Städten und rauchfreien Regionen wie auch davon, das Rauchen gänzlich ausmerzen zu wollen. Wegen der Volksgesundheit und so.

Was sind das nur für Nachtkappen
und eindimensionale Heuler !  Sind sich der eigenen, großen Tradition gar nicht mehr bewußt !  Eine Tradition, die von den indianischen Ureinwohnern vor Ankunft der Europäer gepflegt und ihnen als ein festes, kultisches Ritual war, eben zur Besiegelung gerade geschlossener Verträge das Kalumet, die Friedenspfeife zu rauchen,  .

Und davon wollen sie sich lösen,
weil sich die Burschen mit ihren Langweilergesichtern für der Weisheit letzten Schluß halten; einfach so, ohne jedes geschichtliche Bewußtsein gehen sie daran, eine alte Kulturtradition ihrer weitestgehend verdrängten Vorgänger auf dem Müllhaufen der Geschichte entsorgen. Man faßt es nicht bzw. sich selber an den Kopf.

Ob Jowo Goethe,
obwohl eingefleischter Nichtraucher, denn heute noch dichten würde:

Amerika, du hast es besser
als unser Kontinent, der alte,
hast keine verfallenen Schlösser
und keine Basalte.

Dich stört nicht im Innern
zu lebendiger Zeit
unnützes Erinnern
und vergeblicher Streit.

Wer für aussichtslose Sachen etwas übrig hat, bitteschön …

Vielleicht Interesse an Schreibkurs ?  Beginnt Mitte Mai …
Und hier noch der Verweis auf

frohen Herzens genießen’ oder wer wird denn gleich an die Decke gehen. Erst lesen, dann HB-Männchen kucken.

Tabakskollegium

30. März 2011

Berlin, 30. 3. 2011 – Mi

Irgendwann, wenn der Irrsinn
immer weiter um sich greift, wird ma die 60er, 70er und 80er als die goldenen und prosperierenden Jahrzehnte verklären, weil damals die allgemeine Stimmung gut war und viele Probleme, die uns heute zwicken, gänzlich unbekannt waren.

Und nicht zuletzt wohl gerade deswegen,
da in diesen Zeiten nahezu überall tüchtig geraucht wurde, wie auch werden durfte, insbesondere bei den Vertretern der schreibenden Zunft, gleichviel ob nun Literaten oder Journaille; und weil eine qualmende Zigarre schon fast das Symbol für Aufschwung und wirtschaftliche Prosperität abgab.

Der populäre Wirtschaftsminister
jedenfalls, dem das Wirtschaftswunder zu danken war, ließ sich höchst selten ohne qualmende Zigarre ablichten und machte auch als zugkräftige Wahlkampf-Lokomotive gehörig Dampf .

Für Raucher waren das goldene Zeiten,
keine Frage, aber auch für die anderen, die sich im Wohlstand einrichteten und optimistisch in die Zukunft blickten. So ungefähr war nämlich die Grundstimmung, Aufbruch, Fortschritt und der Duft der großen, weiten Welt.

So golden die Zeiten
im Rückblick erscheinen mögen, so waren sie doch von einigen heftigen Erschütterungen und strukturellen Veränderungen geprägt, unter anderem daß sich ein forciertes Veränderungsfieber bei den jungen Leuten breitmachte, das die Wortführer am liebsten über gesellschaftliche Fortschritte fantasieren ließ.

Die Normalität begann also
problematisch zu werden und geriet langsam unter Rechtfertigungsdruck. Aber ganz sachte, denn zu verstiegen muteten erst mal die Konzepte an. Und doch sind dort die Anfänge zu suchen, da nicht gerade wenig von dem Irrsinn, unter dem wir heute zu leiden haben, in diesen Tagen angedacht und auf den Weg gebracht wurde.

Rauchen gehörte damals noch
zum guten Ton und war daher eine gern geübte Geste der Freundschaft, die darin bestand, den anderen, ob Freund oder Kumpel oder Geschäftspartner, locker zum Rauchen aufzufordern und ihm zu diesem Behufe sogleich auch eine Zigarette aus der eigenen Schachtel anzubieten und ebenso umgekehrt.

Und ebenso war es ein verbreitetes Ritual
unter alten Männern, nämlich in schönster Plauderrunde allesamt Zigarren zu rauchen und dabei in alten Geschichten zu schwelgen.

Dann war die Luft natürlich
schon bald darauf zum Schneiden, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch und damit es der Großmutter nicht zuviel wurde, wurden ja immer mal Fenster und Türen geöffnet. Ging also auch.

An Zigarren rauchten die alten Herren
zumeist ihre eigenen, doch kam es vor, daß aus purer Geberlaune oder aus besonderem Anlaß einer den anderen reihum eine Zigarre anbot oder als Zeichen der Wertschätzung dem Gastgeber beim Abschied eine für später zusteckte.

Alte Männer, die eine gute Zigarre
zu schätzen wußten, war in meiner Jugend, wenn ich mich recht entsinne, wohl mehr die Regel. Dieser Umstand hatte für mich als kleinen Jungen den Vorteil, daß ich mir zu Weihnachten und zum Geburtstag nicht sonderlich den Kopf zerbrechen mußte bei der Frage, was ich dem Großvater schenken sollte. Zigarren eben, damit der Opa was zu rauchen hat.

Ich jedenfalls fand damals
das Tabakskollegium der Alten ausgesprochen anheimelnd, saß still in der Ecke und hörte den Geschichten zu, von früher, von Leuten, die ich nicht kannte, vom Krieg und von der Politik und was ihnen sonst noch Thema war.

Situationen, an die ich mich
gerne erinnere, in denen man so viel mehr von den alten Männern erfuhr als sonst im normalen Umgang möglich war; Situationen aber, die heute aber so nicht möglich wären, da sie erstens der Gesetzgeber gar nicht zuläßt und aus Gründen des Gesundheitsschutzes von Kindern und Jugendlichen verbietet, zweitens die Großväter heute so sensibilisiert sind und einen dahero des Zimmers verweisen würden und drittens weil  eine solche Szenerie heute eher unwahrscheinlich anmutet, da die Großväter sich aus Gesundheitsgründen längst vom Rauchen verabschiedet haben.

Gut, daß es damals
diesen ganzen Quatsch noch nicht gab und ich unverstellt den Erfahrungen der Alten in ihrer bevorzugten Umgebung lauschen konnte.

Man sollte auch nicht vergessen,
daß viele ein durchaus biblisches Alter erreichten, trotz der steten Qualmerei, und häufig sogar die 80 überschritten. Und wenn ihnen die Zigarre noch schmeckte, konnte man  ziemlich sicher sein, daß es ihnen noch leidlich gut ging. Schmeckte sie ihnen aber plötzlich nicht mehr, dauerte es dann zumeist auch nicht mehr lange …

 

Und auf den Schnupperkurs Kreatives Schreiben Anfang Mai im LI-LA Literatur-Laden sei bei der Gelegenheit auch hingewiesen.

Eine Sache möchte ich
noch loswerden; hab ja nix dagegen, wenn man die Sprüche und Rauchermotive herunterlädt, aber daneben würd ich mich schon freuen, wenn der ein und die andere doch auch ab und an mal ein Schild wie etwa  ‘Rauchen kann gemütlich sein’ bei mir bestellen würde.

Kostet ja auch nicht sooo viel
und gibt’s in verschiedenen Größen. Und eignet sich auch als kleines Geschenk oder Mitbringsel für passionierte Raucher. Also, nicht immer nur, egoistisch sein und alles für lau haben wollen, sondern auch mal an andere denken und ihnen eine kleine Freude machen.

Und wer von den Lesern hier
für ein paar Tage in der Hauptstadt weilt, kann mir auch gern mal einen Besuch abstatten. Am Nachmittag ab 15 Uhr trifft er mich mit großer Sicherheit im Laden an. Übrigens, fürs Rauchen muß ma bei mir auch nicht vor die Tür treten …
Und so eine Ladenszene hatte es letztens im Neue-Spryche-Blogg

 

… Musikspur:  Santana – Samba pa ti …

… Antirauchersprüche …

31. Januar 2011

 

Berlin,  30. 1. 2011 So

Staune ja immer wieder,
wenn ich mich für diesen Blogg  in die Statistiken vertiefe, wie viele, dem Rauchen an und für sich negativ eingestellte Leute doch hier im Raucherclub landen.

Die geben zumeist so seltsame Begriffe
wie Antirauchersprüche ein und finden sich dann in einer virtuellen Qualmbude wieder. Schon kurios, der Casus macht mich lachen. Aber vielleicht ziehen sie auch gerade wieder Leine und hüsteln einmal kurz indigniert.

Oder sie suchen einen besonderen Kick,
um ihr Mütchen zu kühlen. Ganz vereinzelt hinterlassen sie dann auch Spuren und ergehen sich in Gehässigkeiten und anderen unschönen Verhaltensweisen.

Hatte da nämlich mal einen,
den ich löschen mußte bis auf eine kleine Kotzprobe, weil es einfach zu ekelig war und noch dazu zu eim überaus langen Sermon ausgewalzt war. Hat mir dann einige Einblicke in eine bornierte, verkorkste Seele gewährt. Dann doch lieber rauchen !

Und wenn mir einer erzählen will
was, du rauchst (noch) ! – dann sag ich ihm gleich – ja und, was spricht denn dagegen ?  Ich renn ja auch nicht ständig in die Apotheke und hol mir dies und das gegen dieses und jenes Wehwehchen. Und außerdem mag ich es nicht, wie es in Apotheken so riecht.

Also Distanz wahren;
war ja zum Glück bislang nur in seltenen Fällen genötigt, einen Pillenladen aufzusuchen. Dann doch lieber eine verruchte, verrauchte Kneipe oder ein ebensolches Café. Aber die hat das dämliche Rauchverbot bis auf einen winzigen Rest schon gekillt.

Meine Devise daher –
lieber keine Medikamente aus der Apotheke und dafür lieber eine rauchen. Denke mal, das schadet auch nicht mehr als die Pillen und Pastillen, die sich die Leute stattdessen ständig so reinpfeifen. Nun, irgendwie muß man in diesen hektischen und zunehmend entfremdenden Zeiten ja seinen Stimmungshaushalt regulieren.

Und dafür ist die Zigarette,
liebe Nichtraucher, nach wie vor ein probates Mittel. Übrigens bin ich auch gar nicht so unsportlich, wie ma valleicht annehmen könnte; sobald das Wetter mich ein wenig motiviert, begeb ich mich auf die Piste und fang mit dem Schoggen wieder an. Und solange ich beides noch auf die Reihe bringe, bleibt mir das Rauchen eine liebe Angewohnheit.

Um was geht es eigentlich ?
Ach so, der Raucher atmet mit Bedacht (gesundheitsschädlichen) Rauch ein – sagen die Nichtraucher. Doch ist das wirklich nur Rauch ?!  Nein, sagen die Raucher.

Und sie haben recht;
denn für die Raucher ist es nicht bloß schnöder Rauch sondern aromatisierte Luft, die dem natürlichen Prozeß der Atmung einen zusätzlichen Kick verleiht. Aber um das zu verstehen, muß ma wohl ein Luftzeichen sein – Wassermann, Zwillinge oder Waage.

Unter den Kreativen
sind die Raucher jedenfalls weit verbreitet, vor allem solche von großer Inspiration und mit einer ausgeprägten, überbordenden Fantasie wie ein neues Bild in der Galerie der Raucher zeigt.

kreativer Raucher

Wer sich noch ein wenig in vergangene Zeiten vertiefen will, findet hier noch einen schönen Apho.

 

… Musikspur:  Luzifer – Alan Parsons Project …