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… Menetekel New York …

28. Februar 2011

Berlin, 28. 2. 2011 – Mo

Zuletzt ja Tolkien unter Dampf hier gebracht ….
Da wüßte ich doch gerne, ob die eingefleischten, zum Teil zur Intoleranz neigenden Nichtraucher ihn, sofern sie ihn früher verschlungen haben, nun deutlich weniger mögen ?!  Halte ich nicht ganz für ausgeschlossen.

Zumindest läßt sich beobachten,
daß ein beliebter Popsänger aus den 70ern, nämlich Cat Stevens, seitdem er sich einen neuen, ziemlich programmatischen und unmißverständlichen Namen verpaßt hat, rapide an Anhängern eingebüßt hat. Und ich muß gestehen, ich mag seine Sachen auch nicht mehr, auch solche, die mir ehdem einmal gut gefallen haben.

Daß so einer, noch dazu von griechischer Abstammung,
in diesen Huntington-Zeiten die Fronten wechselt und einen auf islammfromm macht, ist unter aller …

Aber halt, ich komm vom Thema ab.
Hier geht’s ja nicht um die nachhaltige Umgestaltung unseres Lebensraums in kultureller und religiöser Hinsicht sondern mehr um die Anmaßungen, die sich die verbotsgeile, erziehungsdiktatur-affine Nichtraucherlobby herausnimmt.

Deren Konzept, nein besser Strategie
– denn die agieren wie im Krieg und sind stets auf neue Geländegewinne aus – läßt sich in wenigen Worten umschreiben, nämlich die Raucher, wo es nur geht, auszugrenzen, sie voller Häme vor die Tür zu schicken, sie als Gesundheitsrisiko hinzustellen, sie selbst zu Kranken zu erklären, sie als Süchtlinge und willensschwache Charaktere abzustempeln und sie auf diese Weise immer mehr zu asozialisieren,

Nur so abgewrackte Typen rauchen noch,
soll die Botschaft sein. Alle anderen haben’s inzwischen begriffen, sind vernünftig geworden, ernähren sich jetzt gesund und gehen regelmäßig schoggen.

In diese Richtung zielt zumindest die Propaganda,
daß Rauchen heute nicht mehr zeitgemäß sei, und nur noch bei Hartzern und anderen Luhsern vorzufinden.

Mit allen Mitteln und aller Gewalt
wollen sie den Rauchern ein schlechtes Immitsch verpassem und so einen wachsenden gesellschaftlichen Druck auf sie ausüben, damit sie kapitulieren und endlich davon lassen, um nicht gesellschaftlich ganz niedrig taxiert zu werden.

Wenn das nicht infam ist !
Dabei gibt es auf Seiten der Raucher jede Menge kluge und kreative Leute zu reklamieren, die in ihrem Bereich Wirkung entfaltet haben und sehr geschätzt waren, wenn nicht verehrt wurden und über deren ausgeprägte Neigung, eben dem Tabak zu frönen, kaum ein Wort, jedenfalls kein böses verloren wurde.

Das vereint zB. zwei so gegensätzliche Charaktere
wie Gottfried Benn und Bertolt Brecht. Oder Thomas Mann und Ludwig Erhard und wie sie alle heißen.

Und heute macht man dieses Gemehre.
In New York, wie vor ein paar Wochen in den  Nachrichten kam, jedenfalls geht dieser von langer Hand angeschobene Wahnsinn fröhlich weiter, die nächste Etappe auf dem Weg zur rauchfreien Stadt wird ab März oder April eingeläutet.

Und dann wird das Rauchen am Strand,
in Parks und an exponierten öffentlichen Plätzen verboten, also unter Strafe gestellt. Wer an diesen Plätzen dann noch raucht,  soll mit knapp 40 € umgerechnet zur Kasse gebeten werden.

Wenn man einem normalen Menschen
vor 30 Jahren gesagt hätte, daß so ein absurdes Theater innerhalb weniger Jahrzehnten durchexerziert würde, hätte der einen glatt für verrückt erklärt.

Ob diese Entwicklung eventuell
mit dem (mentalen) Zustand der Zeit zu tun haben könnte ?!  Vielleicht hier mal lesen.

… Musikspur: Strange Days – the Doors …

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