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…Lob des Tobacks…

29. Januar 2009

Berlin, 28. 1. 09

Zu später Stunde darf es gern Lautenmusik sein, denn so stellt sich leicht ein barockes Gefühl ein, mit all der Gelassen- und Gemessenheit, die dieser Zeit zu eigen ist. Dazu noch ein Pfeifchen gestopft oder in Ermangelung derselben eine Zigarette gerollt und alsbald angezündet … Was will man mehr ?! In der Barockzeit sah man es zumindest nicht viel anders – alsogleich mit dem ersten Zug trat etwas hinzu, was die Menschen mit eim Mal ganz versöhnlich und zufrieden stimmte, nämlich die Behaglichkeit. Auch wenn das Rauchen damals, dh. das Anzünden vorab mit einigen Mühen verbunden war, Weckwerffeuerzeuge gab es ja nicht und Feuer war nur im Herd. Aber mit eim Fidibus ließ sich dem Problem natürlich abhelfen. Wenn den Rauchern zu später Stunde die Streichhölzer ausgehen und das letzte Feuerzeug schon vorher schlapp gemacht hat, kann es passieren, daß um diesem Mißstand abzuhelfen, dann in der Küche eine Herdplatte zum Glühen gebracht wird. Not macht eben erfinderisch. Ziemlich grenzwertig gewiß, dabei ungemein skuril und auch selbst erlebt. Sozusagen eine Rückkehr ad fontes zum feuerspendenden Herd. Doch eigentlich ging es mir ums Behagen, das mit dem Rauchen einhergeht, sintemal gerade diese Qualität oder besser Wirkung in der Diskussion um das Rauchverbot so gänzlich untern Tisch fällt. Und um diese Qualität, diesen Stellenwert noch einmal zu unterstreichen, den man dem Tabak einst zumaß, stelle ich dies schöne Gedicht aus der Zeit hier rein.

 

Lob des Tobacks

Lob des Tobacks

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