Posts Tagged ‘Luftverpester’

… Raubrittermethoden …

31. Oktober 2010

Schild, 10 x 15 cm, gibt's bei Eo im LI-LA Literatur-Laden - www.eoscheinder.de

Berlin
31. 10. 2010

So schofelig können auch nur Politiker sein. Ihr Umgang mit den Rauchern macht es offenkundig. Wie maßlos haben sie sich doch auf den Raucher eingeschossen !  Die Räume immer enger machen, lautet die Devise.

Erst zeigen sie ihm die rote Karte, schimpfen ihn Luftverpester und Gesundheitsgefährder und weisen ihn dahero systematisch vor die Tür; und als ob das nicht genug wäre,  wollen sie nun von ihm für ihre rigiden Liebesbezeugungen auch noch ein Extra-Salär einfordern, prosaisch gesprochen also die Tabaksteuer erhöhen. Und das nicht einmal sondern in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten, damit die Raucher endlich begreifen, daß sie da eim teuren Hobby frönen. Von Jahr zu Jahr eine Zigarette weniger in der Schachtel, so in etwa der Plan, damit es nicht gar so auffällt. Aber beim Feinschnitt und den billigeren Selbststopf-Varianten darf’s auch ruhig ein wenig mehr an Steuerzuschlag sein.

Der Kampf gegen die Raucher geht munter weiter – man bedient sich dazu der Gesetzesmaschinerie und wie jetzt wieder zu sehen der gezielten Abschröpfmethode. Es reicht ihnen nicht, die Raucher zu diskriminieren und sie in diesen Tagen nun wieder frieren zu sehen, nein, sie sollen auch Jahr für Jahr tiefer in die Tasche greifen.

Wie hoch ist denn derzeit der Steueranteil bei einer Zigarette ?  80 % oder gar darüber ? Keine schlechte Schätzung – habe gerade ein klein wenig gegugelt und bin reichlich fündig geworden.

Wenn ma sich nur mal die Zahlen in ihren Relationen zu Gemüte führt, kann man eigentlich nur noch den Kopf schütteln, denn das sind die reinsten Raubrittermethoden. Das gewünschte Produkt darf nur dann verkonsumiert werden, wenn der Verb-Raucher bereit ist einen künstlich um das Vierfache erhöhten  Preis zu bezahlen, der dann als einbehaltene Steuer direkt an die Raubr.. äh in die Staatskasse fließt.

Die Instanz, die imgrunde so gar nichts mit der ganzen Sache zu tun hat, nämlich einerseits mit dem Bedürfnis des Konsumenten und andererseits dem Angebot des Produzenten, und auch sonst nichts zu der Sache hinzutut, sichert sich den Löwenanteil und meint mittlerweile die beiden praktisch allein an dem Deal Beteiligten fortwährend zu gängeln und beschimpfen zu können.

Wenn das nicht dreist ist – und schofelig dazu !  Da bin ich versucht an einen Uralt-Artikel aus der Anfangsphase  hier im Raucher-Club zu erinnern. Schild  siehe oben (kann bestellt werden). Der Beitrag dazu findet sich auf der Stichwortleiste. Der Spruch war auch mal der Januar-Kalenderspruch der Kalender-Sprüche 2008.)

Hier noch kurz und knapp die Recherche-Ergebnisse.

Wikipedia :
2006 machte der Steueranteil knapp 75 Prozent des Preises einer Packung Zigaretten aus. Damit sind Zigaretten neben Benzin das mit Abstand am höchsten besteuerte Produkt.

Und bei rauchfrei findet sich dies:
Ein Raucher, der durchschnittlich 20 Zigaretten am Tag raucht, mußte 2004 rund 1390 Euro statt 1217 Euro in 2003 für seine Glimmstängel ausgeben. Ab 2005 waren es 1478 Euro und ab September 2005 sogar 1622 Euro. Im Jahr 2003 gingen über 77 Prozent des Zigarettenpreises direkt an den Fiskus.

Die aktuellen Nachrichten dieser Tage klangen etwa so:

Zigaretten sollen in den nächsten fünf Jahren durch höhere Steuern um bis zu 40 Cent teurer werden. Bis 2015 könnten die Steuern für eine Packung mit 19 Zigaretten voraussichtlich jährlich um vier bis acht Cent steigen. Das geht aus einem Konzept des Bundesfinanzministeriums hervor.
Bei losem Tabak (Feinschnitt) will der Fiskus noch härter zugreifen, was Raucher selbstgedrehter Zigaretten trifft: Bei einer 40-Gramm-Packung sind es pro Jahr etwa zwölf bis 14 Cent – insgesamt also ein Steueraufschlag von bis zu 70 Cent. Das Fünf-Stufen-Modell soll zum 1. Mai 2011 in Kraft treten.

Darüber, daß es auch schon einmal vor langerlanger Zeit auch mal eine veritable Tabaksteuersenkung gab, davon valleicht ein anderes Mal.

Zu eim andern Spruch und eim weniger profanen Text geht es hier.

 

…Geneigter und Tabac=liebender Leser…

26. Februar 2010

Eo Scheinder - Originelle Köpfe
Ent(en)würfe von Eo Scheinder

Berlin – 25. 2. 2010 – Do

Um an den letzten Beitrag anzuknüpfen und endlich den wunderbar polemischen und streitbaren Text, die Vorrede nämlich  zu Heinrich Ernst  Kestners köstlichen ‘Ergötzlichkeiten vom TABAC’ hier nun reinzustellen – der Gegensatz zwischen den Rauchern und den Nichtrauchern (wie auch die oftmals nur sehr schwach ausgeprägte wechselseitige Wertschätzung ) ist so alt wie … nein, besteht ziemlich von Anfang an, seit es Menschen gibt, die Tabakrauch willentlich und bewußt zu Genußzwecken inhalieren. Für die einen ein Genuß, auf den sie ungern auf länger verzichten, und für die anderen ein regelmäßiges Ärgernis, das ihnen einfach stinkt. Punkt.  Wat dem een sin Uhl, is dem annern sin Nachtigal.  Was für den passionierten Raucher unbeschwerten Genuß, Atmosphäre, ja  ein bestimmtes Lebensgefühl ausdrückt (siehe: Rauchen kann gemütlich sein), etwa wenn man bei eim Besuch irgendwo im Raum einen Aschenbecher erblickt (und gleich ist man angenehm berührt), ist für strikte Nichtraucher der reinste Horror, eine Ungehörigkeit und Verirrung, gegen die mit Nachdruck und allen möglichen passenden oder unpassenden Argumenten gewettert und gegiftet werden muß. Zunächst wird der Genuß als solcher angezweifelt und gleich in die Nähe von Suchtverhalten und Krankheit gerückt und die Raucher als schlimme Luftverpester und rücksichtslose Menschen getadelt. Denen man mit vernünftigen Argumenten klarmachen müsse, daß sie einem ungehörigen Laster anhingen, von dem sie sich doch um der Allgemeinheit und um des lieben Friedens willen endlich lossagen sollten …  Ständig und ungefragt diese Einflußnahmen, ständig muß man sich als Raucher rechtfertigen, weil man (noch) raucht und immer versuchen die sturen Nichtraucher mit ihrer Maulerei den luftigen Gesellen ein schlechtes Gewissen zu machen. Was aber nicht gelingt. Heute nicht und wie man gleich lesen kann damals vor fast 300 Jahren auch nicht.


Geneigter und Tabac=liebender Leser

Da ich ohnlängst meiner vertrauten Tobacs=Compagnie, in welcher ich täglich zu sein pflege / beywohnte / brachte einer dieses / der andere jenes zur Unterredung vor / damit die Zeit bei Loßbrennung deren Pfeiffen den Abend hindurch vergnüget zuruck geleget würde. Unversehens erkühnte sich einer unserer Gesellschaft / welcher/ nach Tabacs=Stylo zu reden / ganz trocken am Tische sasse / und keinen Tabac schmauchte / die Würde und Herrlichkeit unses edlen Krauts / nebst seinem vornehmen Erfinder / Johann Nicot, verächtlich zu halten / ja gänzlich zu vernichten. Er brachte / nebst andern verschiedenen Beweiß=Gründen / seinen Satz zu behaupten / auch diesen vor / weil nemlich so vieles Unglück dadurch geschehen; weßwegen auch der Caar in Moscau und der König von Ceylon gedrungen worden / desselben Gebrauch ihren Unterthanen bei Lebens=Straffe zu verbieten; weil so viel Menschen sich dadurch entweder jähen und frühzeitigen Tod über den Hals gezogen / oder doch bei der vernünftigen Welt verächtlich gemacht hätten. Doch alle seine so genannte Argumente waren von solcher Schwäche / daß sie auch fast von sich selbst hinzufallen schienen. Der Mißbrauch einer Sache hebet deswegen den Gebrauch nicht auf / viel weniger kann man schliessen / wenn ein Mensch durch den NB. unmässigen Gebrauch frühzeitig gestorben ist / dass just alle Menschen / wenn sie sich derselben mässig bedienen / davon sterben müssen. Der Wein / und alle andere Göttliche Gaben / welche er zu des Menschen Nutzen darreichet / können / wenn sie von ihm unmäßig gebrauchet werden / sein stärckestes Gifft / da sie / mässig von ihm genossen / zu seiner Artzney so wol als seinem grösten Nutzen dienlich seyn. Es bleibet auch dabei / wie jedwede Sache seine Verächter so wol als seine Liebhaber hat / so nehme ich auch den Tabac nicht aus / indem sich Leute von beyderley Geschlechtern finden / welche denselben so hoch erheben / als andere im Gegentheil verachten. Und wenn wird der gebohren werden / der alle seine Thaten nach jedes Menschen wunderlichen Humeur einrichten kann ?  Ich gestehe ganz gerne / daß ich denen unnützlichen Verschwendern des Tabaks / welche die Pfeiffe den ganzen Tag über nicht ruhen / viel weniger aus dem Mund kommen lassen / hierdurch das Wort gar nicht rede / doch sähe ich auch ungern / wenn dem so edlen / nützlichen Heil=Kraut seine grosse Zierde und herrliche Würckungen streitig gemacht würde. Derowegen habe ich mich / auff Bitte meiner sämtlichen Compagnie, bewegen lassen / durch diese dem geneigten und Tabac=liebenden Leser vorgelegte Ergötzlichkeiten denen Verächtern unserer Nicotianæ das Maul zu stopffen. Ich nenne sie (und zwar billig  / Ergötzlichkeiten / weil ernsthafte / mit scherzenden Gedancken vermischet darinnen gefunden werden. Ich werde anfänglich von dem Ursprung / denen vielerlei Arten und Würckungen des Tabacs reden / nachgehends dessen Recht durch eine Lateinisch=gehaltene und nun übersetzte Disputation beweisen / zuletzt aber verschiedene berühmter Männer in gebundener und ungebundenr Rede hinterlassene Gedancken über den Tabak / nebst denen Regeln einer geschlossenen Tabacs=Compagnie mittheilen. Der geneigte Leser gebrauche sich dessen / was ich ihm zu Gefallen zusammen getragen / zu seiner Vergnügung / erwarte auch von mir bei Zeit und Gelegenheit eben dergleichen Ergötzlichkeiten vom Thee, Coffe und Chocolate. Denen sauersehenden Gemüthern aber / sie seyen gleich männlich oder weiblichen Geschlechts / welche nicht nur den Tabac mit unaufhörlichem Hassen verfolgen / sondern auch die jenigen / so sich dessen bedienen / wo es möglich wäre / mit jenem zugleich aus der Welt zu verbannen trachten / deute ich hierdurch an / dass ich mit ihnen nichts zu schaffen / viel weniger diese Ergötzlichkeiten vor sie geschrieben habe / oder mich über ihr unzeitiges Urtheil / so sie von diesem Büchlein haben möchten / betrüben werde. Vielmehr rufe ich ihnen mit Apelle zu: NE SUTOR ULTRA CREPITAM:  Schuster (gehe nicht über deinen Leisten / oder Verstand / nebst angehängtem Wunsche / daß sie sich bekehren / und statt anderer Vergnügung ein Pfeiffgen Tabac vor ihre gröste Delicatesse mit mir haben mögen. Der geneigte und Tabac=liebende Leser lebe wol / und bleibe gewogen.
Geschrieben in meinem Musæo, d. 1. Apr. 1715
Seinem ergebensten und beständigen Tabacs=Freunde
.

Zum Ende noch ein Apho, der sich in den Apho-Briefen findet:

Man sagt heute gern:
Die Geschichte wiederholt sich nicht.
Und doch tut sie es.
Nur bedient sie sich
(für ihre Neuauflagen)
stets anderer Masken (und Nasen)
Und wählt dazu

immer auch neue Schauplätze,
(Apho Nr. 1260)

Hier noch ein etwas geharnischter Text zu eim anderen, einem echten Ärgernis.

HINWEIS: Am Samstag, den 6. 3. um 20.15 Uhr gibt es im LI-LA Literatur-Laden (Berlin-Charlottenburg) eine interessante Lesung des Berliner Freestyle-Philosophen, bei der auch zwei Texte aus dem Raucher-Club gelesen werden. Einladung im Neue-Spryche-Blogg.

…Galerie der Raucher…

6. März 2009

Berlin, 6. 3. 09

Derzeit warten die Raucher schon sehnsüchtig auf den Frühling, was nur zu verständlich ist. Endlich wieder gemütlich draußen unter Menschen an eim Tisch sitzen und nicht mehr geduckt vor der Tür stehen müssen wie weiland Eckensteher Nante, nur weil man in gewissen Abständen gerne mal une cigarette  fümieren möchte. Eins muß man der Gegenseite, den hysterischen Rauchgegnern und Verbotsjüngern und -jungfern, allerdings lassen – sie haben ihr Ding  über die Jahre „still und leise“ (nein ganz im Ggenteil !)  vorangetrieben und dann die Politiker und anderen Strategen mit Statistiken, großen Versprechungen in puncto Kostenersparnis für die chronisch kranken Krankenkassen und mit sakrosankten, pardon sich wissenschaftlich nennenden Gutachten, die Gefährlichkeit des Passivrauchens betreffend, so nach und nach auf ihre Seite gebracht; nicht zuletzt weil sie sich als die Stimme der Vernunft und der Wissenschaft auszugeben vermochten und das zieht ja noch immer bei halbgebildeten Opportunisten, die sorgsam darauf achten, nur nicht die neuesten Trends zu verpassen. Dies war aber nur möglich, weil sie zuvor unermüdlich Wühlarbeit betrieben hatten, indem sie mit aggressiven Formulierungen das Image des Rauchers wie die gesellschaftliche Akzeptanz des Rauchens unablässig ankratzten und nach und nach überall zum Thema machten. Ausgehend vom Testlabor der Moderne, ich meine Amerika, war es allmählich gar nicht mehr kuhl oder besonders schick zu rauchen und genüßlich an der Fluppe zu ziehen; Raucher waren mit eim Mal stinkende Luftverpester und galten fortan als extrem rücksichtslose Leute, die fahrlässig die Gesundheit friedlicher Bürger durch Passivrauchen aufs höchste gefährdeten. Wirklich ein geschickter Coup, das muß man diesen humorlosen Cräcks schon lassen, so nachhaltig innerhalb weniger Jahre die öffentliche Meinung umzukrempeln. In Abwandlung zu Wilhelm Busch gaben sie die simple Parole aus – Rauchen wird als störend empfunden, weil es mit stinkendem Rauch verbunden. Die Raucher haben sich zunächst nicht groß darum geschert, gewiß, sind notgedrungen den ein oder anderen Kompromiß eingegangen und haben sich auf ihre angestammten Plätze unter Gleichgesinnten in ihre Kneipe zurückgezogen und nach Obelix-Manier immer mal ‘Die spinnen, die Nichtraucher !’ geseufzt. Aber man war fortan mit eim schlechten Immitsch behaftet; und genau das ist das Problem bis heute. Dabei ist Rauchen eine kulturelle Errungenschaft, ein Kulturgut wie Musik, gutes Essen usw. und eine Quelle des Behagens und der Geselligkeit, wie es zB. auf meim Raucherschild ‘Rauchen kann gemütlich sein’ heißt. Was alles von diesen Knalltüten jedoch systematisch vom Tisch gewischt wird und so gar nicht in der Diskussion berücksichtigt wird. Überspitzt geht es denen nur um Süchtlinge, die man mit gewissen Repressionen vor sich selber bewahren müsse. Dies schlechte Image ist nun genau der Punkt, an dem angesetzt werden muß; und das gilt es nachhaltig zu verändern. Denn unter den Rauchern, egal ob man nun an lebende oder schon tote denkt, gibt es so viele Geistesgrößen und famose Gestalten, die dem Knaster frön(t)en, daß man sich als Raucher ob dieser Gemeinsamkeit alles andere als schämen muß. Langer Rede kurzer Sinn, damit man sieht, daß es bei weitem nicht die schlechtesten und unkreativsten Leute sind, die mit Genuß einen glimmenden Stengel zum Munde führen, möchte ich nun hier im Raucher-Club eine Galerie der Raucher einrichten. Der erste in dieser Reihe ist der ungemein vitale Gérard Depardieu, dieser urwüchsige Kelte, der in seinen Filmen immer so stark als ein Charakter, ja als ein ganzer Kerl präsent ist. Das Magazin vom deutsch-französischen Sender Arte hat sich im November wirklich etwas getraut – dafür Bravo – und den Genußmenschen Depardieu absolut stimmig in dieser eindeutigen Pose aufs Titelblatt gebracht. Die Redakteure mußten, wie es heißt, teils heftige Kritik von aufgehetzten Nichtrauchern entgegennehmen, die sich schon von eim Foto eines Rauchers belästigt fühlen, obwohl in eim solchen Falle von Passivrauchen überhaupt keine Rede sein kann.

Galerie der Raucher: Gerard Depardieu (Quelle: www.arte-magazin.de.

Galerie der Raucher: Gerard Depardieu (Quelle: http://www.arte-magazin.de.

 

 

 

…mediengeiles Ökofrettchen…

3. März 2009

Berlin, 2. 3. 09 Mo

So verbissen (wie weltfremd und verbotsgeil) die Nichtraucherlobby kämpft, allen voran die mit öffentlichen Ämtern bestallten – die Kommissare, die Minister und sonstigen Beauftragten, angefangen vom Moloch in Brüssel bis ganz hinunter zur kommunalen Ebene – ist wohl nicht mit einer schnellen Beruhigung der Lage zu rechnen. Es sind einfach zu viele mediengeile Ökofrettchen im Verbund mit idiologisch imprägnierten Zeitgeistadvokaten unterwegs, die auf diesem Ticket reisen, um endlich als engagierte Menschheitsbeglücker in das gesellschaftliche Rampenlicht vorzustoßen und mit diesem Kampf gegen die Gefahren des Rauchens (der eigentlich mehr eine Kriegserklärung an die Raucher darstellt), dem eigenen Leben dauerhaft Sinn und Aufgabe zu verleihen; mit dem angenehmen Nebeneffekt daß dieses bewunderungswürdige Engagement gleichzeitig noch schön was abwirft – eben die Vorkämpfer mit Karriere und Wischtischkeit belohnt; schöne Einladungen inklusive. Mit denen wird es also keinen vernünftigen Kompromiß, keine Regelung geben, die um Ausgleich bemüht ist; sie wollen die Totallösung (huch, fast hätte ich ein verbotenes Wort benutzt), sie wollen dem vermeintlichen Übel die Wurzeln kappen und es ein für alle Mal aus der Welt schaffen; daher machen sie auch von Schritt zu Schritt die Räume enger mit der ziemlich brachialen Strategie verbieten, verteuern, verteufeln. Wenn man das nur eine Weile konsequent durchzieht und nicht wankelmütig wird, kann man die Menschheit von eim üblen Übel befreien; und am Ende werden es einem die Menschen ganz sicher auch danken. Von derart Gedanken befeuert schreiten sie zur Tat und fühlen sich, weil sie die Politluschen auf ihre Seite gebracht haben, im Aufwind. Ein solcher Impetus flammt, wie es scheint, von Zeit zu Zeit und da und dort immer mal auf. O Bama hat letztens ja auch ins selbe Horn gestoßen. Wie das ?  Nun, er hat wie in den Nachrichten berichtet wurde, eine soziale Großtat folgenden Inhalts verkündet, nämlich daß alle Kinder aus prekären Verhältnissen demnächst kostenlose medizinische Versorgung erhalten sollen. Kein Zweifel, ein netter Zug des neuen Präsidenten; nur der zweite Satz dieser Meldung lautete in etwa so : Die Kosten des Programms von so’nsoviel Milliarden sollen durch eine drastische Erhöhung der Tabaksteuer aufgebracht werden. Das ist Politik. Man kucke sich einfach eine relativ zahlreiche Gruppe aus, mache gezielt Front gegen diese, daß sie wegen fortgesetzten asozialen Handelns quasi am Pranger steht und verkünde dann soziale Wohltaten, die dann im Grunde die unbotmäßige Gruppe, die Uneinsichtigen und Störenfriede, in diesem Falle also die bösen Luftverpester, die Raucher, sozusagen als eine Art Strafsteuer mit jedem neuen Päckchen bezahlen sollen.

Leider kann man mit Rauchgegnern, ich meine Nichtraucher mit Sendungsbewußtsein, eben keine Friedenspfeife rauchen, um einen fairen Kompromiß, einen vernünftigen Ausgleich jenseits von Hysterie und totaler Gehässigkeit in einer kultivierten Art zu besiegeln, wie es zB. die so stark naturverbundenen Indianer pflegten. Denn erstens geht ihnen schon allein die Vorstellung, an einer Pfeife zu ziehen und ekelhaften, eminent gesundheitschädlichen Rauch einzuatmen fundamental so sehr gegen den Strich und zweitens haben sie eh für Rituale nichts übrig. Gut, daß der Frühling nun schon halb in der Tür steht; dies Wochenende hat zumindest schon einen Vorgeschmack davon gegeben. Denn mit dem befreienden Lenz öffnen sich die Räume für die Raucher nun wieder immens. Freu mich schon auf die erste Zigarette im Straßencafé … Auf der Straße zu rauchen, hat nicht so Stil und ist auch kein echter Genuß; merk ich immer wieder.

 

 

…Rauchen kann gemütlich sein…

27. November 2008

Rauchen kann gemütlich sein

Rauchen kann gemütlich sein

Berlin, 27. 11. 08

Habe letztens einen falschen Fehler gemacht und das Schild RAUCHERKNEIPE erst ganz an den Schluß gesetzt. Aber ein Schild ist nun einmal dafür da, daß man es gut sieht und damit alsbald wahrnimmt. Und wie ich aus den Statistiken ersehen kann, ist RAUCHERSCHILDER mit einer der gefragtesten Suchbegriffe (neben RAUCHERCLUB, das natürlich mit großem Abstand führt), der auf diese Seite hier verweist. An Schildern, insbesondere witzigen und originellen die leidige Sache betreffend, scheint doch noch immer ein gewisser Mangel zu bestehen. Zu lange haben die Raucher ihre verbiesterten und so sachlich, nüchtern tuenden Widersacher nicht richtig ernst genommen und sich daher auch nie so recht träumen lassen, daß die rigorosen Vorstellungen dieser stark idiologisierten Leute einmal Gesetzeskraft erlangen würden. Die vorsätzliche Panikmache mit Kampfbegriffen wie „Passivrauchen“ entlockte den Rauchern zwar nur ein müdes Lächeln (schließlich erreichte meine Großmutter, um das einmal hier zu sagen, bei anhaltender körperlicher und geistiger Beweglichkeit bis fast zum Schluß das stattliche Alter von 88 Jahren und dies in eim Raucherhaushalt, in dem mal weniger und mal mehr gequalmt wurde), aber in den Medien und in der Öffentlichkeit wurde das „Passivrauchen“ als eine große Sache verkauft, als eine vorsätzliche Gesundheitsschädigung nämlich wenn nicht gar als lebensbedrohliche Vergiftung. Der Raucher wurde auf diesem Wege zu eim notorischen Umweltsünder und Luftverpester ersten Grades abgestempelt, der fortan nicht mehr in geschlossenen Räumen zu dulden sei …  Die Logik dahinter ist ziemlich kompromißlos und ebenso schlicht – wenn ein Raucher nicht anders kann und seim schädlichen Laster frönen mag, so soll er für die Zeit eben vor die Tür gehen, aber nicht  kultivierte Leute mit seim Qualm belästigen. An sich schon keine besonders höfliche Geste, doch jetzt, wo der Winter Einzug hält und die niedrigen Temperaturen erst einmal verdaut werden müssen, eine ziemliche Unverfrorenheit. Vielleicht feixen sie sich ja einen und sagen zu einander, seht wie mächtig wir sind; die ganzen uneinsichtigen Raucher, diese Primitivlinge, haben wir vor die Tür geschickt. Jetzt könnt ihr sie wieder schlotternd in Trauben auf dem Trottoir rumstehen sehen, wie sie hektisch an ihrem Glimmstengel ziehen. Da hört bekanntlich die Gemütlichkeit auf, denn mit dem Rauchen ist es wie mit den meisten Dingen; um sie richtig genießen zu können, braucht es auch Atmosphäre, ein gewisses Umfeld und natürlich auch die richtige Einstellung, die man selber mitbringen sollte – allesamt Faktoren, die sich vor der Tür bei klammen Fingern in der Regel nicht so leicht einstellen wollen. Dabei kann Rauchen so gemütlich sein, wenn eben das Umfeld stimmt und man dafür nicht vor die Türe gehen muß.
Und was das neue Schild oben angeht; nun diese ganze vermaledeite Dumm- und  Dumpfpropaganda, wie sie zwangsweise nun auf jeder Zigarettenschachtel stehen muß, reizt mich allemal zum Widerspruch, zumal der kulturelle und genießerische Aspekt beim Rauchen von offizieller Seite weder Erwähnung noch Beachtung findet und man allein mit aufgebauschten gesundheitlichen Risiken (Passivrauchen etc.) argumentiert. Die unterdrückten Facetten, die sehr wohl mit dem Rauchen in Verbindung gebracht werden können, sind daher auf diesem Schild versammelt. Und hat auch einen optimistischen Schluß – statt dummer Angstparolen ‚Raucher sterben früher‘ heißt es aufmunternd – von wegen, die Raucher sterben nicht aus.
Das Schild ist in verschiedenen Größen zu haben (13 x 19 cm = 2 €) ebenso größer und kleiner (Preise auf Anfrage) auch als Postkarte (10 x 14 cm = 1 €)
Das Schild RAUCHERKNEIPE gibt es in unterschiedlichen Farben (rot, gelb, grau, blau) und ebenso in verschiedenen Ausführungen – RAUCHER; RAUCHERCLUB;  wie auch mit dem Zusatz ‚Zutritt ab 18 Jahre‘